Sand so weit das Auge reicht – doch als Bausand eignet sich Wüstensand nicht. Foto: © Falkenpost / Pixabay
Sand so weit das Auge reicht – doch als Bausand eignet sich Wüstensand nicht. Foto: © Falkenpost / Pixabay
Sand zur Betonherstellung ist Mangelware. Denn Wüstensand kann eigentlich nicht als Bausand dienen. Bis jetzt – ein Münchner Unternehmen hat mit einer neuen Technologie nämlich eine Antwort auf die Knappheit von Bausand.

Die Sahara ist die größte Trockenwüste der Welt. Insgesamt ist sie so groß wie die ganze Fläche der USA. Und auch wenn die bekannte Sandwüste neben der Stein- und Kieswüste nur etwa 20 Prozent der gesamten Sahara ausmacht, so entspricht die reine Sandfläche immer noch einer Größe von 1.880.000 km². Das ist eine Fläche, in die Österreich über 22 Mal hineinpassen würde. Man möchte also meinen, dass es auf der Erde genug Sand für die Betonproduktion gibt. Doch das ist nicht so. Denn zur Herstellung des weltweit am meisten genutzten Baustoffs wird bestimmter Sand benötigt. 

Betonherstellung braucht grobkörnigen Sand

Grobkörnig muss er sein, mit Ecken und Kanten, wie er auf dem Meeresboden oder an Stränden vorkommt. Die vom Wind glatt geschliffenen runden Sandkörner des Wüstensandes eignen sich zur Betonproduktion nicht. Und so kommt es zu der paradoxen Situation, dass Wüstenstaaten wie Dubai teilweise riesige Mengen an Sand importieren. Für den Bau des mit 828 Metern derzeit höchsten Gebäudes der Welt – dem Burj Khalifa – musste Sand aus Australien verwendet werden. Die Knappheit von Bausand führt wiederum dazu, dass etwa auf Sansibar Strände und in Indonesien beispielsweise ganze Inseln verschwinden. Und für genau dieses Problem hat ein über 70-jähriger Deutscher jetzt eine Lösung gefunden.

Für den Bau des Burj Khalifa musste Sand aus Australien verwendet werden. Foto: © Patrick Reindl / Pixabay
Für den Bau des Burj Khalifa musste Sand aus Australien verwendet werden. Foto: © Patrick Reindl / Pixabay

Wüstensand für die Herstellung von Beton

Der Chemiker Helmut Rosenlöcher hat für das Münchner Unternehmen MuliCON, das sich mit der Herstellung und Entwicklung von Betonen beschäftigt, ein Verfahren entworfen, das aus der Sicht Rosenlöchers durchaus problemlos zur Betonherstellung in Wüstengebieten angewendet werden kann. Mit seiner Methode kann der Wüstensand zuerst zu feinem Sandmehl gemahlen werden, um dann zu runden Pellets granuliert zu werden. Diese Pellets sind von einer Härte und Stabilität, die ausreichend ist, um in herkömmlichen Betonmischanlagen als Betonzuschlagstoffe verarbeitet werden zu können. Und genau dieses bereits patentierte Verfahren soll in Zukunft ermöglichen, dass vor allem in Wüstenregionen mit eben jenem, bereits vorhandenem Rohmaterial gebaut werden und dadurch der Import von Sand sowie das damit verbundene Verschwinden von Stränden und ganzen Inseln verhindert werden kann.

Quellen: trendsderzukunft.de, multicongroup.com, fr.de, gruenderszene.de / Fotos: © Falkenpost (1), Patrick Reind (1) via Pixabay 


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