Auf kleinem Raum zu leben, bedeutet auf so manches zu verzichten, dennoch kann es sehr luxuriös sein.

Könnt ihr euch vorstellen dauerhaft in einem Wohnwagen oder einem Haus, das kaum größer ist als ein solcher, zu leben? Im ersten Moment können sich viele das wohl kaum vorstellen. Wohin mit all dem was wir besitzen, mit all dem was wir über Jahre angesammelt haben, egal ob es unsere Kleidung ist, Küchenutensilien und Geschirr oder die Büchersammlung. Tja, auf manches wird man verzichten müssen, man wird die Menge dessen was man besitzt und „täglich“ braucht reduzieren müssen. Auf Komfort und sogar Luxus muss man bei Tiny Living aber noch lange nicht verzichten. Das beweisen zum Beispiel die nach Kundenwunsch maßgeschneiderten Minihäuser von Tiny Heirloom.

Das Familienunternehmen mit Sitz in Portland, im US-Bundesstaat Oregon, begann sich vor ein paar Jahren für Tiny Living und Downsizing zu interessieren. Man stellte sich jedoch die Frage, ob Leben auf weniger Raum wirklich notwendigerweise auch weniger Komfort und geringer Lebensstandard heißen muss. Da man diese Frage mit ‚nein‘ beantwortete, begann man Konzepte und Methoden für den Bau von kleinen Luxuswohnungen zu entwickeln. Bereits das erste Minihaus, das man baute, war ein Erfolg und bekam große Medienresonanz. Für den Bau der meist beweglichen kleinen Häuser/Trailer werden hochwertige, robuste Materialien verwendet, das Design wird dem Wunsch des Kunden angepasst. Mit einem Startpreis von 89.000 US-Dollar für einen custom-build Trailer mit ca. 14 Quadratmetern Wohnfläche, sind die Tiny Heirlooms allerdings nicht ganz billig. Auf der Website des Unternehmens könnt ihr euch einige Beispiele ansehen und selbst entscheiden, ob sie euch gefallen und ob ihr euch ein Leben in einem Tiny Heirloom vorstellen könnt.

Tiny Living

Jikka

Auf nicht ganz so kleinem Raum leben zwei Frauen in Japan. Der Architekt Issei Suma hat für sie ein Haus entworfen, das aussieht wie eine Gruppe hölzerner Tipis und in den Bergen der Präfektur Shizuoka steht. Insgesamt haben die fünf zusammenhängenden Tipi-Häuschen 100 Quadratmeter, was ja nicht gerade wenig ist, doch die beiden Bewohnerinnen, verwenden es nicht nur als Wohnraum. Das Jikka, wie das Haus benannt wurde, diente den beiden Frauen auch als Arbeitsplatz, eine von ihnen ist Sozialarbeiterin, die andere Köchin. In einem der fünf Tipis gibt es eine große Küche in der täglich Mittagessen für ältere Menschen aus der Umgebung gekocht wird. Zwischen 12 Uhr und 16 Uhr öffnen die beiden ihr Heim für die Allgemeinheit, man kann dann in einem hübschen kleinen Esszimmer das frisch gekochte Mittagessen genießen. In einem andren Tipi verbirgt sich ein schneckenförmiger Pool, der auch mit einem Rollstuhl benutz werden kann. Dort können also auch Personen betreut werden, deren Mobilität eingeschränkt ist.

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Bild: Tiny Heirloom

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