Ein „Arbeitsplan“ der EU-Kommission sieht Neuerungen in Sachen Ökodesign-Richtlinie vor. Die Kommission hat dem Rat abseits der Öffentlichkeit ihre Ideen vorgestellt.

Eine „Prioritätenliste“ in den Plänen sieht strikte Produktvorschriften – vergleichbar mit den Vorgaben, die das Aus für die Glühbirne eingeläutet haben – für sieben Produktgruppen vor. Betroffen sind so unterschiedliche Bereiche wie Fenster, Boiler, Stromleitungen, Firmenserver und IT-Architekturen, datenvernetzte Stromzähler und „wasserbezogene Produkte“, beispielsweise Wasserhähne und Duschköpfe. Und: Weinkühlschränke.

Weinkühlschränke? Damit will man in Brüssel vermeiden, dass die Öko-Regeln für Kühlschränke über das Schlupfloch „Wein“ ausgehebelt werden. Bei den anderen Produktgruppen sucht die Kommission nun das Gespräch mit Interessenvertretern, politischen Verhandlungen und der Durchführung von vorbereitenden Studien zur Ermittlung möglicher Energiesparpotenziale.

Licht und Wasser

Nach der Beleuchtung im Wohnzimmer nun auch den Wasserverbrauch im Bad direkt aus Brüssel beeinflussen zu wollen, das ist mutig. Vorschriften darüber, welche Wasserhähne erlaubt und welche verboten sind, wären schon von sich aus geeignet, Ärger auszulösen. Dann noch verbunden mit der geringen Begeisterung für die Energiesparlampen, deren Lebensdauer massiv hinter den Versprechungen der Industrie zurückbleibt? Gar nicht zu reden von den gesundheitlich und ökologisch problematischen Inhaltsstoffen. Da ist weiterer Zorn auf Brüssel vorprogrammiert.

Dabei ist dieser Zorn nicht zu 100% fair. Schließlich waren neben den Glühbirnen auch schon Kühlschränke und Waschmaschinen „Opfer“ von Ökodesign-Richtlinien der Kommission – ohne vergleichbare negative Effekte.

Energiesparpotential: 3.000 Petajoule

Die Kommission schätzt, dass sich durch Produktoptimierungen bei den sieben Produktkategorien der Prioritätenliste europaweit 3.000 Petajoule (PJ) Energie pro Jahr einsparen lassen – doppelt so viel wie der gesamte Energieverbrauch Österreichs.

A propos EU-Energienormen: Die Umsetzung von fertigen Richtlinien für Wäschetrockner, Staubsauger und Computer steht auch noch an. Die Ökodesign-Richtlinie als Ganzes ist demokratisch legitimiert – Details, welche Produkte und Produktgruppen unter die Richtlinie fallen, beschließt die Kommission aber allein. Das Parlament hat lediglich ein Vetorecht.

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