In Frankreich sollen Straßen mit Photovoltaikbeschichtung entstehen.

Wir haben hier bereits mehrmals über Projekte und Ideen berichtet, bei denen das bestehende Straßennetz als Standort für Photovoltaikanlagen dienen soll. In den Niederlanden gibt es bereits eine Teststrecke auf der Solarpaneele der Firma SolaRoads auf die Fahrbahn aufgebracht wurden, die Ergebnisse dort haben die Erwartungen übertroffen. Die ursprüngliche Idee zu Straßenbelägen, die Solarenergie generieren können, stammt vom amerikanischen Ehepaar Brusaw, denen auch die Firma SolarRoadways gehört.

Auch die Firma Colas hat sich, gemeinsam mit dem Französischen Nationalinstitut für Solarenergie, mit der Entwicklung strapazierfähiger, leistungsstarker Photovoltaik-Straßenbelägen beschäftigt. Nach fünf Jahren intensiver Entwicklungsarbeit, will man dieses Frühjahr damit beginnen, in den nächsten fünf Jahren insgesamt 1.000 Kilometer von Frankreichs bestehendem Straßennetz mit Colas sogenannten Wattway Solarsystem auszustatten. Ihr System hat den großen Vorteil, dass es direkt auf den bestehenden Straßenbelag aufgebracht werden kann.

Wattways basiert auf sieben Millimeter dünnen Photovoltaik-Platten, die in mehreren Schichten aufgebaut sind. Die Solarzellen selbst sammeln die Energie über polykristallines Silizium. Trotz der geringen Dicke sind die Wattway-Platten äußerst robust und halten auch starkem Autoverkehr und großen LKWs stand. Wichtig für die Entwickler war außerdem, dass die Fahreigenschaften auf den Solarpaneelen möglichst so sind, wie auf normalen Asphaltstraßen. Deshalb ist die Oberfläche mit einem Granulat aus Glas und Kunstharz überzogen. Laut Colas führt dies, verglichen mit einer reinen Glasoberfläche, nur zu einem äußerst geringen Energieverlust.

Laut Entwicklerangaben reicht eine Fläche von 20 Quadratmetern Wattways aus, um einen durchschnittlichen französischen Haushalt mit Energie zu versorgen. Wenn man rund einen Kilometer Straße mit den Solarplatten pflastert, könnte man die gesamte öffentliche Beleuchtung einer Kleinstadt mit 5.000 Einwohnern betreiben. Auch Verkehrsampeln könnten mit dem System betrieben werden und sogar eine Kombination mit einem Induktionsladesystem für Elektroautos ist laut Herstellern denkbar. Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal erwägt eine Sondersteuer auf erdölbasierte Kraftstoffe, um damit die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur zu finanzieren, somit also auch den Bau der Wattway-Straßen. Was die Verlegung von 1.000 Kilometern Wattway kosten wird, wurde bisher allerdings noch nicht bekannt geben.

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Bild: Joachim Bertrand / COLAS

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