Im Atlantik gibt es eine Insel, die weniger als 60 Jahre alt ist.

Vielleicht habt ihr schon einmal von der Insel Surtsey, die rund 30 Kilometer vor Islands Südküste liegt, gehört. Besucht hat sie aber höchstwahrscheinlich niemand von euch. Die nicht einmal 1,5 Quadratkilometer große Insel steht nämlich unter strengem Naturschutz. Der Grund dafür ist, dass die Insel erst in den 1960er Jahren durch eine Serie von Unterseevulkanausbrüchen entstanden ist und so eine einzigartige Gelegenheit bietet, um die Entstehung eines Ökosystems zu beobachten. Deshalb darf sie nur von ein paar wenigen Forschern zu Untersuchungszwecken betreten werden.

Der Name Surtsey leitet sich vom Feuerriesen Surt aus der nordischen Mythologie ab. Zwischen November 1963 und Juni 1967 gab es vor der Küste Islands eine Serie an Unterseevulkanausbrüchen und Eruptionen, diese haben die Insel entstehen lassen. Am Ende der Eruptionsserie hatte die Insel eine Fläche von 2,65 Quadratkilometern, doch durch Erosion wurde sie mittlerweile auf 1,4 Quadratkilometer verkleinert. Da der Boden karg ist und das Wetter in dem Gebiet stürmisch, wurden die Voraussetzungen für eine Besiedelung durch Lebewesen als schlecht eingestuft. Doch schon bald siedelten sich die ersten Pflanzen an. Bereits im ersten Jahr wuchsen Meersenf und Strandroggen und bald geselten sich auch Salzmiere und Austernpflanzen entlang der Strände hinzu.

Ab 1968 begannen auch Moose und Flechten zu wachsen, meist nahe bei Austrittsöffnungen aus denen weiterhin heißer Dampf aus der Tiefe an die Oberfläche dringt. Heute ist die Insel bis auf die steilen Palagonithügel im Inneren komplett bewachsen und unterschiedliche Vogelarten nisten dort. Die Vögel sind auch zu einem Teil dafür verantwortlich, dass Pflanzen überhaupt auf die Insel gelangten. Die ersten Arten die sich auf Surtsey zum Nisten niederließen waren Eissturmvogel und Trottellumme. Heute finden sich auch Nistplätze von Seemöwen und Papageitauchern auf der Vulkaninsel und verschiedene Zugvögel nutzen sie als Rastplatz auf ihrer Reise zwischen Großbritannien und Island. Kegelrobben und Seehunde nutzen die Insel ebenfalls um zu rasten und zu schlafen, was auch ihren Fressfeind den Schwertwal immer wieder dorthin lockt.

In einem funktionierenden Ökosystem dürfen Insekten natürlich nicht fehlen. Bereits während der Entstehung der Insel kamen die ersten Fluginsekten, später gesellten sich auch Landtiere wie Milben und Springschwänze, aber auch Regenwürmer, Schnecken, Spinne und Käfer hinzu. Genau wie einige Pflanzensamen sind sie teilweise mit Vögeln vom Festland gekommen oder mit Treibgut angeschwemmt worden. Für die Forschung ist die Insel, die seit 2008 UNESCO Welterbe ist, eine einmalige Gelegenheit, um all diese Besiedelungsvorgänge zu beobachten.


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Bild: Wikimedia

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