Das Wasserleitungskraftwerk Gaming in der niederösterreichischen Gemeinde Gaming ist ein technisches Unikat: Es liegt direkt an der zweiten Wiener Hochquellenleitung, die Hochquellwasser aus dem Alpenraum über mehr als 180 Kilometer nach Wien transportiert. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1926 wird das natürliche Gefälle der Leitung genutzt, um Strom zu erzeugen ohne die Trinkwasserqualität zu beeinträchtigen. Das Wasser treibt zunächst die Turbinen an und fließt danach unverändert weiter Richtung Wien.
42 Gigawattstunden Ökostrom pro Jahr
Jährlich erzeugt das Kraftwerk rund 42 GWh Strom, genug für den Bedarf von etwa 12.000 Haushalten. Für die Gemeinde Gaming selbst ist die Bedeutung noch größer: Die erzeugte Energie entspricht dem 11‑fachen des jährlichen Stromverbrauchs aller Haushalte vor Ort.
Perfekte Bedingungen: 220 Meter Höhenunterschied auf 11 Kilometern
Die zweite Hochquellenleitung überwindet auf dem Abschnitt durch Gaming einen natürlichen Höhenunterschied von rund 220 Metern. Diese topografischen Gegebenheiten machen den Standort ideal für die Nutzung von Wasserkraft: Das Wasser liefert Energie, bevor es als Trinkwasser weitertransportiert wird.
Ein frühes Beispiel für nachhaltige Energieerzeugung
Wien Energie betont, dass das Kraftwerk zeigt, wie vorausschauend bereits vor 100 Jahren gedacht wurde. Schon damals erkannte man das Potenzial der Hochquellenleitung für die Stromerzeugung. Auch Bürgermeister Andreas Fallmann verweist auf die lange Tradition der Wasserkraft in Gaming und die Bedeutung für die regionale Energieversorgung.

Wasserkraft mit Tradition
Wien Energie setzt bereits seit 1924 auf Wasserkraft. Heute betreibt das Unternehmen 26 Wasserkraftwerke in Österreich und hält Beteiligungen an großen Anlagen wie Freudenau, Greifenstein und mehreren Innkraftwerken. Gaming ist eines der traditionsreichsten Kraftwerke im Portfolio und eines der wenigen, das direkt mit der Trinkwasserversorgung verbunden ist.
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Bild: Wien Energie