In der Stadt Königsbrunn entsteht ein klimafreundliches Energiehaus der Zukunft, das Visioneum Energie+.

Ein Gebäude, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht, dabei überschüssige Energie aus Photovoltaik über integrierte Ladestationen an Elektro-Fahrzeuge abgibt und sich dabei noch selbst steuert, das ist das Visioneum Energie+. Als Gemeinschaftsprojekt der Stadt Königsbrunn, der Lechwerke, der Hochschule Augsburg und der Gesellschaft für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung (GWG) in Königsbrunn wird es in eine 15-jährige Projektphase starten. Die Eröffnung ist für Mai 2016 geplant.

Forschung und Information für klimagerechtes Wohnen

In der Projektphase werden permanent Weiterentwicklungen integriert und neue Materialien sowie innovative Technologien erprobt. Das gesamte Gebäude wird Forschungs- und Testlabor für Wissenschaft und Hersteller, die ihre Innovationen unter praxisnahen Bedingungen testen können. Das Visioneum soll als Praxisvorbild für energieeffizientes und klimafreundliches Wohnen der Zukunft dienen. Als öffentlich zugängliche Einrichtung verfügt es auch über ein Informationszentrum zu den Themen Energiezukunft und Elektromobilität.

Aufteilung:

Erdgeschoss – Bürgerforum Energiewende, Klimaschutzbüro und E-Car Sharing-Büro der Stadt Königsbrunn sowie LEW-Energiepunkt mit Energieberatung

1. Obergeschoss – Wissenstransfer Plattform und Energiewende Veranstaltungsbereich (Raum für Veranstaltungen, Infoabende, Bürgergespräche, Vorträge)

2. Obergeschoss – Zukunft Wohnen und Wohnlabor, Wohnausstellung mit Führungen zum energie- und ressourceneffizienten Wohnen

Neueste Technologien und Materialien

Das Visioneum wird aus Materialien auf dem aktuellen Stand der Forschung errichtet und mit neuesten Technologien ausgestattet. Die Wärmeversorgung erfolgt beispielsweise über eine Sole/Wasser-Wärmepumpe, die mit einer thermischen Solaranlage und einem Eisspeicher gekoppelt ist. Diese Lösung ist nicht nur besonders energieeffizient, sondern sorgt auch für die Kühlung des Hauses bei sommerlichen Temperaturen.

Eine zentrale Lüftungsanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung sorgt für die Be- und Entlüftung im Haus. Eine besondere Innovation: Die Vakuum-Isolierverglasung. Als eines der ersten Gebäude in Deutschland wird das Visioneum mit dieser neuen Art der Isolierverglasung ausgestattet. Ein besonderer Hingucker: Ein textiler Sonnenschutz, der gleichzeitig als Leinwand dient, die nachts durch LED-Technik zur Medienfassade wird.

Intelligente Stromversorgung und integrierte Elektromobilität

Eine Photovoltaik-Anlage verbunden mit einem Batteriesystem liefert den Strom fürs Visioneum. Der Energieverbrauch ist jederzeit ablesbar und kann im Internet abgerufen werden. Die Verteilung der Energie wird automatisch in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage gesteuert. Die gesamte Haustechnik wie Heizung, Kühlung, Beleuchtung, Gebäudesicherheit und Elektrogeräte, sind in einem System vernetzt, über das sie zentral geregelt werden.

Ein weiteres Highlight: Das Gebäude verfügt über eine Ladestation für Elektrofahrzeuge. Das Visioneum stellt dabei eine neue Lösung der Stromspeicherung dar, denn die überschüssige Energie aus dem Haus kann direkt über die Ladestation an die Elektroautos weitergegeben werden.

Energieeffiziente Bau-Module für Neubau und Sanierung

Die modulare Bauweise ermöglicht es, das Visioneum jederzeit auf-, ab- und umzubauen. Einzelne Module können dabei jederzeit an verschiedene Nutzungskonzepte angepasst werden. Die einzelnen Komponenten können später auch im Sinne der Energieeffizienz für Sanierungen oder Neubauten von privaten oder öffentlichen Gebäuden genutzt werden.

Weitere Informationen: www.visioneum.de

Weitere Quellen:

Hochschule Augsburg: Visioneum Energie+: Verträge unterzeichnet. Plusenergie-Haus der Hochschule Augsburg, der Lechwerke AG und der Stadt Königsbrunn wird auf den Weg gebracht. 12. Februar 2015. http://www.hs-augsburg.de/einrichtung/presse/mitteilungsarchiv/2014/august/2014_08_12/index.html (zuletzt aufgerufen: 17. März 2015).

Bildnachweis: Rendering Haus, G.A.S. SAHNER planen bauen forschen, Quelle: www.visioneum.de

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