Gemeinsam mit seinem Bruder entwickelte Simon Niederkircher SolCube. Der Würfel bringt Strom dorthin, wo es kein Stromnetz gibt. Im Interview spricht er darüber, wie es zu der Idee kam.

Simon Niederkircher besuchte die HTL für Maschinenbau und studierte an der Boku Wien Umwelt- und Bioressourcenmanagement, bevor er 2007 in der Solarbranche zu arbeiten begann. Dort war er bei Großprojekten tätig, bis es ihn thematisch immer weiter zu Kleinstanlagen hinzog. Gemeinsam mit Ferdinand Mayr entwickelte er den SolCube und gründete das Unternehmen base.energy. Die mobile Solaranlagfe bringt den Strom dorthin, wo es kein Stromnetz gibt.

Wie kam es zur Idee von SolCube?

Meine ursprüngliche Geschäftsidee war das Simon-Modul für den Balkon, über das man seinen eigenen Strom beziehen konnte. In diesem Zusammenhang bekam ich viele Anfragen von Leuten, die Campen fuhren, die einen Schrebergarten oder eine eigene Hütte hatten, die sie mit Strom versorgen wollten. So kam die Idee zu SolCube auf. Mobile Systeme für diese Zielgruppe gab es bis dahin keine.

Seit wann gibt es SolCube?

Ab 2016 haben wir SolCube entwickelt, im November 2017 haben wir die Zertifizierungen abgeschlossen. Seither gibt es das Produkt offiziell.

Wer sind eure Kunden?

Für uns als kleine Firma ist es nicht ganz leicht, einen eindeutigen Schwerpunkt zu finden, weil das Produkt in viele Segmente passt. Wir haben Kunden, die SolCube in ihrer Wohnung in Städten verwenden – etwa, um Computer und Schreibtischlampe zu versorgen. Damit hatten wir gar nicht gerechnet. Einen SolCube haben wir kürzlich nach Niederösterreich geliefert, an eine Dame, die im hintersten Winkel des Stromnetzes wohnt und immer wieder mit Stromausfällen zu tun hat. Wir haben aber auch Kunden in Nigeria und im Irak, denn auch die autarke Stromversorgung in Entwicklungsländern ist ein Thema. SolCube funktioniert überall, wo die Sonne scheint, das ist der große Vorteil. Außerdem sind 230 Volt und 50 Megahertz in sehr vielen Ländern Standard.

Wie viele und welche Geräte kann ein SolCube mit Strom versorgen?

Im Grunde alles, was man in einer kleinen Hütte so braucht: ein Radiogerät, einen kleinen Wasserkocher, eine Kaffeemaschine, ein Fernsehgerät, einen Kühlschrank, ein Gefrierfach,… Heizen geht leider nicht, auch dahingehend hatten wir schon Anfragen. Beim Camping geht es vor allem darum, die Freiheit, überall hinzufahren, auszunutzen und Strom an Orten zu haben, an denen es keinen gibt.

Wie kommt SolCube an?

Bisher haben wir sehr gutes Feedback bekommen – auch zu unserer preislichen Positionierung. SolCube ist zudem sehr einfach zu bedienen. Wir haben eine Anzeige dafür, wie viel Energie im SolCube drin ist und eine dafür, wie viel noch hineingeht. Wir sprechen damit vor allem Leute an, die sich wenig oder gar nicht mit der Technik auseinandersetzen wollen. Für Bastler ist SolCube weniger geeignet, denn bei SolCube ist bereits alles fertig, da gibt’s nichts zu tüfteln.

Wie geht es mit SolCube weiter?

Wir möchten vor allem in Entwicklungsländern stärker Fuß fassen. Es gibt dort sehr viele Leute, die keinen Strom haben. Für sie bieten wir zum Beispiel auch eine Art Mietkaufmodell an. Der Vorteil ist, dass wir ein modulares System haben, bei dem man die einzelnen Komponenten vor Ort einfach reparieren oder austauschen kann. Auch lässt sich SolCube mit lokalen Komponenten vor Ort zusammenbauen, er muss also nicht extra von Österreich aus verschickt werden. Auch in Österreich kann man SolCube übrigens mieten. Bei Festivals etwa, die an Orten ohne Stromversorgung stattfinden. Oder einfach, wenn man ausprobieren möchte, wie Solarenergie so funktioniert.

Wo wird SolCube gebaut, wenn er in Österreich verkauft wird?

Im 21. Bezirk in Wien nehmen wir die Endfertigung vor. Die einzelnen Komponenten bekommen wir zugeliefert – zum Teil aus Österreich, zum Teil aus Asien oder Indien.

 

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Quelle: Energieleben Redaktion

Foto: SolCube

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