Solarfarmen auf hohen Bergen? Effizienzberechnungen Schweizer Wissenschaftler sprechen dafür.

Wenn wir an Solarpaneele denken, sehen wohl die meisten von uns Dachanlagen oder lange Reihen von Paneelen in der Wüste vor sich. Woran wohl kaum jemand im ersten Moment denkt, sind Solaranalgen auf beschneiten Berggipfeln. Doch laut einer aktuellen Studie des École polytechnique fédérale de Lausanne, zu Deutsch auch Eidgenössische Technische Hochschule, sind gerade die Schweizer Alpen das ideale Gebiet, um Solaranlagen zu betreiben.

Die Schweiz hat in ihrer Energie Strategie 2050 festgeschrieben, dass man die Produktion von Atomenergie beenden wird. Es werden zwar keine Kraftwerke vor Ablauf ihrer Betriebsgenehmigung abgeschaltet, doch die Genehmigungen werden nicht mehr verlängert und es werden keine neuen Atommeiler mehr gebaut. Momentan kommen rund 35 Prozent der Energie, die unser kleines Nachbarland braucht aus Atomkraftwerken, diese Menge an Energie muss in Zukunft aus nachhaltigen Quellen kommen. Momentan machen Wind- und Solarenergie nur rund fünf Prozent im Energiemix der Eidgenossen aus.

Wenn es nach den Autoren eingangs erwähnter Studie geht, könnten aber schon bald Solaranlagen in den Schweizer Alpen stehen. Diese eigenen sich aus mehreren Gründen hervorragend als Standort für Solaranlagen, denn je höher die Lage desto weniger Sonnenlicht wird von der Atmosphäre verschluckt. Außerdem sind viele der Gipfel der Schweizer Berge so hoch, dass sie im Winter oberhalb der Wolkendecke und somit in der Sonne liegen. Sind diese Gipfel dann noch beschneit, ist das ein weiteres Plus, denn Schnee reflektiert Sonnenlicht, was den Effekt der Solarzellen verstärkt. Installiert man die Solarmodule im richtigen Neigungswinkel lässt sich dieser Vorteil besonders effektiv nutzen und man verhindert, dass Schnee auf den Paneelen liegen bleibt.

Hohe Gebirgslagen für den Bau von Solaranalagen zu nutzen hat noch einen weiteren Vorteil. Dadurch, dass die Module in einem steileren Neigungswinkel als am flachen Land montiert werden, benötigen sie weniger Fläche. Im Flachland wird für gewöhnlich mit einem Neigungswinkel von 37 Grad installiert, während die Neigung in den Bergen mindestens 65 Grad betragen sollte. In der Studie rechnen die Autoren vor, dass man in flachem Gelände Solaranlagen mit einer Fläche von rund 57 Quadratkilometern benötigen würde um die Hälfte der Menge an Energie zu produzieren, die heute aus den Atomkraftwerken kommt. Geht man hingegen ins Gebirge, benötigen die Solaranlagen nur eine Fläche von 47 Quadratkilometern. Die Infrastruktur für den Transport der Energie vom Gebirge in die Täler ist vielerorts auch bereits vorhanden, denn es könnten die Leitungen bestehender Wasserkraftanlagen mitgenutzt werden.


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