In Ruhe Sonnenbaden – auf den zahlreichen Wiesen im Prater auch in einer Millionenstadt kein Problem
In Ruhe Sonnenbaden – auf den zahlreichen Wiesen im Prater auch in einer Millionenstadt kein Problem
Ist Landflucht im Sommer die einzige Möglichkeit, der städtischen Hitze zu entfliehen? Nein. Denn ungestörte Erholung und schattige Plätze mitten in der Natur findet man auch in Wien.

-Dass der Prater früher ein unberührter Auenwald war, das kann man heute noch an unterschiedlichsten Plätzen in der grünen Lunge Wiens erahnen. Es mutet fast schon ein wenig surreal an, wenn man am Praterstern mit der U-Bahn ankommt, dort die geballte Hektik des städtischen, betonverbauten Treibens präsentiert kriegt – um sich dann nur wenige Fußminuten von dort entfernt in naturbelassenen Wäldern zu verlaufen.  

Von der U-Bahn braucht es im Prater nur wenige Minuten zu Fuß, bis man in verwunschen wirkende Auwälder eintauchen kann.
Von der U-Bahn braucht es im Prater nur wenige Minuten zu Fuß, bis man in verwunschen wirkende Auwälder eintauchen kann

Die Aulandschaften inmitten der Stadt, die ursprünglich von der Donau geprägt wurden, bieten auf insgesamt sechs Quadratkilometern, die teilweise unter Landschaftsschutz stehen, die unvergleichliche Illusion, sich am Land zu befinden.

Wer dem Alltagstreiben des urbanen Lifestyles also ganz spontan entfliehen möchte, der findet im Prater ein zentrales Naherholungsgebiet, das seinesgleichen sucht. Hier pulsiert nicht das Stadtleben, hier pulsiert die Natur. 

Wiesen, Wiesen und noch mehr Wiesen

Im grünen Prater finden sich zahlreiche, weitläufige Wiesen, auf denen man sich auch in einer knapp zwei Millionen Einwohner umfassenden Stadt nicht mal an den heißesten Tagen im Jahr wirklich in die Quere kommen kann.

Grün so weit das Auge reicht. Ungestörtes Naturerlebnis gibt es hier an allen Ecken und Enden.
Grün so weit das Auge reicht. Ungestörtes Naturerlebnis gibt es hier an allen Ecken und Enden.

Die Auswahl an Grünflächen ist im Prater dabei von besonderer Bedeutung: Zirkuswiese, Spenadlwiese, Arenawiese, Wasserwiese, Birkenwiese, Ameiswiese oder die berühmte Jesuitenwiese – um nur einige zu nennen. An heißen Tagen zieht es die Wiener hier mit Picknickdecken und Handtüchern ins Grüne. 

b Picknick, Frisbeespielen oder einfach nur mit einem guten Buch in der Sonne liegen – hier findet sich jeder sein Plätzchen.
Ob Picknick, Frisbeespielen oder einfach nur mit einem guten Buch in der Sonne liegen – hier findet sich jeder sein Plätzchen

Wem es im Sommer zu heiß ist, das weitläufige Grüngebiet und die zahlreichen Wiesen rund um die Hauptallee zu Fuß zu erkunden, der findet aber auch unmittelbar nach dem zentralen Angelpunkt Praterstern seine heilige Ruhe. Einmal über den Zebrastreifen drüber, und schon befindet man sich auf der Kaiserwiese mit fast kitschigem Ausblick auf das Wiener Riesenrad. Dass es sich hier gut Uno spielen lässt, dachten sich auch Benchi Chanpocha, Jan Junker und Valerian Dötsch, die in den Sommerferien ihren in Wien studierenden Freund Marc Wehran besuchten. 

Gemütlich auf der Kaiserwiese – Die Studenten Benchi Chanpocha (l.), Jan Junker (r.), Valerian Dötsch (2.v.r.) und Marc Wehran.
Gemütlich auf der Kaiserwiese – Die Studenten Benchi Chanpocha (l.), Jan Junker (r.), Valerian Dötsch (2.v.r.) und Marc Wehran

Wer Wasser will, wird Wasser finden

Auf Besuch in Österreich waren übrigens auch Robin und Therese aus Schweden, die einen Teil ihres Urlaubs auf Empfehlung im Wiener Prater verbrachten. „Ein Freund hat gesagt, wir sollen uns das hier unbedingt ansehen“, erzählt Therese. 

Robin und Therese aus Schweden zu Besuch in Wien
Robin und Therese aus Schweden zu Besuch in Wien

Lange Zeit zum Plaudern am Wasser hat die Schwedin allerdings nicht, viel zu interessant sind die Enten und vor allem die Schildkröten (!), die es hier zu beobachten gibt. Die Europäische Sumpfschildkröte ist nämlich sowohl in der Lobau als auch im Prater ursprünglich heimisch. Die bis zu 25 cm großen Reptilien fühlen sich besonders in Tümpeln und Teichen wohl. 

Wer genau schaut, der entdeckt die auftauchende Schildkröte inmitten der Enten
Wer genau schaut, der entdeckt die auftauchende Schildkröte inmitten der Enten

Wasser ist im grünen Prater ohnehin ein ganz eigenes Thema für sich. Das Krebswasser und das Mauthnerwasser wurden zum Beispiel zu Naturdenkmälern erklärt. Am oberen und unteren Heustadlwasser finden Erholungsuchende ruhige Plätzchen, die kontemplativen Blick auf das glitzernde Nass ermöglichen. Auf dem Konstantinteich, der dem Praterstern am nächsten liegt, konnte man früher sogar Bootsfahrten unternehmen. Über den Teich führt eine der ältesten Brücken Wiens, die heute denkmalgeschützt ist, zum Konstantinhügel – der höchsten Erhebung des Augebiets. Mit sieben Metern ist der künstlich aufgeschüttete Hügel jedoch nicht wirklich eine Gipfelwanderung wert. Wandern kann man hingegen entlang der Hauptallee von einer Wiese zur nächsten. 

Die Hauptallee ist immer einen Spaziergang unter grünen Blätterdächern Wert
Die Hauptallee ist immer einen Spaziergang unter grünen Blätterdächern Wert

Erholung finden im Prater aber nicht nur Menschen sondern auch Hunde. Denn die Hundezone im Prater umfasst knapp 300.000 Quadratmeter. 

 Dieses Schild markiert den Beginn der vierbeinigen Glückseligkeit: Die größte Freilaufzone für Hunde in Wien
Dieses Schild markiert den Beginn der vierbeinigen Glückseligkeit: Die größte Freilaufzone für Hunde in Wien

Apropos Freilaufzone: Außerhalb dieser sind auch im Prater Hunde an der Leine zu nehmen. Nicht nur, weil vor allem die Hauptallee stark von Läufern, Radfahrern und teilweise auch von Reitern auf ihren Pferden frequentiert ist, sondern weil man sich halt trotzdem im Prater befindet. Und das heißt: Aufpassen auf die Liliputbahn. 

Achtung vor der Liliputbahn: Der knapp vier Kilometer lange Rundkurs der kleinen Schmalspurbahn kreuzt auch Gehwege
Achtung vor der Liliputbahn: Der knapp vier Kilometer lange Rundkurs der kleinen Schmalspurbahn kreuzt auch Gehwege

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