Spinat, Fotocredit: @heathergill Heather Gill auf Unsplash
Spinat, Fotocredit: @heathergill Heather Gill auf Unsplash
Die besten grünen Nahrungsmittel für den Gründonnerstag – warum sie gesund sind und was du daraus kochen kannst

Die Osterferien nahen und damit auch der Gründonnerstag. Alten Bräuchen zufolge essen manche Menschen an diesem Tag kein Fleisch und  vor allem grünes Gemüse wie Kohl, Brennnesseln und Salate. Während der Karwoche gelten strenge Fastenvorschriften, die mit diesem grünen Mahl eingehalten werden. Manche meinen auch, dass mit dem Verzehr der grünen Nahrungsmittel die Kraft des Frühlings aufgenommen wird und so ein heilvolles Jahr bevorstünde. Ein anderer Brauch besagt, dass Eier, die an diesem Tag gelegt werden, besonders viel Glück bringen. Ob man nun daran glaubt oder nicht, ich finde solche Bräuche eigentlich sehr nett und war daher heuer auf der Suche nach grünen Lebensmitteln und Rezepten.

Grüne Lebensmittel im Frühling

Im Frühling ist es generell nicht schwer grüne Lebensmittel zu finden. Die meisten machen uns auch nicht nur Lust auf Frühling und geben Energie sondern sind noch dazu sehr gesund! Grüne Gemüse wie Spinat, Mangold, Rucola oder Grünkohl enthalten viel Vitamin K, welches das Risiko von Arterienverkalkung reduzieren kann. Der Verzehr von viel Gemüse in Kombination mit ausreichend Bewegung schützt bis zu einem gewissen Grad vor solchen Erkrankungen, die zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen können.

Spinat

Ganz traditionell für Gründonnerstag ist der Spinat. Das grüne Blatt steckt voller gesunder Inhaltsstoffe und beugt Krankheiten vor. Es gibt also nicht nur am Gründonnerstag genügend Gründe Spinat zu essen.

Schon Popeye wusste Bescheid: Spinat stärkt die Muskeln! Ganz so drastisch wie in der Kindersendung dargestellt ist es dann wieder nicht, aber im Kern stimmt es schon. Spinat enthält Nitrat, welches die Mitochondrien der Muskelzellen nährt. Auch Folsäure und Magnesium sind im Spinat enthalten.

Übrigens: die Annahme, Spinat sei ein guter Eisenlieferant ist überholt. Er enthält zwar mehr Eisen als andere Gemüsesorten, dieses wird allerdings vom Körper auch nicht so gut aufgenommen. Ich würde mich also nicht auf Spinat als einzigen Eisenlieferanten verlassen.

Bärlauch

Kaum ist Frühling sieht man die Sammler durch den Wald gehen. Doch sie suchen keine Pilze sondern Bärlauch! Bärlauchblätter sind nicht nur ein kulinarisches, sondern auch ein gesundheitliches Highlight. Der wilde Knoblauch wirkt entgiftend und hilft überdies dabei, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel zu senken. Sogar eine bestehende Arterienverkalkung soll er bekämpfen und zusätzlich vor Bakterien und Pilzen schützen. Neben reichlich Vitalstoffen findet sich im Bärlauch zudem der Wirkstoff Alliin, ein natürliches Antibiotikum mit vielfältiger Heilwirkung.

Kohl

Grünkohl genießt unter dem Namen „Kale“ seit einigen Jahren in den USA einen Boom als Superfood. Kein Wunder eigentlich, denn Kohl enthält jede Menge Zink, Magnesium, Vitamin C und K sowie Antioxidantien.  Damit beugt er zahlreichen Zivilisationserkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhtem Cholesterinwert, Zellalterung und Entzündungen vor. Mehr zum Kohl kannst du hier nachlesen.

Brennnesseln

Brennnesseln sind oft ein ungeliebtes Unkraut. Doch hinter dem schmerzhaften Brennhaaren versteckt sich ein ungeahntes Potenzial an Geschmack und Gesundheitswert. Die Brennnessel ist eiweißreich und enthält u.a. die Mineralien Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen und Silicium sowie die Vitamine A und C. Die Samen enthalten Linolsäure, eine essenzielle mehrfach ungesättigte Fettsäure (Omega-6-Fettsäure) und Vitamin E. Die Triebspitzen der Brennnessel („Blätter“) schmecken übrigens ganz ähnlich wie Spinat, ihre Samen nussartig. Wenn du es gleich ausprobieren willst zieh beim ernten am besten dicke Gartenhandschuhe an, damit du dich nicht „verbrennst“. (Das kommt übrigens daher, dass sich an der Spitze der feinen Härchen eine Art „Köpfchen“ befindet, das mit Kieselsäure gefüllt ist. Diese löst bei Berührung ein Brennen aus.)

Kohlrouladen, Fotocredit: Ulrike Göbl

Grüne Rezeptideen für den Gründonnerstag

Einige Rezepte mit Kohl habe ich hier schon einmal aufgeschrieben und auf meinem Blog gibt es ein österliches Rezept für gebackene Eier mit Spinat. Nachfolgend habe ich noch ein Rezept für Bärlauchpesto und Brennesselspinat mitgebracht:

Bärlauchpesto

Zutaten:
150 g frischer Bärlauch
1,5 TL Kristallsalz
100 g Pecannüsse
100 g Cashewkerne
150 ml Olivenöl

Zubereitung:
Bärlauch waschen und mit einer Küchenrolle trockentupfen. Alle Zutaten – ausser dem Bärlauch – in einer Küchenmaschine 1 Minute kräftig mixen. Dann den Bärlauch dazugeben, nochmals kurz mixen und anschliessend salzen – schon ist das Pesto fertig. Das Bärlauchpesto schmeckt hervorragend zu Pasta, aber auch als Brotaufstrich. (Kühl und dunkel gelagert ist das Pesto etwa 2 Monate haltbar. Will man die Haltbarkeit verlängern, muss man das Pesto noch zusätzlich mit einer Schicht Olivenöl (0,5 cm) bedecken, sodass keine Pflanzenteile mehr herausragen. Damit ist das Pesto bei kühler und dunkler Lagerung sogar ein Jahr haltbar.)

Brennessel-Spinat

Zutaten für 4 Personen:
ca. 500g frische Brennesseltriebe, gewaschen
1 Zwiebel, fein gewürfelt
½ Glas Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
etwas Öl
Optional: 2 EL  Sahne oder Sauerrahm

Zubereitung
In einem großen Topf die Zwiebel im Öl anschwitzen, mit der Brühe ablöschen und die Brennesseln dazugeben. Bei geschlossenem Deckel ca. 10min köcheln lassen und öfter umrühren bis alle Blätter zusammengefallen sind.
Würzen und mit dem Stabmixer fein pürieren. Nach Belieben mit Rahm verfeinern. Dazu passen Bratkartoffeln und das klassische Spiegelei.

Viel Spaß beim Ausprobieren und schöne Ostern!

Quellen:
Gesundheitstrends, Julia Wild: „Grüner Superheld – 5 Gründe mehr Spinat zu essen
Zentrum der Gesundheit, Carina Rehberg „Bärlauch hat Bärenkräfte
Gesundheit.gv.at, „Brennnessel
Gartenjournal.net,“Tipps und Tricks zum Ernten der Brennnessel“

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