Dieser Truck soll lernen, auf alle möglichen Situationen zu reagieren.

Was hat die Entwicklung eines autonomen Fahrzeugs mit Biologie zu tun? Auf den ersten Blick wohl sehr wenig, doch ein Forscherteam der Technischen Hochschule Chalmers sucht in der Biologie Inspiration für die Entwicklung eines selbstfahrenden Trucks. Genau wie ein Mensch oder Tier soll dieses Fahrzeug nämlich lernen verschiedenste Situationen einzuschätzen und entsprechend darauf zu reagieren. Der Unterschied zu anderen selbstfahrenden Autos liegt darin, dass nicht von vornherein diverse Situationen und die entsprechenden Reaktionen gespeichert werden, ähnlich wie ein Mensch mit seinen Sinnen, nimmt das Chalmers-Fahrzeug stattdessen die Umgebung mit Hilfe von Kameras und Sensoren wahr.

Ola Benderius, Leiter des Forscher-Teams, erklärt, dass Fahrzeuge normalerweise auf Basis eines bereits bestehenden Fahrzeugmodells weiterentwickelt werden und um neue Funktionen erweitert werden. Programmiert man ein System mit diversen möglichen Szenarios und den entsprechenden Reaktionen, wird es irgendwann zu einer Situation kommen, die man nicht vorprogrammiert hat und dann passieren Unfälle. Benderius und Team haben also einen neuen Weg gewählt, denn die herkömmliche Entwicklungsmethode funktioniert ihrer Meinung nach nicht, um die selbstfahrenden Trucks der Zukunft zu entwickeln.

Anstatt ein Programm mit Funktionen für alle erdenklichen Situation zu entwickeln, arbeitet das Team nun an Verhaltensmustern oder Funktionen, die der LKW bei verschiedenen Stimuli ausführen soll. Wie ein Lebewesen lernt er mit der Zeit dazu und reagiert immer effizienter auf diverse Reize. Wie viel der Truck bereits gelernt hat, konnten die Chalmers-Forscher Ende Mai in den Niederlanden unter Beweis stellen. Bei der Grand Cooperative Driving Challenge, einem EU-Projekt bei dem mehrere Universitäten ihre selbstfahrenden Fahrzeuge (PKW und LKW) präsentieren, müssen die Teilnehmer eine Autobahnfahrt zwischen Helmond und Eindhoven absolvieren. Gewonnen hat man den Wettbewerb allerdings nicht, den ersten Platz belegte eine andere schwedische Universität, nämlich die Halmstad University.

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Bild: Henrik Sandsjö

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