Ganz ohne Natur geht es eben nicht. Steigende Ozonwerte machen Stadtbewohnern auf der ganzen Welt zu schaffen. Ein innerstädtisches Ökosystem soll Abhilfe schaffen. In Mailand wächst ab heuer der so…

Ganz ohne Natur geht es eben nicht. Steigende Ozonwerte machen Stadtbewohnern auf der ganzen Welt zu schaffen. Ein innerstädtisches Ökosystem soll Abhilfe schaffen. In Mailand wächst ab heuer der so genannte „Bosco verticale“. Zwei bepflanzte Hochhäuser sollen das Grün zurück in die Stadt bringen.

Durch den allgemeinen Bevölkerungszuwachs, einem rasanten Wachsen der Städte und deren dichte Verbauung im 20. Jahrhundert blieb kaum noch Platz für Grünanlagen. Der italienische Architekt Stefano Boeri versucht, urbane Architektur und Vegetation zu vereinen. Sein Design ist eine Antwort auf die Urbanisierung und das Verschwinden der Natur aus unserem Leben.

In Mailand wird an den beiden weltweit ersten Hochhäusern mit bepflanzten Fassaden gebaut. Die beiden Türme sind 100 Meter beziehungsweise 76 Meter hoch und werden über 900 Bäume beherbergen. Dazu kommen noch tausende Büsche und Bodendecker-Pflanzen. Die Grundidee folgt der in der Natur zu beobachtenden vertikalen Schichtung eines Lebensraumes.

Auf den beiden Hochhäusern sollen in etwa so viele Pflanzen angebracht werden, wie in einem natürlichen Wald auf der bebauten Fläche der beiden Hochhäuser wachsen würden. Rund 10.000 Quadratmeter Baumbestand, der nach oben hin wächst, bedeckt die Anlage.

Wasser, Luft und Schatten

Das Projekt widersetzt sich einem rein technisch-mechanischen Zugang zu nachhaltigem Bauen. Ein Bewässerungssystem, das Abwasser aufbereitet, dient der Erhaltung der Pflanzen. Solaranlagen werden beide Häuser mit Strom versorgen. Die grüne Fassade hilft, Luftverschmutzung zu vermindern. Die Bewohner der Häuser werden zusätzlich vor schädlicher Strahlung und Lärm geschützt.

Bei der Klimatisierung der Gebäude wird der vertikale Wald eine entscheidende Rolle spielen: Im Sommer schützen die Blätter der Bäume die Wohnanlage vor direkter Sonneneinstrahlung, im Winter kann das Licht durch die kahlen Bäume in das Innere der Räume vordringen.

Gegenpol zu den Betonwüsten

Die grünen Fassaden der insgesamt 27 Stockwerke werden einen Kontrapunkt zu den Betonwüsten des innerstädtischen Bereichs bilden. Geht es nach der Mailänder Verwaltung sind die beiden 70 Millionen Euro teuren Gebäude der Anfang für einen Grüngürtel namens BioMilano der rund 60 verlassene landwirtschaftlicher Betriebe als gemeinschaftlich nutzbare Flächen revitalisieren soll.

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