Dachdecker - Bild: SXC
Dachdecker - Bild: SXC
Eine der ganz wesentlichen Entscheidungen beim Hausbau ist die der Dachform. Die Wahl des richtigen Dachs will wohl überlegt sein. Jede Dachform bringt ihre ganz speziellen Eigenschaften mit. Gleich vorweg:…

Eine der ganz wesentlichen Entscheidungen beim Hausbau ist die der Dachform. Die Wahl des richtigen Dachs will wohl überlegt sein. Jede Dachform bringt ihre ganz speziellen Eigenschaften mit.

Gleich vorweg: Es gibt gute Gründe, warum sich in verschiedenen Regionen verschiedene Dachformen durchgesetzt haben. Im Regelfall hat die dominierende Dachform mit Klima und Wetter zu tun.
Niederschlagsmenge, Schnee oder Hitze, Windrichtung und Windstärke – das sind einige der ganz wesentlichen Einflüsse auf die Entscheidung fürs richtige Dach, noch bevor wir zu den Fragen von Wärmedämmung und Energieeffizienz kommen.

Flachdach

Ein Flachdach wiegt deutlich weniger als ein Steildach und ermöglicht oft eine besondere Nutzung der Dachfläche – bis hin zum Einbau von Oberlichten oder der Nutzung als Dachterrasse. Beim Wohnraum direkt darunter müssen keine Abstriche gemacht werden. Auf der anderen Seite stellt die Abdichtung die besondere Herausforderung bei Flachdächern dar; in Gegenden mit starkem Schneefall empfehlen sich Flachdächer eher nicht, obwohl moderne, tragfähige Materialien und einwandfreie, feuchtigkeitsbeständige Verarbeitung Flachdächer heute unter allen klimatischen Umständen gestatten.

Giebeldach

Das Giebel- oder Satteldach ist der Klassiker unter den Dachformen in niederschlagsreichen Klimazonen. Ein Dachfirst in der Mitte, Dachschrägen, an denen Regen und Schnee abgleiten können.
Ist eine der Dachschrägen kürzer als die andere, spricht man von einem asymmetrischen Satteldach. Die geradlinige Ausführung vereinfacht die Konstruktion, Giebeldächer sind daher in der Errichtung meist günstiger als spezielle Dachformen.

Dachziegel - Bild: SXCMansarddach oder Mansardendach

Bei der Dachform Mansarddach (bei uns auch Mansardendach) liegen die Dachflächen oben flacher auf; nach einem Knick fallen sie im unteren Bereich steil ab. Der größte Vorteil ist, dass das Dachgeschoss darunter so fast ohne Abstriche als vollwertiger Wohnraum nutzbar ist. Am augenfälligsten treten Mansarddächer auf den modernen Energiesparhäusern in Erscheinung, sie sind jedoch keine neue Erfindung. Schon im Barock wurde gern mit Mansarddächern gearbeitet – ursprünglich aus steuerlichen Gründen, weil nur „Vollgeschosse“ von der Grundsteuer erfasst waren.
Nachteile sind die aufwändigere Konstruktion und Probleme beim Anbringen von Solaranlagen oder Photovoltaik-Paneelen.

Pultdach

Das Pultdach besteht aus einer einzigen Schräge. Dadurch entsteht auf der einen Seite – der Schlechtwetterseite – ein optimaler Schutz gegen die Elemente. Auf der anderen – der Sonnenseite – bietet sich die Gelegenheit, mit großen Fensterfronten ein Maximum an Licht einzufangen. Früher war das Pultdach Garagen und Schuppen vorbehalten, doch der im Vergleich zu Giebeldächern oft noch günstigere Preis hat die Variante salonfähig gemacht. Dadurch wurde die Bauform auch für Architekten interessanter. Versetzte Pult-Dächer auf verschiedenen Ebenen sind aufgrund ihrer eigenwilligen Erscheinung sogar häufiger an Designerhäusern zu sehen.

Walmdach

Das Walmdach ist besonders für Zonen mit wechselhaftem Wetter geeignet. Bei dieser Dachform werden auch die bei Giebeldächern offenen Giebelseiten von Dachflächen geschützt – ein Anblick, der in erster Linie von Bauernhöfen bekannt ist.
Ist der „Walm“, also die zusätzliche Dachfläche, kürzer als die Seitendächer, spricht man von einem Schopfwalm oder Schopfdach.

Zeltdach

Eng verwandt mit dem Walmdach ist das Zeltdach, das freilich Spezialfällen vorbehalten ist. Es kommt bei gleichseitigen drei- oder viereckigen Bauten zum Einsatz – in erster Linie auf Türmen. Drei beziehungsweise vier gleich große Dächflächen neigen sich aneinander und bilden eine Spitze. Bei quadratischen Grundflächen spricht man auch von einem Pyramidendach.

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