1977 erlebte New York den bisher größten Stromausfall seiner Geschichte. Was als technischer Zwischenfall begann, endete im Desaster. Am 13. Juli 1977 bricht in New York City das gesamte Stromnetz…

1977 erlebte New York den bisher größten Stromausfall seiner Geschichte. Was als technischer Zwischenfall begann, endete im Desaster.
Am 13. Juli 1977 bricht in New York City das gesamte Stromnetz zusammen. Schuld ist ein Blitzschlag. Um exakt 21:36 gehen für rund sieben Millionen Menschen beim größten Blackout der Geschichte der Stadt die Lichter aus. 25 Stunden lang stand die Metropole still.

Soziale Unruhen
Was als lästiger, technischer Zwischenfall beginnt, artet zu einem sozialen Desaster für die Millionenstadt aus. Während in den reicheren Vierteln in Lower Manhattan Partystimmung herrscht, plündern Menschen in den ärmeren Vierteln wie Harlem, den Bronx und Brooklyn 1600 Geschäfte – zuerst diejenigen, in denen es wertvollere Dinge zu holen gibt, und schließlich auch alle anderen. Mehr als 3000 Menschen werden in dieser Nacht verhaftet, mehr als 1000 Brände muss die Feuerwehr löschen. Am nächsten Morgen sieht es in New Yorks Straßen aus, als hätte Krieg geherrscht. Der Sachschaden reicht in die Milliarden.

Wohlfahrtsstadt
Doch wie kam es zu Unruhen in solch unermesslichem Ausmaß? New York war in den Jahrzehnten nach der schweren Finanzkrise der 30er Jahre und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg zur blühenden Finanzmetropole aufgestiegen.  Die liberale Stadt wurde zum Inbegriff des amerikanischen Traums, zahlreiche Immigranten strömten nach New York, um von dem besseren Leben zu profitieren. „City of Fun“ wurde sie genannt, die Spaß-Stadt. Durch ihren Reichtum konnte sie sich als Wohlfahrtsstadt profilieren. Gemeinnützige Krankenhäuser wurden eingerichtet, die städtische Universität bildete ihre Studenten gratis aus, und die New Yorker Beamten zählten zu den bestbezahlten der ganzen Welt.

Rettung in letzter Minute
Doch so viel Luxus kostet Geld. Statt die Steuern der Einwohner zu erhöhen, nahm die Stadt immer größere Kredite auf, die sie schließlich nicht mehr zurückzahlen konnte. 1975 versiegte der Kreditfluss. New York drohte der Bankrott. Die Kriminalität nahm rapide zu, die Spaß-Stadt wurde zur Stadt der Angst. Nur die nationale Regierung konnte New York noch retten. Doch Amerika distanzierte sich von den Problemen. Erst als der damals neu gewählte Präsident Jimmy Carter erkannte, welche Gefahr von einem New Yorker Bankrott für die gesamte amerikanische Wirtschaft ausging, kam er der Metropole zu Hilfe.

Bilanz: Sparen
1978 wurde Ed Koch zum Bürgermeister von New York gewählt. Er setzte einen harten Sparstift an und schaffte den Finanzausgleich sogar ein Jahr früher als geplant. Heute hat New York sich wirtschaftlich erholt, und Koch zieht rückblickend Bilanz: „Die Stadtregierung ist nicht dazu da, um Geld aus dem Fenster zu werfen.“
Vor dem maroden Elektrizitätsnetz fürchten sich die New Yorker jedoch bis heute.

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