Haustiere gelten bei Besitzerinnen und Besitzern seit jeher als die idealen Begleiter bei Stress. Immer mehr Forschungen kommen zum gleichen Ergebnis. Fotocredit: © Anita Menger/Pixabay
Haustiere gelten bei Besitzerinnen und Besitzern seit jeher als die idealen Begleiter bei Stress. Immer mehr Forschungen kommen zum gleichen Ergebnis. Fotocredit: © Anita Menger/Pixabay
Wenn du einen pelzigen Vierbeiner zu Hause hast, dann weißt du längst: Kaum etwas spendet so gut Trost wie es unsere Haustiere tun. Hund, Katze und Co. sorgen aber nicht nur für ein subjektives Wohlbefinden: Immer mehr Studien belegen die Wirkung unserer Haustiere gegen Stress.

Klar: Ausdauernde Bewegung in der freien Natur tut Körper sowie Geist gut und senkt unser Stresslevel nachweislich. Wer also täglich mit dem Hund Gassi geht, der tut schon viel für seine innere Balance. Aber wusstest du, dass nicht nur das Spazierengehen mit den Tieren hilfreich gegen Stress ist, sondern dass uns Tiere ganz allgemein nachweislich helfen, uns wohler zu fühlen? So konnte beispielsweise eine Studie des Duncan Instituts zeigen, dass nur wenige Minuten des Streichelns eines Haustieres ausreichen, damit wir Menschen dabei Endorphine ausschütten. Diese körpereigenen Hormone fungieren als eine Art natürliches Schmerzmittel im Körper und sorgen für eine Stressreduktion sowie auch dafür, dass wir uns gut fühlen. Daher fallen die Endorphine auch unter die sogenannten Glückshormone. Beim Streicheln von Tieren entsteht allerdings noch ein weiterer Botenstoff und zwar Oxytocin, das dir vielleicht besser unter dem Namen „Kuschel- bzw. Bindungshormon“ bekannt ist. Auch Oxytocin reduziert Stress und sorgt gleichzeitig für Wohlbefinden. 

Bewegung mit Hunden tut gut und reduziert Stress. Das Streicheln allerdings auch! Fotocredit: © pasja1000/Pixabay 
Bewegung mit Hunden tut gut und reduziert Stress. Das Streicheln allerdings auch! Fotocredit: © pasja1000/Pixabay

Haustiere reduzieren körperlichen Stress

Kein Wunder also, dass sich sowohl der Puls sichtlich beruhigt als auch der Blutdruck messbar sinkt, wenn wir uns ein paar Minuten mit unseren pelzigen Freunden befassen. Die positive Wirkung der Haustiere auf unser Herz-Kreislauf-System konnte auch eine Studie der Universität Buffalo bestätigen. Und in der Fachzeitschrift „Psychosomatic Medicine“ wird sogar darüber berichtet, dass Katzen für den Stressabbau besser geeignet sind als der eigene Partner oder die eigene Partnerin. Wenig überraschend also, dass wir die Stubentiger so lieben. Neben der klassischen Stressreduktion kommt den Vierbeinern allerdings noch eine weitere – im Moment immer wichtiger werdende – Bedeutung zu, wie eine aktuelle Studie zeigt, die im Journal of Behavioral Economics for Policy publiziert wurde: Das Element der Berührung in Verbindung mit dem damit einhergehenden Gefühl von Trost und Verbundenheit .

Wohlfühlfaktor Berührung

„Im Grunde genommen war das einzige Haustier, bei dem die Befragten nicht von Berührung sprachen, ein Fisch!“, erzählt dazu die Hauptautorin und Gesundheitswissenschafterin Janette Young im Magazin Treehugger. Fische hätten allerdings dennoch einen enstpannenden Effekt auf ihre Besitzer, der vor allem durch das Beobachten der Tiere wahrgenommen würde. Für die veröffentlichte Studie befragte sie mit ihrem Forscherteam Personen von 59 bis 83 Jahren, die ganz unterschiedliche Haustiere hielten. Es zeigte sich bei der Untersuchung, dass gerade in Zeiten der Pandemie Menschen den körperlichen Trost, den die Tiere ihrer eigenen Wahrnehmung nach spenden, als wichtiges Element des psychischen Wohlbefindens in Zeiten der Isolation erleben. 

Gerade für ältere Menschen, die sich häufig einsam fühlen, sind die Berührungen im Umgang mit ihren Haustieren oft von erheblicher Bedeutung hinsichtlich des Wohlbefindens. Fotocredit: © winterseitler/Pixabay 
Gerade für ältere Menschen, die sich häufig einsam fühlen, sind die Berührungen im Umgang mit ihren Haustieren oft von erheblicher Bedeutung hinsichtlich des Wohlbefindens. Fotocredit: © winterseitler/Pixabay

Empfehlung Tiere als Begleiter in der Pflege einzusetzen

Aber auch Gefühle von Entspannung und gesteigertem Wohlbefinden wurde in Verbindung mit den Haustieren genannt. Es scheint also äußerst naheliegend, dass Forscher empfehlen, sich die positiven Effekte der Tiere vor allem in der Kranken- und Altenpflege zunutze zu machen. In manchen Therapieformen sind hierzulande Pferde oder auch Hunde daher längst zu wertvollen Begleitern in der Behandlung geworden und auch bei psychologischen Beratungsangebote wird vermehrt auf tiergestützte Varianten gesetzt. „Fürsorgliche Berührungen sind für das menschliche Wohlbefinden unerlässlich. Mensch-Tier-Beziehungen bieten für viele Menschen eine alltäglich verfügbare Quellen für solche Berührungen“, sagt Young.

Quelle: haustiermagazin.at, treehugger.com, easyrelax.at / Fotocredits: © Anita Menger, pasja1000 und winterseitler – alle via Pixabay


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