Warum sollen Straßen nur zum Fahren da sein? Sie können auch Strom produzieren! Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit mit Prototypen hat Solar Roadways endlich einen funktionsfähigen Solarparkplatz im Praxistest: das Projekt Solar-Straße kommt ins Rollen.

Dass Straßen nicht zwingend nur zum Fahren da sein müssen, das sagt einer schon seit langem. Scott Brusaw, Chef von Solar Roadways und Ehemann von Julie Brusaw, der Erfinderin des Konzepts, versucht unermüdlich, richtig stabile Solarpaneele zu entwickeln. Denn wenn es Solarstraßen geben soll, dann müssen sie Bremsmanöver von schweren Lastzügen aushalten können.

Energieleben.at hat 2011 darüber berichtet.

Die Stabilität des Materials ist dabei im wahrsten Sinne des Wortes der Knackpunkt. Solarzellen müssen empfindlich sein, damit sie möglichst viel Strom aus der Sonnenenergie zu gewinnen.

Unabhängigkeit vom Öl

Aber die Idee an sich ist revolutionär und würde die ersehnte Unabhängigkeit vom Öl bringen, denn ungezählte Quadratkilometer Straße saugen bisher ganz unproduktiv die Wärme der Sonne in sich auf und sind ansonsten als harte Asphaltkruste mitten in der Landschaft außer zum darauf fahren zu nichts nütze.

Abgesehen davon, dass bisher nicht nur für den Sprit, sondern auch für den Straßenbelag selbst Erdöl als Rohstoff benötigt wird.

Vom Prototyp zur Realität

Die Jahre der Mühsal haben langsam gefruchtet. Seit 2009 gibt es Forschungsförderung vom Staat. Und nach den ersten, noch unausgereiften Prototypen jetzt endlich den ersten echten Einsatz.

In Sandpoint, Idaho, unweit der kanadischen Grenze, gibt es nun testweise den ersten Solarparkplatz. Das erlaubt weitere Experimente, ohne den Straßenverkehr zu behindern.

Drei Schichten Solarstraße

Die oberste Schicht der Paneele ist aus Hartglas. Sie bietet so viel Haftung wie eine normale Straße, auch bei Regen. Unter der harten Glasschicht haben die Brusaws LED-Leuchten eingebaut – für die Bodenmarkierungen – und eine Heizung, um Eis abzutauen.

In der Schicht darunter befinden sich Steuermodule für die LEDs und zur Kommunikation mit den benachbarten Straßenmodulen.

Ganz unten folgen die Leitungen, die den gewonnenen Strom zu Ladestationen für Elektroautos oder in benachbarte Häuser leiten – und es gibt auch Kabelschächte für Fernseh- und Telefonleitungen.

Wassersammler

Weil die Hartglasschicht ebenso wasserundurchlässig ist wie Asphalt, haben die Brusaws an den Straßenrändern Kanäle konzipiert, in denen Regenwasser abläuft, gefiltert und für die Bewässerung von Feldern eingesetzt wird.

Nachteile?

Was spricht gegen eine Solarstraße?
Der Preis.
Die Hartglas-Solarpaneele der von Solar Roadways kosten dreimal so viel wie eine herkömmliche Asphaltstraße. Aber: die produziert dafür auch keinen Strom.

Die Ausbeute ist nicht perfekt – vor allem, weil die Solarpaneele flach auf dem Boden liegen, statt sich nach dem Sonnenstand auszurichten – aber das ist ein Nachteil, mit dem man leben muss, wenn man Straßen zur Stromgewinnung nutzen will.

Dokumentation zum Projekt (englisch):

Eine Straße, die für sich selbst Geld verdient: Promotion-Video (englisch)

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