Ein indisches Sprichwort besagt: Wer eine Kokospalme besitzt hat alles, was er zum Leben braucht! Angesichts der zahlreichen gesundheitlichen Effekte und Nutzungsmöglichkeiten ist da schon etwas wahres dran. Außerdem steht…

Ein indisches Sprichwort besagt: Wer eine Kokospalme besitzt hat alles, was er zum Leben braucht! Angesichts der zahlreichen gesundheitlichen Effekte und Nutzungsmöglichkeiten ist da schon etwas wahres dran. Außerdem steht die Kokosnuss für Sonne, Strand und das ultimative Sommerfeeling – wer will da nicht mehr davon!

Was macht die Kokosnuss so besonders

Die Kokospalme wächst verbreitet in den feuchtwarmen Tropen. Sie ist zwar frostempfindlich und benötigt generell viel Wärme, wächst aber sogar mit leicht salzigem Wasser. Im Schnitt werden Kokospalmen 20 bis 25 Meter hoch und ihre Konstruktion ist sehr stabil, obwohl sie nicht verzweigt sind. Eine ausgewachsene Palme kann jährlich 30 bis 40 reife Früchte liefern, in machen Regionen sogar bis zu 150. Geerntet werden die Nüsse – die eigentlich Steinfrüchte sind – mit an langen Stielen befestigten Messern, durch gefährliches Hochklettern oder mit Hilfe dressierter Affen. 

Von der Kokosnusspalme sind so gut wie alle Pflanzenteile gut nutzbar. Seit Jahrtausenden werden Früchte und Milch gegessen bzw. getrunken, die Schalen als Brennmaterial, die Blätter als Dachbedeckung, der Stamm für die Holzverarbeitung und die Fasern zum Flechten verwendet. In den letzten Jahren kamen noch eine Vielzahl von zusätzlichen Nutzungsarten dazu. Zum Beispiel werden die Schalen und Fasern vermahlen, mit Dünger versetzt und in Blöcke gepresst. Die entstandenen „Cocobricks“ quellen bei Wasserzugabe auf und dienen als natürliches Pflanzsubstrat. Aus dem Nektar macht man Kokosblütenzucker, Palmwein und vieles mehr. Auch das Fruchtfleisch ist vielseitig verwendbar und kommt bei uns als Kokosöl, Kokosfett, Kokosflocken, Kokospalme oder Kokosmilch zum Einsatz. Nicht nur in der Küche werden diese Produkte eingesetzt, auch in der Kosmetikbranche werden sie verwendet. Kokosöl wirkt zum Beispiel gegen Falten und Pickel, sorgt für geschmeidige Haut und glänzende Haare und wehrt auch Ungeziefer wie Zecken, Flöhe und Gelsen ab. Sogar gegen Bakterien und Pilze hilft Kokosöl.

Und auch gesundheitlich hat die Kokosnuss so einiges zu bieten! Kopra, das weiße Fruchtfleisch, punktet zum Beispiel mit hohen Anteilen an Fett, Wasser, Eiweiß, Ballaststoffen, Eisen, Kalzium, Magnesium, Vitamin C und vielen mehr. 

Der Kokosnuss wird auch nachgesagt sie sei entgiftend, wirke gegen Alzheimer, Krebs oder Diabetes und senkt den Blutdruck. Letzteres wurde sogar durch eine Studie belegt, allen anderen Aussagen fehlen bisher wissenschaftliche Beweise. Wunder sollte man also von Kokosprodukten keine erwarten, ein bisschen Hängemattenfeeling ist aber schon erlaubt!

Die Kokosnuss in der Küche

Vor dem Kauf sollte eine Kokosnuss auf jeden Fall geschüttelt werden: je mehr Flüssigkeit enthalten ist, desto jünger ist sie. Alte Kokosnüsse sind innen vertrocknet und schmecken seifig. Das Kokoswasser wird entnommen indem zwei der drei „Augen“, die dunklen Keimlöcher, angebohrt werden. Kokoswasser ist jene klare, bei geschlossenen Früchten völlig keimfreie Flüssigkeit, die sich im Inneren der Nuss befindet. Es ist fast fettfrei, isotonisch (das Verhältnis von Nährstoffen zur Flüssigkeit gleicht in etwa dem des Blutes) und kalorienarm. Dafür enthält es Natrium, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe und eignet sich auch hervorragend für Sportler, um den Flüssigkeitsverlust beim Sport auszugleichen. Gegenüber anderen Isodrinks enthält es weder Industriezucker, noch Süßstoffe, synthetische Vitamine oder künstliche Aromen. In medizinisch weniger gut ausgestatteten Ländern wird Kokoswasser manchmal sogar per Infusion statt physiologischer Kochsalzlösung direkt in den Blutstrom verabreicht, um Menschenleben zu retten.

Ist das Wasser aus der Kokosnuss entfernt schlägt man mit einem Messerrücken oder der spitzen Seite eines Hammers entlang des „Äquators“, also einer gedachten mittigen Linie, immer wieder auf die harte Schale rund um den Bauch der Kokosnuss, bis ein Riss entsteht. Dann kann die Kokosnuss leicht geknackt und das Fruchtfleisch mit einem spitzen Messer herausgeholt werden. Kokosnussfleisch ist sehr sättigend und man kann es einfach so essen, trocknen oder auch selbst Kokosmilch damit herstellen. Dazu einfach das Kokosfleisch mit dem Kokoswasser, etwas Vanillepulver und optional etwas Süßungsmittel in einem leistungsstarken Standmixer pürieren.

Reste einer geöffneten Kokosnuss legt man in eine Schüssel, füllt so viel Wasser ein, bis die Kokosnussteile bedeckt sind und stellt die Schüssel in den Kühlschrank. Innerhalb von zwei bis drei Tagen sollte die Kokosnuss jedoch verzehrt werden, wobei mindestens täglich einmal das Wasser gewechselt wird.

Aus Kokoswasser und Kokosfleisch kann man allerdings noch mehr machen! Kokosmus zum Beispiel. Dazu wird das Fruchtfleisch schonend gemahlen und in Gläser abgefüllt. Es ist dann wie Kokosöl bei Temperaturen über 25 Grad eher flüssig und bei niedrigen Temperaturen fest. Es versorgt mit allen gesundheitlichen Vorteilen des Kokosöls und ist ein feiner Butter“ersatz“.

Apropos Kokosöl: aus meiner Küche und meinem Badezimmer ist es nicht mehr weg zu denken! Es besteht fast ausschliesslich aus gesättigten Fettsäuren und kann problemlos hocherhitzt werden. Gleichzeitig ist es frei von Cholesterin, frei von Transfettsäuren und reich an mittelkettigen antibakteriell wirksamen Fettsäuren, die vom Körper nur ungern als Fett eingelagert werden. Am besten wählt man ein natives Bio-Öl im Glas, das kalt gepresst und nicht raffiniert wurde. Man kann damit kochen, backen und Anhänger der Steinzeit-Ernährung rühren es sich sogar in den Kaffee, um den Nährwert desselben noch zu boosten.

Ein Kokosprodukt, welches erst in den letzten Jahren am Markt aufgetaucht ist, ist der Kokosblütenzucker. Dieser wird noch nach sehr traditioneller Art und Weise aus dem Blütennektar der Kokospalmblüten gewonnen und hat einen niedrigen glykämischen Index. Gleichzeitig ist er Fructosearm und eignet sich daher auch gut für Diabetiker. Ich habe an dieser Stelle schon einmal darüber geschrieben.

Ich war schon vor dem Schreiben dieses Artikels ein großer Kokosfan, nun bin ich es umso mehr. Schade eigentlich, dass Kokospalmen in unseren Breiten nicht wachsen!

 

Quellen:
Bio Magazin, 05/2016
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/kokos-tipps-ia.html
https://www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/Wie-gesund-ist-die-Kokosnuss-wirklich;art114,1899277

Bilder/Fotograf: 
Photo by Jonas Dücker on Unsplash
Photo by Brenda Godinez on Unsplash


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