Die Ökobilanz von Elektroautos ist deutlich besser als die von Diesel und Benzinern.

Immer wieder kommen Meldungen auf, die besagen, dass Elektroautos gar nicht so umweltfreundlich seien. Ja, die Emissionen wären aufgrund der aufwendigen und materialreichen Produktion, insbesondere der Akkus, sogar höher als bei Verbrennern. Außerdem müsse man auch die umweltbelastende Stromerzeugung mit einbeziehen, hört man zudem.

Oft beziehen sich diese Meinungen auf eine schwedische Studie zur Elektromobilität. Die Forscher hatten dafür 2017 eine Berechnung über die Nachhaltigkeit von Akkus für Elektroautos angestellt. Das Ergebnis fiel verheerend aus. Demnach fallen bei der Produktion der Akkus in den Stromern so viel Klimagase an, dass die E-Autos am Ende nicht oder kaum umweltfreundlicher waren als sparsame Diesel oder Benziner.

Die schwedische Studie wurde heftig kritisiert, was die beteiligten Forscher vom schwedischen Umweltforschungsinstitut veranlasste, ihre Zahlen nochmals durchzugehen. Nun kamen sie zu einem neuen Ergebnis. Demzufolge werden bei der Produktion der Batterien von Elektroautos viel weniger klimaschädliche Gase ausgestoßen als zuvor angenommen. Die Hauptgründe dafür seien, dass die Produktionsstätten effizienter arbeiten, begründen die Forscher ihr neues Ergebnis.

Schärfere Kritik kommt von anderen Forschern aus den Niederlanden. Deren Studie ergab, dass Batterie-Elektroautos eine 50 bis 80 Prozent bessere CO2-Bilanz haben als Benzin- oder Dieselfahrzeuge – wenn der gesamte Lebenszyklus mit einberechnet wird. Demnach machten frühere Studien sechs Fehler bei der Berechnung:

  1. Übertreibung der Treibhausgasemissionen bei der Batterieproduktion
  2. Unterschätzung der Batterielaufzeit
  3. Vermutung, dass die Elektrizität während der Lebensdauer eines Autos nicht sauberer wird
  4. Falsche Angaben beim Spritverbrauch von Verbrennern
  5. Keine Berücksichtigung der Voremissionen bei Diesel und Benzin
  6. Keine Zukunftsprognose über Verbesserung der Technologie

Andere Studien, die jene Fehler nicht machen, kommen zu ähnlichen Ergebnissen wie die Niederländer. Das Fraunhofer Institut berücksichtigt, dass die bereits erfolgte Senkung der Treibhausgasemissionen bei der Stromerzeugung auch künftig weiter fortgesetzt wird. Als Grundlage für die Annahme dienen die veröffentlichten Ziele der deutschen Regierung sowie andere wissenschaftliche Studien. Nach dieser Berechnung liegt die Treibhausgas-Einsparung bei 28% gegenüber einem Oberklassewagen Diesel und bis zu 42% gegenüber einem Kleinwagen Benziner.

Auch das deutsche Umweltministerium unterstreicht die deutlich bessere Ökobilanz von Batterie-Elektrofahrzeugen. Bei einem Vergleich der Umwelteffekte von konventionellen Benzin- und Diesel-Pkws mit Hybrid-, Plug-In Hybrid-Elektrofahrzeugen schneiden Batterie-Elektrofahrzeuge signifikant besser ab. Dabei werden die umweltrelevanten Parameter Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen (Stickoxidemissionen und Partikelemissionen) sowie der kumulierte Energieaufwand über den ganzen Lebenszyklus eines Fahrzeugs miteinbezogen. Der Vorteil von E-Autos fällt noch deutlicher aus, wenn der Strom aus erneuerbaren Energieträgern, und wenn die Autos vermehrt aus Sekundärmaterialien gebaut werden. Zudem beeinflusst die Lebensdauer des Li-Ionen Akkus das Ergebnis maßgeblich.


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