Die konzertierte Sabotage von neun wichtigen Umspannwerken könnte das gesamte Energieversorgungsnetz der USA lahmlegen. Die Attacke von Heckenschützen auf ein E-Werk lässt die Alarmglocken schrillen.

Mehrere Monate lang müsste das ganze Land ohne Strom auskommen, warnt die US-Bundesbehörde für Energie (FERC) in einer Studie, über die das Wall Street Journal berichtet. Das gesamte Stromnetz wäre lahmgelegt, käme es zu einer konzertierten Sabotage bei lediglich neun der insgesamt 55.000 Umspannwerke des Landes. Eine kleine Anzahl von Umspannwerken spielt eine große Rolle im US-Stromnetz, das aus drei getrennten Netzwerken besteht, eines im Osten, eines im Westen und ein drittes in Texas. Insgesamt 30 Umspannwerke sind entscheidend für das Funktionieren der drei Netze, würden insgesamt neun davon ausgeschaltet, wäre der Stromausfall im gesamten Land perfekt.

Nur kurze Zeit nach Veröffentlichung der Studie kam es zu einer Attacke auf ein E-Werk in Kalifornien durch Heckenschützen. Die Debatte um die Sicherheit der Stromversorgung war damit losgetreten. Es ist allerdings weiterhin nicht klar, ob es sich um einen Vandalenakt oder gar doch, wie von manchen befürchtet, um einen Probelauf für einen terroristischen Anschlag handelte. Nach Zeitungsberichten sollen die Schüsse auf das E-Werk in der Nähe von San José 17 Transformatoren und sechs Sicherungen zerstört haben. Der Gesamtschaden beläuft sich demnach auf 15,4 Millionen US-Dollar (11,2 Mio. Euro).

Klar ist zumindest, dass die Attacke Rückenwind für die Forderung der Energiebehörde nach umfassender Überwachung und verstärktem Schutz für das Stromnetz bedeutet. Die Heckenschützen hätten einen Stromausfall im Silicon Valley hervorrufen können, warnte die Behörde eindringlich. Das Schreckensszenario wurde vom ehemaligen FERC-Vorsitzenden sogar auf 18 Monate ohne Strom ausgeweitet.

Ob die Gefahr durch Heckenschützen tatsächlich so groß ist, sei dahingestellt. Problematisch für die Stromversorgung in den USA ist auf alle Fälle das in die Jahre gekommene Netz. Materialfehler haben in der Vergangenheit schon oft zu großflächigen Stromausfällen geführt. So war eine fehlerhafte Überlandleitung für den 2011 Southwest Blackout verantwortlich. Ganz San Diego stand dabei elf Stunden lang still, ein Krankenhaus musste zwei Stunden lang ohne Strom auskommen nachdem die Notstromaggregate ihren Dienst aufgaben.

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