Auch auf nicht-elektrifizierten Zugstrecken ist emissionsfreier Zugverkehr möglich!

Das weltweit tätige französische Unternehmen Alstom, hat einen Zug entwickelt, der auf nicht-elektrifizierten Bahnstrecken emissionsfrei betrieben werden kann. Der Coradia iLint ist laut Hersteller-Website der erste Niederflurzug weltweit der mit Wasserstoff angetrieben wird. Auf dem Dach des Zuges befindet sich ein Wasserstofftank und die Brennstoffzelle, die für den umweltfreundlichen Betrieb des Zuges sorgen. Wie der Zug betrieben wird, wird auch auf den Sitzbezügen angedeutet, denn hier sind die chemischen Verbindungen H-H und H-O-H abgebildet.

Mit einer Füllung des Wasserstofftanks kann der iLint bis zu 1000 Kilometer zurücklegen und Höchstgeschwindigkeiten von 140 Stundenkilometern erreichen. In der Brennstoffzelle kommt es zur Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff, wodurch elektrische Energie gewonnen wird. Die gewonnene Energie, welche nicht direkt für den Antrieb benötigt wird, wird in einer Lithium-Ionen-Batterie gespeichert, welche sich unter dem Zug befindet. Die mittels Rekuperationsbremsen gewonnene Energie wird ebenfalls in die Li-Ion-Batterie eingespeist. Diese Energie aus der Batterie dient vor allem dazu, den Zug bei der Beschleunigung mit mehr Energie zu versorgen. Der Zug verfügt auch über ein Smart-Energy-System, das dafür sorgt, dass Energie automatisch dorthin geleitet wird, wo sie gerade benötigt wird. Das kann der Antrieb, aber auch die Beleuchtung im Zuginneren sein.

Video: http://cdn.streamlike.com/uc/getCode?swfskin=11&colorskin=11&player=3&code=1&controlbar=bottom&object=1&width=900&height=506&bw_mode=1&subtitle=false&mod1=22&med_id=d529356bcccad7f5&width=900&height=506&t=38.759779&width=100%&autostart=false

Der Zug, in dem bis zu 300 Passagier Platz finden, soll – verglichen mit einem Dieselzug – bis zu 700 Tonnen CO2 jährlich einsparen können. Die einzigen Emissionen die der iLint ausstößt sind Wasserdampf und Kondenswasser. Im Vergleich zu einem Dieselzug ist der iLint auch leiser. Selbst dann noch, wenn er seine Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern erreicht, liegt die Geräuschemission 5 Dezibel unter der eines Dieselzugs. Alstom bietet ein Gesamtpaket an, das aus dem Zug, der Wartung und der gesamten Infrastruktur besteht, die für den Wasserstoffbetrieb benötigt wird.

Genau dieses Gesamtpaket wurde am 16. September in Bremervörde, Deutschland angenommen und somit auch gleichzeitig ein neues Bahnzeitalter eingeläutet.Europas größter Schienenfahrzeugbauer Alstom, Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsministerium, das Bundesverkehrsministerium sowie die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) sowie die ganze Welt schaute zu als dort der erste Triebzug mit Brennstofftechnologie, der Null Emissionen einfuhr. Gleich am nächsten Tag wurden Fahrgäste mit zwei dieser Züge befördert und dann zum ersten Mal regulär im öffentlichen Linienverkehr und nach festem Fahrplan.

„Dies ist ein bedeutender Tag für die Zukunft der Mobilität. Der weltweit erste Wasserstoff-Brennstoffzellenzug nimmt den regulären Fahrgastbetrieb auf und ist somit serienreif“

 betonte Henri Poupart-Lafarge, Präsident und CEO von Alstom, in Bremervörde. 

Vorerst dürfen jedoch nur Reisende im Elbe-Weser-Netz der evb mit dem Zug fahren. Auf einer knapp 100 km langen Strecke zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude ist die Coradia iLint unterwegs und die bisherigen Dieseltriebwagen werden ersetzt. Weitere 14 Wasserstoffzüge von Alstom sollen im Jahr 2021 an die LNVG ausgeliefert werden und in Betrieb gehen. 


Mehr zu Mobilität

In dieser Kategorie sammeln sich Innovationen rund um den Einsatz von Solarenergie, Windkraft und Elektromobilität sowie Beiträge zur Förderung der Sicherheit im Straßenverkehr. Mit folgenden Links gelangst du der Reihe nach zu mehr Artikel in diesem Themenbereich für Einsteiger bis zu Profis.

Bild: Pexels

1 Kommentar

  1. Wäre da nicht der schlechte Wirkungsgrad!

    Auch in der E-Auto-Szene wird das Thema Wasserstoffantrieb sehr kontrovers diskutiert.

    Fakt ist, bei der Erzeugung von Wasserstoff mittels Strom aus erneuerbarer Produktion (ich hoffe eine andere Energieform kommt nicht in Frage!) und der Rückumwandlung zum Betrieb eines E-Motors, unter Einbezug eines notwendigen Akkus, kommt im besten Fall 1/3 der ursprünglich eingesetzten Energie auf die Räder.

    Gerade bei einer gleichbleibenden Strecke bietet sich ein Elektrifizieren regelrecht an.
    Einmal die Oberleitungsinstallation gemacht und wahrscheinlich für 100 Jahre problemloser Betrieb mit garantiert bestem Wirkungsgrad.
    Mit zusätzlicher Nutzung der Rekuperation Energie ist die beste Energieausnutzung und der derzeit umweltverträglichste Betrieb garantiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*