Boyan Slats Plastikfänger musste in den ersten Monaten im Pazifik einige Rückschläge hinnehmen und befindet sich zurzeit für Wartungsarbeiten an Land.
Dieser Artikel wurde am 20. Februar 2019 veröffentlicht
und ist möglicherweise nicht mehr aktuell!

Mehrfach haben wir hier auf Energieleben schon über das Projekt The Ocean Clean Up des jungen niederländischen Erfinders Boyan Slat berichtet. Im Oktober 2018 war es soweit und der 600 Meter lange Plastikfänger wurde von San Francisco aus ins Meer hinausgeschleppt, wo er Plastik einfangen sollte. Doch leider wurde das Projekt seitdem von einigen Rückschlägen geplagt. Erst konnte das Plastik, das eingefangen wurde nicht von der Anlage festgehalten werden. Um dieses Problem zu beheben wollte man die Form des Fängers verändern und auch die Geschwindigkeit, mit der er sich bewegt, anpassen. Abgesehen davon, dass die ergriffenen Maßnahmen das Problem nicht lösen konnten, ist mittlerweile das nächste, gravierender Problem aufgetaucht.

Der schlauchförmige Plastikfänger musste seine Arbeit einstellen und nach Hawaii zur Reparatur geschleppt werden. An einem Ende hat sich nämlich ein 18 Meter langer Teil abgelöst und dadurch ist die Anlage momentan nicht funktionsfähig. Das Team von Ocean Clean Up vermutet, dass sich das Endstück auf Grund von Materialermüdung abgelöst hat. Dennoch bleiben Slat und sein Team optimistisch, denn man hat von Anfang an damit gerechnet, dass man den Plastikfänger mehrmals an Land bringen wird müssen. Es handelt sich immerhin um ein komplett neues System, bei dem man im Praxistest merkt, welche Verbesserungen und Anpassungen notwendig sind, damit es einwandfrei funktioniert.

Bis zum dem Zeitpunkt, an dem die Anlage zurück an Land gebracht wurde, hat man nur etwa 2.000 Kilo Plastik eingesammelt, was viel weniger ist als man erwartet hätte. Das Team von Ocean Clean Up sieht es als Chance den Plastikfänger während der Reparaturpause auch gleich so anpassen zu können, dass er später mehr Plastik einsammeln und zum Recyceln an Land bringen kann. Im Pazifik zwischen Hawaii und der amerikanischen Westküste treiben, im sogenannten Great Garbage Patch, schätzungsweise 80 Tausend Tonnen Plastikmüll. Zumindest die Hälfte dieser unglaublichen Menge möchte Boyan Slat innerhalb von fünf Jahren einfangen. Dazu benötigt er laut eigenen Aussagen allerdings sechzig seiner Plastikfänger, bleibt also zu hoffen, dass er für diese weiteren Anlagen Sponsoren findet.


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Bild: The Ocean Cleanup