In den 70ern kursierten Bilder von Schaumbergen auf Gewässern in den Medien. Verursacht wurden sie durch Phosphate in Waschmitteln. Durch die Phosphathöchstmengenverordnung und den freiwilligen Verzicht der Waschmittelindustrie werden heutzutage…

In den 70ern kursierten Bilder von Schaumbergen auf Gewässern in den Medien. Verursacht wurden sie durch Phosphate in Waschmitteln. Durch die Phosphathöchstmengenverordnung und den freiwilligen Verzicht der Waschmittelindustrie werden heutzutage so gut wie keine Phosphate mehr in Haushaltwaschmitteln mehr eingesetzt. Doch gilt es noch vieles zu verbessern.

Zum einen sind die Phosphate zurückgekehrt, in Form von Geschirrspülmitteln, zum anderen gibt es neben den Phosphaten noch synthetische Tenside, Füllstoffe, optische Aufheller oder Duftstoffe, die für die Natur ebenfalls nicht einfach zu schlucken sind. Daher ist es wichtig, auf eine mäßige Dosierung zu achten.

Was machen Phosphate und Tenside?

Steigen wir doch mal in die Waschtrommel ein: Da liegen sie, Baumwoll- und Synthetikfasern, benutzt und zerknittert. Einige hatten Glück. Sie wurden nicht lang getragen und haben nur etwas Salz, Zucker oder Honig abgekriegt. Manche hat es da schon übler erwischt: Schweiß, Fett und Eiweiße haften hartnäckig an ihnen.

Da setzt sich die Trommel in Bewegung. Wasser strömt ein. Mit Salzen und Zucker wird es noch alleine fertig. Doch bei allen anderen Flecken braucht es Hilfe. Und da kommen sie schon, die aus Erdöl gefertigten Tenside, die schon ungeduldig in der Waschmittelkammer auf ihren Einsatz gewartet haben. Emsig schieben sie Fett- und Eiweißflecken zu kleinen Kügelchen zusammen. Diese geben schließlich auf und lassen die Faser los. Das Wasser kann sie nun abtransportieren.

Aber es ist noch nicht vorbei. Kalk versucht das Zusammenspiel von Wasser und Tensiden zu verhindern. Die Rausschmeißer werden tätig. Es sind Enthärtungsmittel, früher Phosphate, heute Zeolithe, die man auch als Katzenstreu kennt. Am Ende legen sich noch Farbschutzmittel, Gleitmittel und die Vettern der Tenside, die kationischen Tenside aus dem Weichspüler, schützend über die Fasern, um sie für einen neuen Einsatz außerhalb der Trommel vorzubereiten.

Synthetischen Tenside in der Umwelt

Bleiben wir noch eine Weile bei den Tensiden aus der Waschmaschine: Manche haben es sich erschöpft von der „Drecksarbeit“ auf der Faser bequem gemacht. Sie dämmern vor sich hin, bis das Kleidungsstück, auf dem sie sitzen, menschliche Haut berührt. Hier werden sie wieder wach, denn ihre Instinkte sagen ihnen, Fett lösen zu müssen, nur eben diesmal aus unserer Haut, so dass deren Schutzmantel angegriffen wird und Allergene und andere schädliche Stoffe besser eindringen  können. Daher reagieren viele Menschen allergisch auf Weichspüler.

Der Großteil der Tenside gelangt über die Kanalisation in die Kläranlage. Hier werden Ihnen Ihre Rechte und Pflichten verlesen: „Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Ihr Euch zu 90 Prozent biologisch selbst abbauen sollt! Den Rest übernehmen wir!“ Einige der Tenside schaffen es, sich im Klärschlamm zu verstecken, wo sie vor Spaltung geschützt sind. Mit dem Schlamm als Dünger gelangen sie auf ein Feld und lassen sich so tief wie möglich in den Boden hineinfallen. Hier, in der „Unterwelt“, rütteln sie lang vergessene Pestizide wach und mobilisieren sie, sich mit ihnen zu verbinden und mit ihnen die Freiheit über das Grundwasser zu suchen.

15 Prozent der Tenside haben es geschafft, in der Kanalisation zu verharren und mit dem nächsten starken Regen direkt in ein Gewässer gespült zu werden. Der Vertrag der 90 prozentigen Primärabbaubarkeit gilt auch für sie. Doch in der Freiheit vorm Totalabbau geschützt, verbinden sie sich mit dem Sauerstoff zur Säure und behalten ihre chemischen Eigenschaften, Membranen zu schädigen. So schädigen sie auch Wasserorganismen. Fische bekommen regelrechte Atemprobleme.

Mehr Schein als Sein mit Füllstoffen und optischen Aufhellern

Sogenannte Füllstoffe sorgen beim Waschpulver dafür, dass es rieselt und gut dosierbar ist. Verwendet werden Natriumcarbonat, das Schleimhäute reizt, oder Natriumsulfat, dem ein oder anderen schon als Glaubersalz begegnet. Es ist nicht abbaubar und führt zur Versalzung von Gewässern.

Die optischen Aufheller sind die wahren Blender unter den Inhaltsstoffen. Sie lehnen sich lässig an die Fasern an, schauen den waschaktiven Substanzen bei der Arbeit zu und täuschen mittels eines optischen Tricks vor, dass auch sie was geleistet hätten. Dabei ist die Wäsche durch sie nicht weißer, weil sie Schmutz entfernt hätten, sondern weil sie Licht reflektieren.

Antibakterielle Waschmittel sind überflüssig

Nach Ansicht der Experten sind antibakterielle Reiniger in privaten Haushalten nicht erforderlich. Solange man nicht als Pathologe arbeitet, reichen herkömmliche Mittel vollkommen aus.
Antibakteriell Mittel können zu einer Resistenz gegenüber Antibiotika führen, was man spätestens bei der nächsten Nierenbeckenentzündung bereuen würde. In Kläranlagen verringern sie die Reinigungsleistung. So gelangen mehr Schadstoffe wieder in die freie Natur.

Duftstoffe in Waschmitteln können Allergien verursachen

Allein in Deutschland gibt es eine halbe Million Duftstoffallergiker. Laut Umweltbundesamt sind folgende als besonders allergen eingestuft:

  • Amyl Cinnamal
  • Benzyl Alcohol
  • Cinnamyl Alcohol
  • Citral
  • Eugenol
  • Hydroxycitronellal
  • Isoeugenol
  • Amylcinnamyl Alcohol
  • Benzyl Salicylate
  • Cinnamal
  • Coumarin
  • Geraniol
  • Hydroxyisohexyl-3-Cyclohexene
  • Carboxaldehyd
  • Anise Alcohol
  • Benzyl Cinnamate
  • Farnesol
  • Butyphenyl Methylpropional
  • Linalool
  • Benzyl Benzoate
  • Citronellol
  • Hexyl Cinnamal
  • D-Limonene
  • Methyl-2-Octynoate
  • Alpha-Isomethyl Ionone
  • Evernia Prunastri Extract
  • Evernia Furfuracea Extract

Mit Waschmittel sollte man sparsam umgehen. Baukastenwaschmittel, die man genau auf den jeweiligen Bedarf abstimmen kann, bieten sich an. Bio-Waschmittel auf Pflanzenbasis mit Zuckertensiden bieten ebenso eine sinnvolle Alternative. Aber auch sie sollte man bewusst dosieren, alleine schon aus Gründen der Ressourcenschonung. Am Beispiel des Waschmittels wird klar, dass Umweltschutz schon im Alltag beginnt.

Bildnachweis: © Sascha Sebastian/pixelio.de

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