Wien nimmt 13 neue Landstrom Anlagen in Betrieb. 17.350 Tonnen weniger CO₂ pro Jahr, deutlich bessere Luft und spürbar weniger Lärm entlang der Reichsbrücke und im Hafen Freudenau.

Wien macht einen weiteren Schritt hin zu einer leiseren und saubereren Schifffahrt: Entlang des Donauufers wurden 13 neue Landstrom‑Anlagen in Betrieb genommen: beim Schifffahrtszentrum Reichsbrücke und im Hafen Freudenau. Damit können Kabinenschiffe während ihrer Liegezeit erstmals flächendeckend mit 100 % Ökostrom versorgt werden.

Für Wien ist das ein großer Fortschritt: Rund 2.700 Kabinenschiffe legen jedes Jahr allein an der Reichsbrücke an und bringen mehr als 400.000 Besucher*innen in die Stadt. Bisher liefen während der Aufenthalte fast durchgehend Dieselgeneratoren. Mit der neuen Infrastruktur lassen sich nun 17.350 Tonnen CO₂ pro Jahr vermeiden und die Luft- und Lärmbelastung sinkt spürbar.

Warum Landstrom so wichtig ist

Ein durchschnittliches Kabinenschiff verbraucht im Hafen so viel Strom wie ein österreichischer Haushalt im ganzen Jahr. Bisher erzeugten Dieselaggregate diese Energie.

Mit Landstrom läuft der gesamte Bordbetrieb – von der Beleuchtung über die Klimaanlagen bis zur Küche – nun über das lokale Stromnetz. Und das ausschließlich mit Ökostrom von Wien Energie.

Bis zu 50 Schiffe gleichzeitig versorgt

Nach einem erfolgreichen Testbetrieb im Herbst 2025 ist die Infrastruktur nun voll einsatzbereit.
Die Eckdaten:

  • 13 Landstrom‑Stationen
  • Versorgung von bis zu 50 Schiffen gleichzeitig
  • 25.000 Meter Kabel neu verlegt
  • Standardisierte Powerlock‑Anschlüsse, die entlang der Donau bereits etabliert sind
  • Abrechnung nach Kilowattstunden, wie bei E‑Mobilität üblich

Mehr Ruhe und bessere Luft am Donauufer

Die Reichsbrücke ist nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, sondern auch ein beliebtes Freizeitgebiet.
Durch die Umstellung auf Landstrom profitieren besonders:

  • Anrainer*innen
  • Spaziergänger*innen
  • Radfahrer*innen
  • Besucher*innen der Donauinsel

Weniger Lärm, weniger Abgase, weniger Vibrationen ergeben ein deutlich angenehmeres Umfeld.

Landstromanlage bei der Anlegestelle Donauraum

Ein weiterer Baustein der Wiener Energiewende

Mit der Inbetriebnahme der Anlagen ist Wien nun Teil eines durchgängigen Landstrom‑Netzes entlang der österreichischen Donau. Kein anderer Standort hat dabei einen so hohen Energiebedarf wie Wien – wegen der vielen Schiffe und langen Liegezeiten.

Das Projekt wird über die EU‑Förderung „Connecting Europe Facility“ kofinanziert und zeigt, wie moderne Hafeninfrastruktur und Klimaschutz zusammengehen können.

Sauberer Strom für eine leisere Donau

Die neuen Landstrom‑Anlagen sind ein Beispiel dafür, wie Klimaschutz im Alltag wirkt – nicht nur auf Straßen, sondern auch auf dem Wasser. Sie reduzieren Emissionen, verbessern die Lebensqualität und machen die Schifffahrt in Wien spürbar umweltfreundlicher.


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Bild: Wien Energie/Johannes Zinner