Diese alte Remise in Rotterdam hat eine ganz besondere Innenstruktur.

Der niederländische Architekt und Designer Rolf Bruggink hat vor ein paar Jahren ein Grundstück im Rotterdamer Stadtbezirk Maliebaan erworben. Dort befand sich nicht nur eine fünfzig Quadratmeter große alte Remise, sondern auch ein etwa 200 Quadratmeter großes Gebäude, welches aus Holz gebaut war. Dieses Holzgebäude hat Bruggink abgerissen. Einen großen Teil des Abrissmaterials hat er allerdings verwendet, um die Remise in ein Wohn-Studio umzugestalten.

Indem Bruggink in die Mitte des Gebäudes eine Holzkonstruktion gebaut hat, die nun sowohl Küche und Badezimmer als auch Schlaf- und Arbeitszimmer auf zwei Etagen beherbergt, sind im Haus drei Zonen entstanden. Die vordere Zone, beim Eingang zum Gebäude hat der Architekt frei gelassen, um so das ursprüngliche Raumgefühl der Remise zu erhalten. In der mittleren Zone befindet sich nun die Holzkonstruktion, welche aus den Resten des abgerissenen Nachbargebäudes gebaut wurde. Da die Konstruktion aber frei in der Mitte des Raumes steht, kann man auf beiden Seiten an ihr vorbei bis in den hinteren Teil des Gebäudes sehen.

rolf innen

Auch im hinteren Teil befindet sich eine Konstruktion aus Abrissholz. Diese ist wie eine Galerie an die Rückwand des Gebäudes gebaut, wodurch auch der hintere Teil der Remise eine zweite Etage bekommt. Unter dieser Galeriekonstruktion hat Bruggink ein großes Panoramafenster eingebaut, so kommt nicht nur viel Tageslicht in das alte Gemäuer, es entsteht auch der Anschein, dass Innen- und Außenraum fließend in einander übergehen.

Das Haus ist ein tolles Beispiel dafür, wie aus Abrissmaterial, also etwas was normalerweise entsorgt wird, wunderbare neue Konstruktionen mit großartigem Design entstehen können. Hilfe bekam Bruggink bei seinem Projekt von Niek Wagemans, ebenfalls Architekt und Designer. Wagemans Spezialität sind Design und Konstruktion von Möbeln und architektonischen Strukturen, ausschließlich aus wiederverwerteten Materialien. Detaillierte technische Zeichnungen für das House of Rolf gab es keine, nur ein Modell der geplanten Struktur. Während des Baus wurden die Pläne immer wieder angepasst, um das aus dem Abriss gewonnene Material bestmöglich verwerten zu können.

House of Rolf

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Bilder: Studio Rolf.fr

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