Wer sich für Energiefragen interessiert und gerne mal aus Wien herauskommt, findet seit ein paar Tagen im oberösterreichischen Wels ein lohnendes Ziel. Neu eröffnet, bietet das Welios, das OÖ Science…

Wer sich für Energiefragen interessiert und gerne mal aus Wien herauskommt, findet seit ein paar Tagen im oberösterreichischen Wels ein lohnendes Ziel. Neu eröffnet, bietet das Welios, das OÖ Science Center Wels, ein „Haus voller Energie“, wie die Betreiber selbst es beschreiben.

Es war ein lang gehegter Wunsch der Welser Stadtpolitik, ein Erlebnismuseum für erneuerbare Energie in Wels zu schaffen. Die Idee wurde in den 90er Jahren geboren, reifte mit dem Projekt „Energyland“, um dann, ab 2008, konkret zu werden. Vom Spatenstich bis zur Eröffnung vergingen nur 13 Monate. Am 16. April wurde feierlich eröffnet. – Energieleben.at hat das Welios am zweiten Öffnungstag besucht.

Die Kritik in aller Kürze: Das Welios ist rundum gelungen. Auf über 3.000 m2 Ausstellungsfläche auf zwei Stockwerken bieten 150 Exponate (laut www.welios.at, wir haben nicht nachgezählt) einen umfassenden, spielerischen Zugang zur Energiegewinnung und -nutzung. Im Mittelpunkt stehen Solarenergie, Wasserkraft, Windkraft, Geothermie und die Enerigegewinnung aus Biomasse. Jede einzelne Station lädt zum Verweilen ein, vermittelt Wissen, ohne zu belehren.

Egal, ob es darum geht, ein Schwungrad anzutreiben oder in den Erdkern vorzudringen, einen Kurzfilm zu montieren oder unter einem riesigen Moodlight Farbstimmungen zu spüren: Die Stationen funktionieren übergreifend für alle Generationen. Ob Kindergartenkind oder Pensionist, auch nach drei Stunden Besuch ist noch niemandem langweilig. Und das ist – neben der gelungenen Architektur des Gebäudes (Niedrigenergiebauweise!) – die ganz große Qualität des Science Centers. In der Gestaltung der Themen steckt jede Menge Kreativität und Liebe zum Detail, das viele Ausprobieren macht Spaß.

Das Thema „erneuerbare Energie“ liegt natürlich am Puls der Zeit. Mit dem Trend zur Nachhaltigkeit spekulieren die Betreiber auch. Das Welios zeigt, dass der Strom zwar aus der Steckdose kommt – aber eben nicht selbstverständlich. Die Stationen machen begreiflich, welche Technologien hinter der Energiegewinnung stecken und welche physikalischen Phänomene ganz generell mit dem Thema Energie verknüpft sind. Ziel ist es, das Verständnis für den sensiblen Umgang mit Energie zu stärken.

Fazit: Für Schulklassen, Themeneinsteiger und Familien mit Kindern ist der Besuch des Welios die Anreise nach Wels in jedem Fall wert. (Noch dazu, wo diese auch sehr bequem per Bahn erfolgen kann.) Für Experten mag inhaltlich wenig Neues dabei sein, für sie ist jedoch das Ausstellungskonzept und die didaktische Aufbereitung spannend, weil auf internationalem Niveau.

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