Ein aktuelles Forschungsprojekt sieht sich an, wie man die Abgabe von Mikropartikel aus Synthetikfasern verhindern kann.

Kleidung aus synthetischen Fasern hat Vor- und Nachteile. Ein auch an dieser Stelle schon öfter diskutierter Nachteil ist, dass sie bei jedem Waschgang Mikropartikel in das Spülwasser abgegeben, welche in den Wasserkreislauf und die Natur gelangen. Einer der besonders häufig erwähnten Bösewichte in diesem Zusammenhang ist Fleece. Dieses Material soll angeblich noch mehr Mikroplastik abgeben als andere synthetische Materialien. Doch laut einem Forschungsprojekt, das in Schweden von Swerea IVF, der Textilhochschule Borås, HSB Living Lab und einer Reihe unterschiedlicher schwedischer Unternehmen aus der Textilindustrie durchgeführt wird, stimmt das so nicht.

Das Projekt befindet sich in seinem zweiten und letzten Jahr, bereits in der Vorstudie hat man herausgefunden, dass die Grundfaser selbst weniger ausschlaggebend ist als die Konstruktion des Materials, wenn es darum geht wieviel Mikropartikel es im Laufe seines Lebens abgibt. Im weiteren Verlauf des Projektes sieht man sich deshalb an, wie verschiedene synthetische Materialien konstruiert sein müssen, um möglichst wenig Mikroplastik in die Umwelt und ins Wasser abzugeben. Genauer gesagt, sieht man sich an, wie es genau dazu kommt, dass Materialien Mikroplastik abgeben. Hauptfokus liegt dabei auf Fleece und Polyestermaterial, aus sowohl neuem als auch aus recycelten Grundmaterial, wie zum Beispiel aus recycelten PET-Flaschen.

Ein Teilprojekt beschäftigt sich damit inwieweit auch die Konstruktion von Waschmaschinen dazu beiträgt, wieviel Mikropartikel Materialien abgeben. Ist es möglich Waschmaschinen so zu bauen und mit besseren Filtern auszustatten, dass weniger Mikroplastik abgeben wird, beziehungsweise mehr Partikel herausgefiltert werden, bevor sie in den Wasserkreislauf gelangen? Auch die Möglichkeit ältere Modell mit besseren Filtern nachzurüsten und die Verwendung von Wäschesäcken zur Verminderung der Partikelabgabe wird untersucht. Finanziert wird das Projekt von FORMAS, dem schwedischen Forschungsrat für Umwelt, Ackerbau und Gemeinschaftsbildung.

Swerea führt gleichzeitig ein weiteres Projekt durch, mit dem es starke Berührungspunkte gibt. In diesem Projekt sieht man sich an, welche chemischen Verunreinigungen im Grundmaterial enthalten waren und ob diese auch in den Mikropartikeln, die der fertige Stoff abgibt, noch vorhanden sind.


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