Fotocredit: Shutterstock/mahey
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Wenn man Heizkosten optimieren will, stolpert man dabei immer wieder über zwei Begriffe: den Brennwert und den Heizwert.

Es hilft nichts: das Jahr neigt sich dem Ende zu und man muss sich wieder mit dem Heizen beschäftigen. Brennwert und Heizwert: Wenn man Heizkosten optimieren will, stolpert man dabei immer wieder über diese zwei Begriffe. In manchen Broschüren der Heizkesselhersteller findet man sogar Wirkungsangaben von über 100%. Wie kann es das geben?

Brennwert

Der Brennwert (Hs) ist ein Maß für die in einem Stoff enthaltene thermische Energie. Somit gibt der Brennwert eines Brennstoffes die Wärmemenge an, die bei der Verbrennung des Stoffes und bei anschließender Abkühlung der Verbrennungsgase auf 25 Grad Celsius sowie deren Kondensation freigesetzt wird. Im Einbeziehen der freiwerdenden Energie des wieder kondensierenden Wasserdampfes liegt der große Unterschied zum (älteren) Heizwert.

Heizwert

Der Heizwert (Hi) bezeichnet die Wärmemenge, die bei der Verbrennung und anschließenden Abkühlung auf die Ausgangstemperatur des brennbaren Gemisches frei wird, wobei das Verbrennungswasser noch dampfförmig vorliegt. Der Heizwert von wasserstoffreichen Brennstoffen ist deshalb deutlich geringer als deren Brennwert.

Früher war der Heizwert eines Brennstoffes die entscheidendere Angabe, weil man sicherstellen musste, dass der Wasserdampf durch hohe Abgastemperaturen gasförmig bleibt, um Feuchtigkeitsschäden am Heizkessel und im Rauchfang zu verhindern. Aktuelle Heizungssysteme haben dieses Problem nicht. Ganz im Gegenteil, sie machen sich den sogenannten Brennwerteffekt zu nutzen.

Unterschied Brennwert und Heizwert

  Heizöl Erdgas
Brennwert 10,7 kWh/m3 9,7 – 11,4 kWh/m3
Heizwert 10,08 kWh/m3 8,8 – 10,3 kWh/m3

 

Damit erklärt sich auch, wie es in manchen Prospekten zu Wirkungsgraden von über 100% kommen kann, die natürlich nur rein rechnerisch sind. Der Wirkungsgrad bezieht sich immer auf den Heizwert, d.h. den kleineren der beiden Werte. Ein moderner Brennwertkessel mit Erdgas kommt so auf einen Wirkungsgrad von ca. 107%. Würde man jedoch den Brennwert als Bezugsgröße nehmen, ergibt sich ein Wirkungsgrad für denselben Brennwertkessel mit Erdgas von 96%.

Durch die sogenannte Brennwerttechnik, also das Ausnützen der Wärme, die durch die Kondensation frei wird, lässt sich bei Gaskesseln eine Wirkungsgradverbesserung von 11% und bei Ölkesseln von 6% erzielen. Brennwertgeräte sind also aus energietechnischer Sicht empfehlenswert, sind aber in der Anschaffung mit etwas mehr Aufwand verbunden. Voraussetzung ist ein korrosionsbeständiger Kamin und ein Kanalanschluss für das Kondensat.

Artikelbild: Shutterstock/mahey

 

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