Schon länger wird gebaut, jetzt wird es Realität: Teslas Gigafactory geht in Betrieb. Schön langsam.

Die Pläne, die Elon Musk mit Tesla verfolgt, sind allesamt gigantisch. Jetzt kommen Verkaufszahlen dazwischen, die nicht ganz die selbst gesteckten hohen Erwartungen erfüllen. Im Juni-Quartal hat die Firma statt 17.000 Wagen nur 14.370 Autos verkauft.

Spannend ist, dass das Problem für Tesla weniger die Anzahl der verkauften Wagen sind, als die Schwierigkeiten, die Produktion schnell genug in die Höhe zu treiben, im Ausblick darauf, dass es knapp 400.000 Vorbestellungen für das Model 3 gibt. Das spiegelt sich im Aktienpreis wieder, der sich nicht erschüttern hat lassen durch die Quartalszahlen. Die Pläne sind fertig für das Model 3: jetzt geht es darum, die Gigafactory in all ihren Ausbaustufen schnellstmöglich in Betrieb zu nehmen.

Im Moment sind 14% der Gigafactory fertig gestellt und es werden Batterien hergestellt. Batterien, die dafür benötigt werden, die Fabrik selbst zu versorgen, denn Elon Musk hat schon vor einiger Zeit alle fossilen Energieversorgungslinien zur Fabrik kappen lassen. Das erklärte Ziel ist es, die gesamte Fertigung aller wesentlichen Komponenten und die Endmontage der Fahrzeuge an einem Platz zu integrieren.

Mit dem Kauf von SolarCity, in dessen Vorstand der Tesla-Chef ebenfalls sitzt, geht man weiter in die Richtung, nicht nur elektrische Autos zu produzieren, sondern auch Kraftwerksbetreiber zu sein. Oder, wie er es selbst ausdrückt, die erste und einzige voll integrierte Erneuerbare Energie-Firma der Welt. Tesla wird wieder einen Schritt mehr zum Apple der Automobilindustrie, die Kontrolle haben möchten über alle Teile der eigenen Produkte. Es wird schon spekuliert, dass es das Gesamtpaket geben wird: die Solarpanels, die PowerWall als Speicher zu Hause und das Elektroauto, dass autark damit versorgt werden kann und im Supercharger-Netzwerk auch problemlos Langstrecken bewältigen kann, ohne einmal außerhalb der eigenen Infrastruktur laden zu müssen.

Der letzte Punkt wiederum ist der Gedanke, den alle Investoren sehr gerne hören, und alle, die grundlegend das dezentrale Konzept favorisieren und Kleinlösungen vorziehen, höchstwahrscheinlich so umschreiben: den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Man tauscht alte Großkonzerne durch einen neuen, sich entwickelnden Großkonzern, der ein anderes Konzept verkauft. Das Nicht-Böse-Sein hatte sich Google auf die Fahnen geheftet, und konnte das auf Dauer nicht durchhalten. Wie wird das für Tesla aussehen?

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