Wer hätte das gedacht! Sogar beim Kauf der Schoko-Nikolos läuft man Gefahr Mensch, Tier und Umwelt zu schaden. Milka, Néstle, Lindt… das Angebot ist kaum zu überblicken. Reihenweise lachen sie aus den Regalen und bringen Kinderaugen zum Glänzen.

Doch was die Augen unserer Kinder vor Freude leuchten lässt, treibt Tränen in den Augen afrikanischer Kinderarbeiter. Also sind wir angehalten, auch beim Kauf der Schokonikolos die richtige Entscheidung zu treffen.

Schoko-Nikolos im Test

Das marktcheck.at-Team von Greenpeace überprüfte soziale Aspekte, Tierschutz und ökologische Kriterien (Inhaltsstoffe, Gentechnik, Transport, Verpackung, Einsatz von Palmöl) der im Handel angebotenen Schoko-Nikolos in einer aktuellen Studie – leider mit sehr schlechtem Ergebnis. Nicht besser sieht es auch beim Test herkömmlicher Schokoladetafeln aus, welche ebenso schlecht abschneiden. Hier die Ergebnisse der Schoko-Nikolo-Studie und der Schokoladetafel-Studie.

Für alle, denen Mensch, Tier und Umwelt nicht egal ist, fällt die Schokonikolo-Auswahl leider mehr als mager aus. Bezeichnend auch, dass gerade die bei Kindern so beliebte Marke “Ferrero Kinder” in beiden Fällen bei den schlechtesten Bewertungen zu finden ist!

Von 20 getesteten Nikolos schaffen es heuer immerhin FÜNF (2010: zwei von 23) in allen drei Kategorien positive Bewertungen zu erreichen, der Rest scheidet für verantwortungsbewusste Konsumenten vor allem aufgrund von Kinderarbeit(!) aber auch Palmöleinsatz, Gentechnik oder problematischer Tierhaltung aus.

Immerhin acht Produkte schneiden in den Punkten Ökologie und Tierschutz gut ab. Vielleicht sollte man sich überhaupt Gedanken machen, auf traditionelle Nikologaben wie Orangen, Nüsse oder Äpfel zurück zu greifen…

Kindersklaverei im 21. Jahrhundert

Die konventionelle Schokoladenindustrie bezieht ihre Kakaobohnen zu 50% aus dem Kakaoland schlechthin – der Elfenbeinküste.

Ein Viertel der Einwohner bezieht sein mageres Einkommen durch Arbeit auf den Kakaoplantagen. Ganze Familien, die Jüngsten eingeschlossen arbeiten 12 Stunden und mehr pro Tag!

Mitten unter ihnen immer wieder Kindersklaven, die getrennt von ihren Familien ohne Lohn, ohne Bildung oder gesundheitliche Versorgung ihr Leben fristen.

Großkonzerne halten ihre Versprechen nicht

Bereits 2001 versprachen Großkonzerne wie Mars und Nestle, zumindest die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu unterbinden.

Doch im Wissen um die katastroophalen Umstände beziehen sie doch weiterhin unglaubliche Mengen Kakao von der Elfenbeinküste und machen fette Gewinne auf Kosten der Ärmsten. Kindersklaverei steht in Afrika nach wie vor an der Tagesordnung.

Film “Wenn Schokolade bitter schmeckt – Teil 1” und “Wenn Schokolade bitter schmeckt – Teil 2” zum Thema Kinderarbeit auf Kakaoplantagen

Genießen mit gutem Gewissen: Fair Trade und BIO

Dass es auch anders geht, beweist die Fair Trade Kampagne.

Die Bauern die unter dem Schutz des Fairtrade-Gütesiegels arbeiten, können sich auf einen Mindestpreis und zusätzliche Prämien für ihre Ernte verlassen. Kindern wird eine ausreichende Schulbildung garantiert!

Traurig, dass nur 1% der Schokoladen in unseren Regalen Fair Trade Produkte sind.

Mittlerweile gibt es auch schon ein paar wenige Schoko-Nikolos in Bio-Qualität. Wenn ich hier auch die ethischen und sozialen Kriterien vermisse, so punkten sie zumindest mit Ökologie und Tierschutz.

Eine Alternative wäre aber auch die traditionelle Befüllung des Nikolostiefels. Süße Mandarinen, gesunde Äpfel und leckere Nüsse. Bei Kindern zwar nicht gerade der “Renner”, aber in Kombination mit einem schönen Buch oder einem gemeinsamen Kinobesuch sicher machbar.

Fazit

Dass Kinder, die in ihr Leben auf der Kakaoplantage fristen, den Geschmack von Schokolade gar nicht kennen ist unvorstellbar und dass sie bei der Produktion der süßen Naschereien für unsere Kleinsten nach Strich und Faden ausgebeutet werden ist beschämend und gehört abgeschafft.

Bildrechte: Vorschaubild und Artikelbild Schokonikolos © sk design, fotolia.de – Artikelbild traditionelle Nikolo-Geschenke © chocolat01, pixelio.de

1 Kommentar

  1. ich werde meinen Kindern nie wieder etwas schenken was anderen Kindern schadet – es gibt schon
    so viele Alternativen. Und weniger ist manchmal mehr. Kinderarbeit ist doch wirklich das Letzte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*
*