Anstatt Ackerflächen und Wasser zu verbrauchen, könnte die vertikale Landwirtschaft mit wenig Platz- und Wasseraufwand auch Städtern ermöglichen, jederzeit frischen Salat zu ernten. Foto: © Daniel Funes Fuentes/Unsplash
Anstatt Ackerflächen und Wasser zu verbrauchen, könnte die vertikale Landwirtschaft mit wenig Platz- und Wasseraufwand auch Städtern ermöglichen, jederzeit frischen Salat zu ernten. Foto: © Daniel Funes Fuentes/Unsplash
Vom vertical gardening zum vertical farming? Vertikale Landwirtschaft könnte ein Teil der Lösung hinsichtlich des nachhaltigen Anbaus wertvoller Lebensmittel – auch in den Städten – sein.

Einfach so zum angebauten Salat oder dem selbst gezogenen Basilikum rausgehen und davon abernten, was gerade gebraucht wird? Diese Möglichkeit bleibt den meisten Städterinnen und Städtern, die nicht gerade über einen riesigen Balkon oder eine Urban Farming-Initiative in der Nähe verfügen, oft verwehrt. Stattdessen müssen wir uns jedes Mal über die Lebensmittelverschwendung ärgern, wenn der im Supermarkt gekaufte Basilikum, der mit seinem Topf vielleicht auch noch eine weite Transportreise hinter sich hatte, wieder einmal unserem gar nicht grünen Daumen zum Opfer fällt. Oder wenn der riesige Feldsalat welk wird, weil er für uns alleine zu viel ist.

Vertikale Landwirtschaft: Konzept für infarm entstand in WG

Eine nachhaltige Lösung dafür bietet das Berliner Start-up Infarm. Die drei Israelis Erez Galonska, seine Partnerin Osnat Michaeli und Erez‘ Bruder Guy haben gemeinsam den klassischen Amerikanischen Traum gelebt – nur eben vom Berliner Stadtteil Kreuzberg aus. Statt „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ heißt es bei Infarm „Von der WG Idee in die weltweit größten Supermärkte.“ Ursprünglich bauten die drei nämlich in ihrer WG mit bestimmten Bewässerungssystemen und ausgeklügelten Ideen in der Wohnung frische Salate und Kräuter an. Heute ist daraus ein Vertical Farming-Konzept geworden, das Investoren dazu bringt, tief in die unternehmerische Geldbörse zu greifen.

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Vertikale Landwirtschaft im Supermarkt

Lange, ineffiziente Transportwege und Lebensmittelverschwendungen sollen durch das Infarm-System verhindert werden, indem die Pflanzen einfach direkt im Supermarkt wachsen. Das Unternehmen hat dafür Geräte entwickelt, die wie riesige, durchsichtige Kühlschränke aussehen. Darin werden Salate, Spinat und Kräuter in Schalen gezogen, die mit nährstoffreichem Wasser gespeist und von LEDs beleuchtet werden, von denen jede einzelne zehnmal heller als eine normale Glühbirne ist. Aus diesen speziell konzipierten Schränken können sich die Kundinnen und Kunden im Supermarkt dann genau die Menge an Salat und Co. aus dem Regal pflücken, die sie wirklich brauchen.

Im vergleich zum herkömmlichen Anbau spart vertikale Landwirtschaft Platz und Wasser

Das Konzept der vertikalen Landwirtschaft ist dabei genauso einfach wie nachhaltig: Während der konventionelle Anbau auf einem Feld sowohl eine Menge Platz als auch große Mengen an Wasser benötigt, beanspruchen vertikale Farmen wenig Raum und verbrauchen weniger Wasser. Gleichzeitig gelangen durch den vertikalen Anbau, bei dem statt der Sonne künstliches Licht und statt der Erde nährstoffreiches Wasser verwendet wird, auch keine Pestizide ins Ökosystem. Ganz unabhängig davon, dass Landwirtschaft im vertikalen System auch im dicht besiedelten, städtischen Raum möglich wird. Der Strom, den das System benötigt, stammt laut Angaben des Unternehmens zumindest bei Infarm zu 90 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Derzeit ist das Start-up mit seinen Pflanzen-Baueinheiten unter anderem in Deutschland, den Niederlanden, in den USA, Kanada und sogar in Japan vertreten. In Österreich gibt es derzeit noch keinen Standort. Schade: Denn eigentlich könnten wir uns die Infarm Systeme auch in unseren Supermärkten richtig gut vorstellen.

Quellen: wired.co.uk, lgt.at / Foto: ©  Daniel Funes Fuentes/Unsplash


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