Nicht alle Hersteller und Verkäufern von silberbehandelter Sportbekleidung nehmen die Gefahr, die diese Produkte für das Ökosystem darstellen ernst.

Vor ein paar Wochen haben wir an dieser Stelle über die Gefahren von Silber in Sportbekleidung berichtet. Silber wird auf Grund seiner antibakteriellen Eigenschaften eingesetzt, um zu verhindern, dass die Kleidung beim Sport unangenehm zu riechen beginnt. Laut der damals vorgestellten Studie aus Schweden, in der Sportbekleidung verschiedener Hersteller untersucht wurde, wäscht sich ein großer Teil des Silbers bereits während der ersten zehn Waschgänge aus. Das Silber gelangt so in den Wasserkreislauf, wo es eine Gefahr für das Ökosystem darstellt, vor allem weil es nicht abbaubar ist.

Dieselbe Organisation, Svenska Vatten, hat nun eine Follow up zur Studie präsentiert. Man hat Sportartikelhersteller und führende Geschäftsketten schriftlich über die Gefahren von Silber in Sportbekleidung informiert und sie aufgefordert, Textilien in Zukunft nicht mehr mit Silber zu behandeln, respektive aus dem Verkauf zu nehmen.

Der Hersteller Haglöfs hat schnell reagiert und hat bereits komplett aufgehört Silber in seine Produkte einzuarbeiten. Peak Performance und Addnature planen ebenfalls kein Silber mehr zu verwenden und haben bereits mit der Umsetzung dieser Pläne begonnen. Auch die Geschäftsketten Fitnessbutiken und Stadium (beide in Österreich nicht vertreten) haben auch begonnen den Verkauf von Artikeln, die Silber enthalten einzustellen.

Weniger erfreuliche oder ausweichende Antworten auf die Aufforderung die Produktion und den Verkauf von silberbehandelten Textilien zu beenden, bekam Svenska Vatten von Adidas, Nike, POC und den Ketten Länna Sport, Outdoorexperten, Sportamore, Team Sportia und XXL Sport. Svenska Vatten hofft, dass auch diese Unternehmen bald umdenken werden, denn um das Land weiterhin nachhaltig mit sauberem Wasser beliefern zu können, muss die Menge an Silber, das in den Kläranlagen landet, bis 2020 um die Hälft reduziert werden. Sportkleidung ist momentan in Schweden die größte bekannte Quelle für Silber, das in schwedischen Wasserwerken landet.

Auch auf EU-Niveau arbeitet man an einer Risikobeurteilung und Plänen die Anwendung von Silber in Konsumgütern zu reduzieren und schließlich zu beenden. Informationen hierzu findet man auf der Website der Europäische Chemikalienagentur, ECHA.


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Bild: Unsplash

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