Greenpeace hat vor kurzem wieder eine neue Studie veröffentlicht. Untersucht wurden zwei der größten Textilfabriken in China, die mit ihren Abwässern die Gesundheit der Bevölkerung und wertvolle Ökosysteme gefährden.

Erschreckendes Ergebnis

Das Ergebnis zeigt, dass in vielen Gewässern eine Reihe gefährlicher Chemikalien darunter auch langlebige und hormonell wirkende Stoffe zu finden sind. Verursacher sind die Textilfabriken, die mit ihrer Ware bekannte Textilhersteller auf der ganzen Welt beliefern. Skrupellos werden die gefährliche Chemikalien in die Flüsse geleitet. Beliefert werden Unternehmen wie

  • Abercrombie & Fitch
  • Adidas
  • Calvin Klein
  • Converse
  • H & M
  • Lacoste
  • Nike
  • Puma

und einige andere mehr. Große Mengen an schadstoffhaltigem, giftigem Abwasser entstehen vor allem bei der Nass-Verarbeitung von Textilien , wie z.B. Färben, Waschen oder Bedrucken.

Was die Chemikalien anrichten

Viele Textilchemikalien haben unerwünschte Eigenschaften. Schwermetalle und einige gefährliche organische Chemikalien können die menschliche Gesundheit und die Umwelt langfristig schädigen. Sie werden nur langsam abgebaut und reichern sich in der Nahrungskette an. Einige können bereits in geringen Konzentrationen das Hormonsystem von Mensch und Tier beeinflussen, andere sind krebserregend oder schädigen die Fortpflanzung. Gefährliches Beispiel: Nonylphenol.

Gefahr ist nicht regional begrenzt

In erster Linie ist natürlich die Bevölkerung der Region betroffen. Die Wasserverschmutzung in China ist im Vergleich zu anderen Ländern auch besonders stark. Die Auswirkungen der Chemikalien sind aber nicht regional begrenzt, denn sie werden durch Meeresströmungen, über die Atmosphäre und über die Nahrungskette auch über große Entfernungen weiter transportiert.

Verantwortung übernehmen

Was allen großen Textilherstellern fehlt, ist ein umfassendes Chemikalienmanagement, denn nur so hätten sie einen Überblick über den Einsatz gefährlicher Chemikalien und deren Freisetzung über ihre gesamte Lieferkette. Sie haben keine Möglichkeit die Verschmutzung zu verhindern und sind deshalb ohne Zweifel mitschuldig am ökologischen Deseaster. Nicht vergessen sollten wir aber, dass auch wir als Konsumenten mit unserer Kaufentscheidung einen Teil der Verantwortung tragen.

Detox Kampagne von Greenpeace

Greenpeace hat mit der weltweiten Detox-Kampagne viele Menschen zum Mitmachen gebracht. Nach dem Start in Peking folgten viele andere Länder, in denen Aktivisten zeitgleich vor diversen Flagshipstores wie z.B. Adidas und Nike mit dem Detox-Strip ihren Protest öffentlich zeigten.

Sieg für die Umwelt

Durch den Druck der Öffentlichkeit haben sich nach Puma auch Nike, Adidas und H&M bereit erklärt, bis 2020 auf besonders gefährliche Chemikalien zu verzichten.

Greenpeace hat somit die drei größten Sportmarken und den zweitgrößten Textilhersteller in ein Rennen um die umweltfreundlicheste Produktion geschickt. Die ersten Aktionspläne der Unternehmen sollen in den nächsten Wochen vorgelegt werden.

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Bildrechte: Detox-Schriftzug © Greenpeace

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