Die Universität Hohenheim entwickelt mit dem Programm „Biogas as Business“ eine Strategie, um Umwelt- und Energieprobleme in Entwicklungsländern zu lösen. Ein Baustein innerhalb des Programms ist der Biogasrucksack, in dem…

Die Universität Hohenheim entwickelt mit dem Programm „Biogas as Business“ eine Strategie, um Umwelt- und Energieprobleme in Entwicklungsländern zu lösen. Ein Baustein innerhalb des Programms ist der Biogasrucksack, in dem Bauern ihren Tagesbedarf an Energie einfach nach Hause tragen.

Umwelt- und Energieprobleme in Äthiopien

Den Großteil ihres Energiebedarfs deckt die Landbevölkerung Äthiopiens traditionell mit Holz. Doch die Waldbestände schrumpfen, Holz wird für viele Familien unerschwinglich. Immerhin braucht ein Haushalt bis zu 40 Kilogramm pro Tag zum Kochen und Beleuchten.

Das nationale Biogasprogramm wird von daher stark subventioniert, doch funktioniert es nur bedingt. Landwirte, die in das Programm aufgenommen werden wollen, müssen mindestens 4 Rinder besitzen, denn sie benötigen genügend Dung, um die Anlage betreiben zu können. Die ist jedoch nur bei 45 Prozent der Bauern der Fall. Darüber hinaus haben nur die wenigsten von ihnen das Geld, um sich an den Baukosten beteiligen zu können.

Biogas auf dem Rücken

Katrin Pütz von der Universität Hohenheim entwickelt mit dem Programm „Biogas as Business“ eine Strategie, die es allen Kleinbauern ermöglicht, Biogas als alternative Energiequelle zu nutzen. Wer auch nur ein einziges Rind hat, bringt den Dung zu einer zentralen Biogasanlage eines privaten Investors und bezieht aus dieser auch gleich das Gas.

In etwa 15 Minuten ist der Biogasrucksack gefüllt. Anstatt 40 Kilogramm trägt der Bauer den Tagesbedarf an Energie mit gerade mal 4 Kilogramm auf dem Rücken nach Hause. Aufbewahrt wird er anschließend vor dem Haus. Ein Schlauch führt durch ein Loch in der Außenwand zu Lampe und Kocher.

Biogasrucksack und Energiespar-Ofen

Neben dem Biogasrucksack entwickelt Pütz einen Energiespar-Ofen für die äthiopische Landbevölkerung. Ihr Programm stößt auf großes Interesse bei Entwicklungshelfern, NGO`s und Politikern. Prototypen von Ofen und Rucksack existieren bereits, erste Investoren sind bereits gefunden. Der Biogasrucksack verspricht eine effektive Einrichtung auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung für Kleinbauern in Entwicklungsländern zu werden.

Quelle: Weik/Klebs: Energie zum Einpacken: Universität Hohenheim entwickelt Biogasrucksack, Projekt „Biogas as Business“: Wie eine Hohenheimer Agrartechnikerin Äthiopiens Kleinbauern für erneuerbare Energie gewinnt. 29.11.11. www.uni-hohenheim.de

 

Bildquelle: www.uni-hohenheim.de

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