Die neue Batteriefähre Baltic Whale verbindet jetzt Rødby und Puttgarden vollelektrisch. Angetrieben von einer 10 MWh Batterie die in nur 12 Minuten geladen ist.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Batteriefähre „Baltic Whale“ setzt die Reederei Scandlines einen markanten Schritt in Richtung emissionsfreie Schifffahrt. Das vollelektrische Schiff verbindet seit Kurzem Rødby in Dänemark mit Puttgarden auf Fehmarn – erstmals komplett ohne direkte Emissionen. Mit einem Investitionsvolumen von 84 Millionen Euro zeigt Scandlines, dass selbst eine traditionell fossile Branche bereit ist, neue Wege zu gehen.

10 MWh Batterie – eine der größten im Fährbetrieb

Für die 18,5 Kilometer lange Strecke benötigt die Fähre rund 45 Minuten. Angetrieben wird sie von einem 10‑MWh‑Batteriesystem, einem der leistungsstärksten im maritimen Einsatz.

Damit der Betrieb ohne Verzögerungen läuft, wird die Batterie während der kurzen Hafenliegezeiten innerhalb von nur zwölf Minuten nachgeladen. Möglich macht das eine speziell errichtete Hochleistungs-Ladeinfrastruktur, die enorme Energiemengen in kürzester Zeit übertragen kann.

Leiser für die Meere: Schutz für den bedrohten Schweinswal

Der Name „Baltic Whale“ ist bewusst gewählt: Er verweist auf den in der Ostsee heimischen Schweinswal, eine bedrohte Art, die stark unter Unterwasserlärm leidet.

Elektromotoren verursachen deutlich weniger Schall als konventionelle Schiffsantriebe – ein Vorteil, der die Lebensbedingungen der Meeressäuger spürbar verbessert. Das Projekt verbindet damit technologische Innovation mit konkretem Naturschutz.

Baltic Whale hat Platz für 66 LKW

Die „Baltic Whale“ ist in erster Linie für den Güterverkehr ausgelegt. Sie bietet:

  • Platz für 66 LKW
  • Kapazität für bis zu 140 Passagiere
  • die Möglichkeit, Gefahrgut sicher zu transportieren

Für Notfälle stehen Dieselgeneratoren bereit – im regulären Betrieb sollen sie jedoch nicht eingesetzt werden.

Elektrifizierung der Fährflotte: Ein Trend mit Zukunft

Umweltorganisationen bewerten die Einführung der Fähre als wichtigen Fortschritt. Studien zeigen, dass ein großer Teil der europäischen Fährflotte bis 2035 elektrifiziert werden könnte – teilweise sogar wirtschaftlicher als mit fossilen Antrieben.

Die „Baltic Whale“ macht deutlich, dass die Elektrifizierung der Schifffahrt längst keine Vision mehr ist. Sie erhöht den Druck auf andere Reedereien, vergleichbare Lösungen umzusetzen und den Übergang zu saubereren Technologien zu beschleunigen.


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Bild: Scandlines