Frankreichs Regierung vergibt in Zukunft keine neuen Lizenzen für die Förderung von Öl und Gas.

Emmanuel Macrons Regierung stoppt nicht nur alle Fracking-Projekte wie angekündigt, sondern setzt auch der Öl- und Gasförderung langsam ein Ende. Die französische Regierung hat beschlossen in Zukunft keine Öl- und Gasförderlizenzen mehr zu vergeben, verkündete der französische Umweltminister Nicolas Hulot kürzlich. Momentan gibt es in Frankreich 64 aktive Öl- und Gasbohrfelder, welche eine Gesamtfläche von 4.000 Quadratkilometern umfassen. Aus diesen Feldern deckt Frankreich rund 1 Prozent seines eigenen Ölbedarfs, der Rest wird importiert.

Die von Hulot angekündigte Maßnahme gilt allerdings nur für neue Lizenzen, an bestehenden Lizenzen wird nichts geändert. Hulot begründet dies damit, dass ein plötzliches Aus für bereits vergebene Lizenzen zu Klagen der Explorationsunternehmen führen würde, welche für die Regierung finanziell nicht zu bewältigen wären. Dies bringt dem Umweltminister natürlich Kritik von Umweltschutzorganisationen ein. Die Organisation Friends of the Earth fürchtet, dass die bereits vergebenen Lizenzen verlängert werden könnten. Außerdem warten 132 Ansuchen darauf genehmigt zu werden und auch diese sind von der neuen Regelung nicht betroffen.

Präsident Macron selbst plant unter dessen gemeinsam mit dem kalifornischen Klimabeauftragten Arnold Schwarzenegger einen globalen Pakt für Umweltgerechtigkeit. Laut Macron wolle man diesen im September den Vereinten Nationen vorstellen. Als Motto für ihr gemeinsames Projekt haben Schwarzenegger und Macron „Make our planet great again!“ gewählt. Dieser Spruch ist natürlich ein deutlicher Seitenhieb auf US-Präsident Trump, der kürzlich den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ankündigte. Für Macron war es nicht der erste Seitenhieb auf Trumps Klimapolitik, er hatte bereits vor einiger Zeit US-Klimaforscher eingeladen, nach Frankreich zu kommen, wo sie ihre Arbeit fortzusetzen könnten. Macron hat seit seinem Amtsantritt ehrgeizige Klimapläne präsentiert. Bis 2022 will seine Regierung den Anteil erneuerbarer Energien verdoppeln, nämlich von 15 auf 30. Bis dahin will Macron auch alle Kohlekraftwerke schließen lassen.

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