Fotocredit: Pixabay/alfcermed
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Ungewöhnliche Zeiten erfordern manchmal das Einschlagen neuer Wege. Genau darauf spezialisiert sich Wim Hof, der mit seiner Atem- und Resilienz-Methode als der „Iceman“ bekannt wurde. Doch was ist das Besondere an ihm und seiner Methode und kann jede:r sie erlernen?

Wim Hof, der Niederländer, der den Kilimandscharo in Shorts erklommen hat, mit achtzehn Weltrekorden im Guinessbuch steht und den Rekord für das längste Eisbad hält. Er ist das beste Beispiel dafür, dass wir Menschen zu viel mehr fähig sind, wenn wir an uns und unsere Kräfte glauben. Als er selbst in einer schweren Existenzkrise war, entwickelte er die Wim-Hof-Methode. 

WAS IST DIE WIM-HOF-METHODE? 

Um es kurz zu sagen, eine Mischung aus Atemarbeit und Eisbaden, geistige und körperliche Übungen. Wir Menschen sind von der Evolution geprägt und haben eigentlich Angst vor der Kälte. Wir haben gelernt, dass wir in der Kälte nicht überleben können. Trotzdem wir mittlerweile in Wohnungen und Häusern leben, hat die Kälte trotzdem keinen recht viel besseren Ruf bekommen. 

Fotocredit: Pixabay/Hans
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Doch eigentlich ist die Kälte etwas sehr Gutes. Mit Kälte-Therapien haben wir die Möglichkeit biochemische Prozesse im Körper zu beeinflussen, den Blutfluss im Gehirn zu regulieren und somit auch unser Denken zu beeinflussen. Prozesse, die uns dabei helfen Depressionen und Stimmungsschwankungen zu überwinden und wieder zurück zu einem klaren Geist zu finden. 

Wim und sein Team haben wissenschaftlich nachgewiesen, dass man durch Atemübungen sogar auf den primitivsten Teil des Gehirns, den Hirnstamm zuzugreifen und das vegetative Nervensystem zu beeinflussen. Das war bisher undenkbar. Wenn wir den Atem kontrollieren können, haben wir damit auch die Kontrolle über die Neurotransmitter, die unser Gehirn ausschüttet. Mit diesem Teil des Gehirns zu kommunizieren, gibt uns die Kontrolle über unseren eigenen Lebenswandel und unser Glück. So können wir unserer Bestimmung folgen, unser Selbstbewusstsein ausleben und uns selbst verwirklichen. 

…und plötzlich läuft alles wie von selbst 

Ohne inner Blockaden fließt das Leben wie von alleine. Doch um das zu erreichen, ist manchmal härtere Arbeit notwendig. Mit Kälte und kaltem Wasser ist das genau so. Auch hier ist Geduld und Arbeit angesagt. Am Anfang ist es anstrengend, sogar für Wim selbst und er macht das eigentlich täglich. Die ersten Schwimmzüge sind immer eine enorme Überwindung und brauchen Durchhaltevermögen. Doch dann läuft es plötzlich wie ganz von alleine, alles wird ganz leicht und es fühlt sich an, als könne man für immer weiter schwimmen.

Dieser Zustand nennt sich Flow. Etwa wie ein Runner’s High oder Ähnliches. Aktuell wird in der Forschung untersucht, wie diese Flow Zustände selbst gemacht im Menschen hergestellt werden können, um einfacher gegen mentale Erkrankungen kämpfen und gegen Entzündungen im Körper vorgehen zu können. 

Fotocredit: Pixabay/Free-Photos
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Die Methode kostet wirklich Überwindung. Besonders, wenn man eine starke Abneigung gegen Kälte hat. Doch eine der häufigsten Erkrankungen in unserer westlichen Welt sind die von Herz-Kreislauf. Toleriert jemand nun die Kälte überhaupt nicht, kann das ein erster Hinweis auf eine schwache Konstitution sein. Unser Herz-Kreislauf-System sollte kalte Duschen von bis zu 2 Minuten ohne Probleme und auch ohne jegliches Üben vorher leicht aushalten können. Wenn du nun schon die Augen rollst und dir das gar nicht vorstellen kannst, dann solltest du es erst recht ausprobieren. 

Wim Hof sagt selbst, dass wir uns in einer Zeit des Wandels befinden und ein Wissen darüber benötigen, wie wir wieder mehr zu unserer inneren Stärke finden können. Unsere Körper sind dazu gemacht, dass sie Krankheiten und unser Energielevel selbst regulieren. Wir haben von Geburt an die Fähigkeit Herausforderungen, die sich uns in den Weg stellen zu meistern. Wer seine Gedanken kontrollieren kann, kontrolliert auch seinen Körper. 

Am besten ist es mit täglichen kalten Duschen zu starten. Vielleicht zu Beginn mal 30-40 Sekunden, dabei das Atmen nicht vergessen und dann immer mal wieder steigern versuchen. So lange, bis du bei zwei Minuten angekommen bist. Lass es zu deiner Routine werden und schau dir nach ein paar Monaten an, wie es dir damit geht und wie weit du gekommen bist.