„Aus Erde sind wir gemacht, wir ernähren uns aus ihr und zu Erde werden wir wieder werden“. Gaea (Mutter Erde) nährt uns und darum müssen wir uns um ihr Wohlergehen…

„Aus Erde sind wir gemacht, wir ernähren uns aus ihr und zu Erde werden wir wieder werden“. Gaea (Mutter Erde) nährt uns und darum müssen wir uns um ihr Wohlergehen kümmern, da wir sonst verhungern, verdursten oder ersticken müssen. Das sind alles Binsenweisheiten, die jedes Kind schon im Mutterlaib erfährt, doch sobald es „erwachsen“ wird, ist all das vergessen. Seit Geld die alles beherrschende Droge wurde, hat alles andere, selbst das eigene Wohlergehen seinen Wert verloren. Arbeiten wir also letztlich an dem eigenen, schleichenden Tod?

Wir zerstören, was uns ernährt

Der Bodenatlas 2015, den die Heinrich Böll Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Institute for Advanced Sustainability Studies, dem Bund für Umwelt- und Naturschutz und Le Monde diplomatique zum Internationalen Jahr der Böden herausgegeben hat, listet akribisch auf, wie sehr und mit welcher exponentiell zunehmenden Geschwindigkeit die Menschen der Industrienationen ihre Lebensgrundlage zerstören, einzig auf der Jagd nach dem schnellen Geld.
Geld kann man nicht essen, nicht trinken und nicht einatmen, aber unser Gehirn hat es nun einmal als „Platzhalter“ für all das gespeichert und spornt uns permanent an, nur diesen Zahlen hinterherzujagen, die uns dann schon in die Lage versetzen würden, ein „erfülltes Leben in Wohlstand und Frieden zu führen“. Ein fataler Irrtum, und der Weg dahin ist voller Blut und Zerstörung. Wenn es nicht gelingt, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, diese Menschen „auf Entzug zu setzen“ wird der homo sapiens sapiens keine Zukunft haben.

Verbrannte Erde auf der Jagd nach Macht, der Macht des Kapitals

Allein durch Kriegsfolgen (Landminen, Explosivstoffe, Kampfgas) sind an die 100 Millionen Hektar Ackerland, welches eine halbe Milliarde Menschen ernähren könnte, auf lange Zeit verloren. Noch weitaus größer ist der Verlust an Böden durch die Folgen des „atomaren Rausches“, also durch Kernwaffentests, deren Einsatz, durch Reaktorunfälle und Lagerung radioaktiver Abfälle. Weiterhin zerstört die industrielle Landwirtschaft in jedem Jahr Millionen Hektar allein durch ihre völlig wiedersinnige Art der Bewirtschaftung. Die Chemieindustrie ist eine der unheilvollsten Errungenschaften der „zivilisierten“ Gesellschaften, sie zerstört massiv nicht nur unsere gesamte Mitwelt, sondern auch die Menschen selbst. Eine weitere unheilvolle Entwicklung durch die Industrialisierung ist die „Verstädterung“ der Landschaften in Verbindung mit der dafür erforderlichen Infrastruktur. Irrsinnig übervölkerte Orte vernichten kostbare Bodenflächen, saugen Energie aus der Umgebung auf und stoßen Unmengen an Abfällen und Schadstoffen aus.
Die „Natur“, also insbesondere die Pflanzenwelt und Kleinlebewesen übernehmen relativ schnell selbst vermintes und kontaminiertes Gelände, ja selbst verwaiste Städte und passen sich allen noch so vernichtenden Eingriffen an. Größere Lebewesen und natürlich der Mensch selbst haben diese Chance, an vielen Stellen auf Jahrtausende dagegen nicht.

Kann eine „grüne Industrie“ uns retten?

Auch die Befürworter einer „alternativen Industriegesellschaft“ müssen ihr Denken verändern. Industrielle Produktion ist das Übel an sich und wird nicht besser, wenn sie einen grünen Anstrich bekommt. Sämtliche tollen Produkte der alternativen Energieerzeugung, vom Solarmodul bis zum Windrad, ja jedes elektronische Bauteil, vom Handy bis zur smarten Steuerung eines Gebäudes benötigen Rohstoffe, deren Abbau alles andere als grün oder nachhaltig sein kann. Für jede Tonne eines der hierfür erforderlichen Metalle müssen hunderttausende Tonnen Boden bewegt werden, werden wiederum Millionen Hektar Ackerboden geopfert und Wasser und Luft nachhaltig zerstört. Die Zerstörung der Urwälder und der exzessive Anbau auf Monokulturen für Biotreibstoffe oder Biogas haben nichts mit einer intelligenten Ökologie zu tun, sondern sind der gleiche Bullshit wie zuvor, sozusagen das gleiche in grün.
Es reicht nicht Geld für nachhaltig zu erklären, diese Droge ist tödlich, egal in welcher Farbe. Das gesamte System des „Lebens auf diesem Planeten“ muss wieder in ein Gleichgewicht gebracht werden. Das können aber die westlichen Wissenschaftler und Ingenieure in der Regel nicht einmal denken, geschweige denn ein Konzept dafür entwickeln.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Überall dort, wo das geldgesteuerte – also das kapitalistische – industrielle System nicht oder noch nicht funktioniert, ist „das Leben“ noch einigermaßen in einer Balance, geht es den Menschen gut. So leben die Menschen in Kubas Hauptstadt Havanna weltweit am gesündesten Es funktioniert die Versorgung mit – traditionell, also chemiefrei erzeugten – Lebensmitteln perfekt. Dort, wo Viehherden noch relativ frei umherziehen können, zerstören sie nicht die Böden, sondern erhalten oder schaffen sie – für ihre Ernährung – sogar in Savannen und anderen Trockengebieten. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Flächen „niemandem gehören“. In tausenden kleinen Projekten schaffen sich Menschen selbst in den Megastädten Flächen, auf denen sie ihre Nahrung anbauen, eine Wiederbelebung der Allmende. 72 Prozent der weltweiten Landwirte bewirtschaften Flächen unter einem Hektar Fläche, 94 Prozent bewirtschaften weniger als 5 Hektar. Wenn all diese Bauern es schaffen, auch in Zukunft ohne Chemie zu arbeiten und weiter so zu wirtschaften, wie es seit Jahrtausenden tun, können sie als Muster herhalten, für die wenigen industriellen „Lebensmittelproduzenten“ , die sich nicht Landwirte nennen dürften , und die noch den größten Anteil der Flächen besitzen. Der Bodenatlas weist nach, dass die Klein- und Kleinstbauern auf ihren Flächen weitaus mehr Nahrungsmittel, die auch tatsächlich Nahrung sind erzeugen, als die „Bodenfresser“ der modernen Welt. Und selbst Fleisch lässt sich, auf die „alte Art“ in mehr als ausreichender Menge erzeugen, wobei dies noch ein weiterer Weg zur Erhaltung von Boden, Wasser und Luft sein kann.
Der Zusammenbruch des angeblich so sieg- und segensreichen westlichen Systems hat längst begonnen. Das Leiden der Menschen nimmt rapide zu. Blind in ihrer Sucht blenden viele Menschen dieses noch aus, doch die meisten von uns haben in Wahrheit schon lange begriffen, dass man Geld nicht wirklich essen kann.
http://www.heute.de/bodenatlas-will-fuer-schutz-der-boeden-sensibilisieren-fruchtbarkeit-wichtig-fuer-sicherung-der-ernaehrung-36623514.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/moderner-kolonialismus-landnahme-mit-katastrophalen-folgen-a-1011754.html

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