In den nahen Zukunftsutopien der Nachkriegszeit spielte die Atomenergie eine wichtige Rolle. Mehr oder weniger ernsthaft wurden hier Städte, Fabriken, Wohnungen, Autos und Radiowecker mit Energie aus Kernspaltung betrieben. Die…

In den nahen Zukunftsutopien der Nachkriegszeit spielte die Atomenergie eine wichtige Rolle. Mehr oder weniger ernsthaft wurden hier Städte, Fabriken, Wohnungen, Autos und Radiowecker mit Energie aus Kernspaltung betrieben.

Die Realität sieht anders aus. Atomkraftwerke sind noch immer riesige Betonklötze, Terroranschlägen weitgehend hilflos ausgeliefert und sie produzieren Müll, von dem niemand so genau weiß, wohin damit. Bis zum hoffentlich genialen Geistesblitz, deponiert man den radioaktiven Müll in Zwischenlagern wie Gorleben. Dort stapelt sich der Atommüll in speziellen Behältern und kühlt sehr langsam aus.

Diese sogenannten „Castor Behälter“ (engl. Abkürzung für „Fass zur Lagerung und zum Transport radioaktiven Materials“) sind ca. sechs Meter lang und haben 2,5 Meter im Durchmesser. Die Umwelt wird vom radioaktiven Material durch 45cm dicke Gusseisenwände geschützt. Beladen wiegen die Behälter 120 Tonnen, wobei die für die Zwischenlagerung maximal erlaubte Abfallmenge 180 kg nicht überschreiten darf. Auf Grund der hohen Sicherheitsanforderungen können die Castoren nur auf dem Landweg transportiert werden.

Die Castoren werden aus 1320 Grad heißem Eisen in einem Stück gegossen und haben somit keine Schweißnähte. Alle Einzelteile werden mehreren Produktionskontrollen unterzogen, das Material wird mit Ultraschall abgetastet und spezielle Magnetpulver und Spezialflüssigkeiten zeigen unter UV-Licht kleinste Unregelmäßigkeiten.

Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen sorgen die Transporte von Anfang an für massive Proteste in der Bevölkerung. Ein nur einstündiger Aufenthalt neben einem Castorbehälter führt zu einer Strahlenbelastung von ca. 0,35 mSv (Sievert), was rund einem Siebtel der normalen jährlichen Strahlenexposition der Bevölkerung entspricht.

Auch ist der Umgang mit den Zwischenlagern in der Zukunft unklar. Wie sollen diese hermetischen Behälter später zu öffnen sein, um den Atommüll auf Pollux endzulagern? Bleiben die Zwischenlager Endlager? Und wo liegt der Atommüll wirklich?

5 Kommentare

  1. und welche Alternativen gibt´s??? Unser Stromverbrauch steigt von Jahr zu Jahr! Länder wie Deutschland oder Frankreich planen neue Atomkraftwerke. Energie aus Wasser, Sonne oder Wind ist perfekt, aber noch immer nicht 365 Tage im Jahr verfügbar bzw. zu teuer.

    1. Gretchenfrage: Frag 10 Experten und du erhaltest 10 unterschiedliche Antworten!

      Der Tenor zeigt 2 Richtungen auf:
      1. Umstieg auf alternative Energieformen: Es muss ein Weg gefunden werden, unseren Energiehunger aus erneuerbaren Ressourcen zu decken. Die Herausforderung liegt in der Gleichzeitigkeit zwischen Erzeugung und Bedarf: (Wind, Wellen, Sonne,…) dazu werden derzeit viele Fördergelder in die Forschung der Energiespeicherung gesteckt. (Wasser-Hochspeicher, Hocheffiziente Akkus, …)
      Erneuerbare Ressourcen können unseren Energiehunger derzeit leider nicht abdecken: jährlich steigender Energiebedarf in Österreich: ca. 50 PJ; das gesamte technische Erneuerbare Energie Potential liegt bei 600 PJ; (derzeitiger Energiebedarf in Ö. etwa 1.600 PJ)

      2. Energieeffizienz: ähnliche Problematik: Energieeinsparung bedeutet bei der derzeitigen technologischen Grundlage für die Wirtschaft geringeres Wachstum! Es führt kein Weg an der Energieeffizienz vorbei: trotzdem wird der bisher durchaus schon erreichte Effizienzgewinn im Augenblick noch vom Wachstum beim Verbrauch geschluckt.

  2. Vorab: Atom ist eine Katastrophe, es muss ein Umdenken stattfinden!!! Als erste Maßnahme müssen wir uns alle mal bei der Nase packen und energie-effizienter leben um den Stromverbrauch generell zu senken. Für die Deckung der Grundlast könnten Gas-Kraftwerke dienen. Wind und Wasser werden immer mehr an Bedeutung gewinnen, doch müssten sinnvolle Möglichkeiten der Speicherung und Verteilung gefunden werden.

    1. Der Wind hat bisher tatsächlich noch ein Effizienzproblem. Aber die Möglichkeiten, auch die Möglichkeiten der Windkraft-Turbinen, sind noch lange nicht ausgeschöpft. Dass wir uns alle mal bei der Nase packen müssen, das wollen wir an dieser Stelle gern unterschreiben. Das fängt schon bei der Dauerbeleuchtung in manchen Bürogebäuden an und bei Heizungssystemen, die zentral von einem Punkt aus für das ganze Haus gesteuert werden. Vieles von der Energieverschwendung, von der wir heute umgeben sind, müsste wirklich nicht sein.

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