Zwei französische Wissenschafter fermentieren in New York Kaffee, ohne dass dabei Tieren Leid zugefügt wird.

Der Vorgang der Fermentation wird für die Verbesserung unterschiedlicher Genussmittel genutzt. Tee, Käse, Bier, Wein und vieles mehr wird durch diesen biologischen Prozess besser. Auch das Aroma von Kaffee kann man so verändern und verbessern. Genau das machen zwei französische Wissenschafter, Camille Delebecque und Sophie Deterre. Ihr in New York City angesiedeltes Start-Up-Unternehmen Afineur fermentiert und röstet Kaffeebohnen.

Die meisten haben bestimmt schon einmal von Civet Kaffee oder Kopi Luwak gehört. Das ist der teure Kaffee, für den die Kaffeekirschen erst einmal durch den Verdauungstrakt von Fleckenmusangs, einer asiatischen Schleichkatzenart, wandern und dort einem Fermentierungsprozess ausgesetzt sind. Für die Erzeugung dieses Kaffees werden die Fleckenmusangs in Gefangenschaft gehalten, die Haltung und auch die Ernährung ausschließlich mit Kaffeebohnen ist alles andere als artgerecht.

Bei Afineur werden die grünen Kaffeebohnen vor dem Rösten ebenfalls fermentiert, allerdings ganz ohne Tierquälerei. Spezielle Mikroorgansimen werden hier eingesetzt, diese „saugen“ gewisse unerwünschte Aromen aus den Kaffeebohnen und fügen gleichzeitig andere hinzu. Nach diesem zwei Tage dauernden Prozess werden die Bohnen geröstet, was sie auch wieder sterilisiert, und wobei sie ihr volles Aroma entfalten. Je nachdem welche Mikroorganismen verwendet werden, werden Bitterkeit, Säure oder Gerbstoffe unterschiedlich stark verringert. Dadurch treten die fruchtig-süßen Aromen des Kaffees stärker hervor.

afineur

Wer den fermentierten Kaffee von Afineur kosten will, kann ihre Kickstarter Kampagne unterstützen. Diese wurde am 29. Juli gestartet und war innerhalb von sechs Stunden zur Gänze finanziert. Auf Grund der großen Nachfrage hat man das Angebot aber erweitert. Kleine Afineur-Kaffeepackungen sind ab 29 US-Dollar erhältlich. Größere Probier-Pakete, bei denen man auch eine kleine Menge unfermentierte Kaffeebohnen dazubekommt, um direkt vergleichen zu können, gibt es auch. Geliefert wird voraussichtlich im Dezember 2015.

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Titelbild: Nate Steiner, Wikimedia
Bild: afineur

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