Viele unserer Lebensmittel haben einen weiten Weg hinter sich.

Der VCÖ hat ein Factsheet veröffentlich, das deutlich aufzeigt, wie viele CO2-Emissionen wir bei unseren Lebensmitteln einsparen könnten – und wie wenig bewusst und manchmal die langen Wege sind, die unsere Nahrung zurücklegt. 

Klar, dass die Erdbeeren im Supermarktregal im Februar nicht im Nachbarort gewachsen sind, das ist uns Konsumenten zumeist bewusst. Argentinien, Chile, Südafrika, Brasilien, Kolumbien, Indien … Dass viele ganzjährig erhältliche Gemüse- und Obstsorten eine weite Reise hinter sich haben, bevor sie uns zur Verfügung gestellt werden, wissen wir. Zumal durch den Herkunftsstempel der Reiseweg von unverarbeiteten Produkten wie eben Erdbeeren relativ einfach nachzuvollziehen ist. Bei verarbeiteten Lebensmitteln sieht das hingegen schon wieder anders aus. Denn jede einzelne Zutat hat ihre ganz eigene Herkunft und damit ihren individuellen Reiseweg bzw. ihre eigene CO2-Bilanz. Doch wie sieht das nun zum Beispiel mit Fleisch aus Österreich aus? Das ist doch – wenn schon nicht regional – zumindest national. So viele CO2-relevante Kilometer kann das Schnitzerl doch gar nicht auf dem Buckel haben?

Futtermittel als CO2-Belastung

Doch. Auch das Wiener Schnitzel kann eine bedenkliche CO2-Reisebilanz aufweisen, wenn man sich die aktuelle Rechnung des VCÖ ansieht. Der VCÖ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, sich für ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem einzusetzen. Dieses Jahr hat er ein Factsheet zur CO2-Belastung unserer Lebensmittel herausgegeben. Darin ist zu lesen, dass auch das Wiener Schnitzel zumeist eine weite Reise hinter sich hat, bevor es auf unsere Teller kommt. Denn neben den Kilometern von der Mast zum Schlachthof und von dort zum Geschäft und von ebenda in unseren Haushalt werden andere Kilometer häufig gar nicht beachtet: Weil zu diesen Wegen kommt die Reisebilanz des Futtermittels für die Tiere. Laut VCÖ importiert Österreich bis zu 555.000 Tonnen Sojaschrot jährlich. Ein Großteil davon kommt aus Südamerika, wodurch alleine das Futtermittel mehr als 12.000 Kilometer gereist ist. Davon, dass in Südamerika große Regenwaldflächen für die Soja-Plantagen gerodet werden, gar nicht erst zu reden. Die VCÖ-Rechnung kommt – wenn man von importiertem Soja ausgeht – auf eine CO2 Belastung von 2,9 Kilogramm pro Kilo Schweinefleisch!

Empfehlungen für bewussteren Lebensmittel-Konsum

Doch was tun? Der VCÖ empfiehlt für Konsumenten ganz klar:

  • Bio
  • Saisonal
  • Regional

Mit dem Motto „bio – saisonal – regional“ kannst auch du den eigenen ökologischen Fußabdruck möglichst klein halten, wie auch ein Beispiel aus dem Factsheet zeigt: Während unbeheizte Tomaten aus Spanien mit dem LKW transportiert die Umwelt mit 400 g CO2 pro Kilogramm Tomaten belasten, sind es bei unbeheizten Bio-Tomaten aus Österreich nur 85 g!

Weitere Empfehlungen des VCÖ für bewusstere Konsumation und Verkehrsvermeidung sind unter anderem:

  • Einkäufe zu Fuß oder mit dem Rad erledigen! Das spart nicht nur CO2-Emissionen, sondern hält auch davon ab, zu viel zu kaufen, das letztlich weggeschmissen würde!
  • Nahversorger sollen in den Gemeinden verbessert werden
  • Bei Schlachttransporten soll es verpflichtend werden, den nächstgelegenen geeigneten Schlachthof anzufahren
  • Tierische Produkte sollen detailliert für alle Konsumenten rückverfolgbar sein

Den ganzen Bericht und weitere Maßnahmen, um bei den eigenen Lebensmitteln den ökologischen Fußabdruck zu verringern, könnt ihr hier nachlesen.


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Quelle: vcoe.at
Foto: pixabay.com

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