Sie „mähen“ den Rasen emissionsfrei und umweltschonend. Fotocredit: © Herbert Aust/Pixabay
Sie „mähen“ den Rasen emissionsfrei und umweltschonend. Fotocredit: © Herbert Aust/Pixabay
Den Ausbau umweltfreundlicher Solarenergie vorantreiben und gleichzeitig neue landwirtschaftliche Flächen nutzen? Das geht: Denn in Wien wird gerade die größte Photovoltaikanlage gebaut, die gleichzeitig für 150 Schafe eine neue, geschützte Weidefläche bietet.

Wenn man an Solarenergie und den Ausbau der Photovoltaikanlagen des Landes denkt, hat man zuallererst vermutlich Dachflächen vor dem inneren Auge. Sie sind im kollektiven Bewusstsein, wenn es darum geht, ungenutzte Flächen für die emissionsfreie Energietrendwende umzuwandeln. Dabei wäre die Fläche auf den Dächern alleine gar nicht groß genug, um uns ausschließlich mit nachhaltigem Strom zu versorgen. Genau deshalb werden immer wieder neue Flächen gesucht, die sinnvoll für den Photovoltaikausbau eingesetzt werden können. 

Über 5.200 Haushalte mit Ökostrom versorgen

Jetzt gibt es dazu auch aus Wien ganz besonders innovative Nachrichten. Denn aktuell wird in Wien Donaustadt an einem Solarprojekt gearbeitet, das die Versorgung mit erneuerbarer Energie und Landwirtschaft vereint. „Dieses Projekt ist ein Meilenstein für mehr Klimaschutz in Wien. Mit 11,5 Megawatt Leistung wird diese Photovoltaikanlage die mit Abstand größte Wiens und die aktuell größte in ganz Österreich“, erklärt Wien Energie-Geschäftsführer Michael Strebl über das gemeinsame Projekt mit der MA 48 (städtische Müllabfuhr) sowie der MA 49 (Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt). In konkreten Zahlen bedeutet das: Auf dem Areal des „Schafflerhofs“ entsteht auf einer Fläche in der Größe von 12,5 Hektar – also etwa 15 Fußballfelder – eine 11,5 Megawatt-Photovoltaikanlage mit 25.780 Solarmodulen, davon sind 500 bifaziale, also doppelseitige und damit um 60 Prozent effizientere Module. Ab Dezember wird diese Anlage damit weit über 5000 Wiener Haushalte mit Ökostrom versorgen. 

So sieht der Plan auf den Schafflerhofgründen in Wien-Donaustadt aus: Photovoltaik, Weidefläche und Ackerbau. © Wien Energie/Christian Fürthner (Foto)/Corsaro Graphic Design (Montage)
So sieht der Plan auf den Schafflerhofgründen in Wien-Donaustadt aus: Photovoltaik, Weidefläche und Ackerbau. © Wien Energie/Christian Fürthner (Foto)/Corsaro Graphic Design (Montage)

Photovoltaikanlage als Sonnen- und Windschutz für Schafe

Doch auch wenn alleine die Größe und Leistung der neuen Anlage beeindruckt, ist es damit alleine noch nicht getan: Das Areal wird nämlich gleich mehrfach genutzt – und zwar als Weidefläche für Schafe. Schafe? Ja – denn die sind schon seit längerer Zeit ein wichtiger Teil der Stadt Wien, wenn es um effektiven Umweltschutz geht. Denn die süßen, weißen Tiere werden auf der Donauinsel schon länger als emissionsfreie Rasenmäher eingesetzt. Auf der Fläche werden insgesamt ab April nächsten Jahres 150 Jura-Schafe ihren Dienst tun und den maschinellen Grünschnitt ersetzen. Sie „mähen“ die Fläche auf bodenschonende Art und Weise und vor allem, ohne dabei die Artenvielfalt zu gefährden. Der Vorteil: Auf der neuen Weide finden die Schafe schattige und windgeschützte Plätze unter den erhöht gebauten Modulen. 

Fotos: © Herbert Aust/Pixabay und Wien Energie/Christian Fürthner (Foto)/Corsaro Graphic Design (Montage)


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