Die Industrie liebt und braucht sie gleichermaßen, denn sie machen den an sich spröden Kunststoff elastisch. Die Rede ist von Phthalaten Konsumenten besser bekannt unter dem Oberbegriff Weichmacher. Der chemische Zungenbrecher hält…

Die Industrie liebt und braucht sie gleichermaßen, denn sie machen den an sich spröden Kunststoff elastisch.

Die Rede ist von Phthalaten

Konsumenten besser bekannt unter dem Oberbegriff Weichmacher. Der chemische Zungenbrecher hält seit dem beginnenden Plastikwahn in den 70er Jahren trotz immer wieder negativer Meldungen seine Stellung als Paradebestandteil diverser Plastikprodukte.

Dass diese Art Weichmacher für uns Menschen nicht gesund sind, zeigen unzählige Forschungsergebnisse immer wieder auf. Wir nehmen den schädlichen Stoff über die Nahrung, die Atmung und die Haut in unseren Körper auf.

Wenn das Kinderzimmer leer bleibt…

Ein Blick in die Labore dieser Welt zeigt, dass Phthalate schädlich sind, und zwar in beachtlichem Ausmaß.

Die Kunststoffglätter wirken hormonähnlich und stehen in Verdacht Unfruchtbarkeit bei Männern zu verursachen. Sie sollen erbgutschädigend sowie krebserregend sein!

Aufgrund der Allgegenwärtigkeit von Plastik fließt Bisphenol A sogar durch unseren Körper und könnte somit mitverantwortlich sein für die immer größer werdende Liga unfruchtbarer Männer rund um den Globus.

Industriestadt Perm als Paradebeispiel

Pickt man sich als eines von vielen Beispielen die russische Industriestadt Perm heraus, die eine Phthtalatfabrik ihr Eigen nennen darf, ist der Zusammenhang zwischen Weichmachern und Unfruchtbarkeit eigentlich nicht mehr von der Hand zu weisen: Perm ist die Stadt mit der niedrigsten Geburten- und zeitgleich höchsten Krebsrate der Welt, wie das NDR Fernsehen in ihrer Reportage „45 Min“ dokumentiert.

50% aller Männer aus Perm sind unfruchtbar. Ein Fakt, der auch Europa bald einholen könnte. In Deutschland gilt die Hälfte aller jungen Männer als eingeschränkt fruchtbar, doch die Industrie weigert sich weiterhin, die gefährlichen Stoffe endgültig vom Markt zu nehmen.

Phthalate meiden fast unmöglich

Der Mensch ist von Plastik umgeben und kann der gefährlichen Substanz kaum aus dem Weg gehen!

Papier, Farbe, Gummihandschuhe, Duschvorhänge, Körperpflegeprodukte, Kinderspielzeug, Milch (Verpackung, Aufbereitung), Fleisch, Obst und andere Lebensmittel in Plastikverpackungen, Wasserflaschen, etc. – Phthalate lauern überall! Durch Abrieb werden im Hausstaub regelmäßig Phtalate nachgewiesen, die so unseren Organismus belasten. Dass vor allem Kinder besonders hohen Belastungen mit Weichmachern ausgesetzt sind können Sie hier nachlesen.

Unser Planet ist vergiftet – und wir sind es auch

Weichmacher sind lösliche Stoffe, die während der 500 jährigen Abbauzeit von Plastik praktisch bis in alle Ewigkeit ihren gefährlichen Giftcocktail abgeben.

Bereits im Mutterleib macht der Embryo unerfreuliche Bekanntschaft mit dem krebserregenden Stoff, und katastrophal, dass im Kleinkindalter die Belastung gerade in Kindertagesstätten besonders hoch. Infos des Umweltbundesamtes über Bisphenol-A.

Obwohl die EU den Phthalaten mit ihrer Liste gefährlicher Stoffe einen Riegel vorschieben wollte, und Weichmacher offiziell aus Kinderspielzeug verbannte, so finden sich bei Kontrollen doch immer wieder verbotene Substanzen in diversen Spielwaren. An dieser Stelle möchte ich vor allem vor dem Kauf von asiatischen Billigprodukten dringlichst abraten.

Umfangreiche Infos zu Weichmachern finden Sie im PDF von Greenpeace.

Mehr erfahren im Film „Plastic Planet“

Wer mehr über das „Problem Plastik“ erfahren möchte, sollte sich unbedingt den österreichischen Film „Plastic Planet“ ansehen!

Sehr interessant auch die beeindruckenden Aktion von Familie Krautwaschl, die beschlossen hat (fast) ohne Plastik zu leben. Infos dazu auf Kein Heim für Plastik. Checken Sie doch mal in Ihrem Heim was alles aus Plastik ist. Sie werden staunen!

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Bildrechte: Vorschaubild und Entenbild mit Babies © Creasencesro, dreamstime.com – Artikelbild Plastikgeschirr © Carsten Jacobs, Fotolia.de – Artikelbild „Kein Heim für Plastik“ © Plastic Planet

6 Kommentare

  1. So ein Haufen übertriebe Panikmache auf einer Internetseite habe ich selten gesehen. Haben Sie schon mal gehört, dass es phtalatfreie Weichmacher gibt, die sogar Lebensmittelzulassung haben? Aus denen man vielleicht doch weiter Kunststoffprodukte herstellen könnte (weil der Rest fast alles Polymer ist, was den Lebewesen völlig schnuppe ist (abgesehen von erforderlicher Verwertung)?
    Haben Sie sich von den mittlerweile eingesetzten langkettigen Phtalaten das Sicherheitsdatenblatt angeschaut ? Komischerweise sind dort weder Symbole für Gesundheitsschädlich, noch toxisch (cancerogen oder mutagen oder terratogen) oder umweltschädlich zu finden, passt irgendwie nicht ganz mit Ihren Worten ?!

  2. Danke für Ihr Kommentar! Schade, dass Sie diesen Artikel als übertriebene Panikmache sehen. Er soll lediglich auf die Gefahren, die durch manche Weichmacher ausgehen hinweisen. Natürlich gibt es auch Plastikprodukte ohne schädliche Weichmacher. Aber allein die Tatsache, dass es bessere Alternativen gibt, heißt ja leider noch lange nicht, dass die schädlichen Phthalate nicht mehr eingesetzt werden.

    DEHP zum Beispiel ist fortpflanzungsgefährdend, kann Bronchien schädigen und Dermatitis hervorrufen. In der BUND Studie sehen Sie, dass Kitas in Deutschland überdurchschnittlich hoch belastet sind. (http://www.biokontakte.com/artikel/gesundheit-wellness/weichmacher-zukunft-ohne-gift) Offensichtlich gehen von Weichmachern immer noch Gefahren aus, auch wenn es bereits für Menschen ungefährliche Alternativen gibt…

    Wer weiß schon was genau wo drinnen ist? Wissen Sie es, wenn Sie irgendein Plastikprodukt in Händen halten? Ein Haushaltsgerät, ein Spielzeug…? Die Erzeuger halten sich hier bedeckt und der Konsument hat kaum eine Möglichkeit dazu Informationen zu bekommen.

    Hier ein Auszug der Greenpeace Einschätzung von Phthalaten der zweifelsohne alamierende Wirkung hat:

    Auswirkungen von Phthalaten auf die Gesundheit

    Phthalate sind für den Menschen akut nicht sehr giftig. Bei Dialysepatienten, die durch Blutwäsche (Hämolyse) starken Belastungen mit DEHP ausgesetzt sind, zeigen sich Magenbeschwerden, Durchfall und Gelbsucht. Leber und Nieren reagieren auf alle Phthalate empfindlich.

    Einige Phthalate sind leicht reizend für die Augen, die Haut und die Atmungsorgane. Es gibt Hinweise darauf, dass DEHP-hältiger Staub aus PVC-Bodenbelägen die Bronchien von Kindern schädigen kann. Wiederholter Hautkontakt kann Dermatitis hervorrufen.

    Alle Phthalate stehen im Verdacht, hormonelle Wirkungen zu haben.
    DEHP ist fortpflanzungsgefährdend (EU Stufe 2). Chemikalien, die mehr als 0,1% dieser Stoffe enthalten, müssen daher wie folgt gekennzeichnet sein:

    T giftig, Totenkopf
    R 60 kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen
    R 61 kann das Kind im Mutterleib schädigen

    Kunststoffe, die bis zu 60% dieser Gifte enthalten können, sind allerdings von der Kennzeichnungspflicht ausdrücklich ausgenommen.

    Auch DBP und BBP sind fortpflanzungsgefährdend.
    R 61 kann das Kind im Mutterleib schädigen
    R 62 kann möglicherweise die Fortpflanzung beeinträchtigen

    Die Risikoabschätzung in der EU für BBP ist noch nicht abgeschlossen, aber die negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Nachkommen und die Fruchtbarkeit im Tierversuch sind so schwerwiegend, dass dieselbe Einstufung wie für DBP vorgesehen ist.

    All diese fortpflanzungsschädigenden Chemikalien beeinträchtigen im Tierversuch die männlichen Sexualorgane, führen zu Hodenschrumpfung und verschlechterter Samenqualität. Die Nachkommen zeigen ebenfalls Beeinträchtigungen: von niedrigerem Geburtsgewicht bis zu Missbildungen.

    Auch für DMP wurden negative Einflüsse auf die Samenqualität nachgewiesen
    .
    DOP ist im Tierversuch leberschädigend, beeinträchtigt das Immunsystem und verursacht Entwicklungsstörungen beim Nachwuchs.

    DINP ist weniger gefährlich als DEHP.
    Ob es hormonelle Eigenschaften hat, ist noch nicht restlos geklärt.

    DCHP kann das Nervensystem negativ beeinflussen. Zu diesem Phthalat gibt es kaum Daten.

    DEP galt bis jetzt als das „Harmloseste“ der Phthalate. Nach neuen Studien steht es im Verdacht, die DNA (Träger der Erbanlagen) zu schädigen.

    Auswirkungen von Phthalaten auf die Umwelt

    Obwohl Phthalate überall in der Umwelt zu finden sind, fehlen teilweise noch Untersuchungen über die Umweltauswirkungen von Phthalaten.

    Die meisten von ihnen sind schädlich für wichtige Wasserorganismen wie Kleinkrebse. DEHP ist in Deutschland in Wassergefährdungsklasse 1 “schwach wassergefährdend” eingestuft.

    DEP, DBP und BBP sind sehr giftig für Wasserorganismen und können Gewässer längerfristig schädigen. Sie sind in der EU als umweltgefährdend eingestuft.

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