Der CO2-Ausstoss von Flugzeugen verursacht unter den Verkehrsmitteln den größten Klimaschaden pro Passagier und Kilometer. Experten sehen derzeit in Biokraftstoffen kurz- und mittelfristig die einzige Möglichkeit, die Emissionen im Luftverkehr…

Der CO2-Ausstoss von Flugzeugen verursacht unter den Verkehrsmitteln den größten Klimaschaden pro Passagier und Kilometer. Experten sehen derzeit in Biokraftstoffen kurz- und mittelfristig die einzige Möglichkeit, die Emissionen im Luftverkehr zu senken. Einen weiteren Ausweg könnten Elektro- bzw. Hybridflugzeuge bieten.

Die jährliche Emissionssteigerung im weltweiten Flugverkehr beträgt rund drei Prozent. Die Prognosen stehen damit im krassen Gegensatz zu den ambitionierten kollektiven Klimaschutzzielen, zu denen sich die internationale Luftfahrtbranche im Jahr 2009 selbst verpflichtet hat.  Nur mit Biotreibstoffen der zweiten Generation wäre das Dilemma lösbar, deren Entwicklung steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.

Elektroflugzeuge können nicht die Leistung von Flugzeugen mit Verbrennungsmotoren erbringen: Elektromotoren erreichen nicht die Energiedichte von Kraftstoffen, dazu kommt das hohe Gewicht von Akkumulatoren oder Batterien. Ähnlich wie in der Automobilindustrie sollen hybride Elektroantriebe die Emissionen deutlich reduzieren. Siemens, EADS sowie die beiden österreichischen Unternehmen Diamond Aircraft und Austro Engine stellten im Juni dieses Jahres das weltweit erste Flugzeug mit seriell-hybridem Elektroantrieb vor.

Der Motorsegler nutzt einen so genannten seriell-hybriden Elektroantrieb, der bislang nur bei Kraftfahrzeugen eingesetzt wurde. In einer HK35 Super Dimona von Diamond Aircraft treibt ein 70kW starker Elektromotor den Propeller an. Den Strom liefert ein Wankelmotor von Austro Engine mit Generator, der dabei ausschließlich als Stromerzeuger fungiert. Ein Umrichter versorgt den Elektromotor mit Energie aus der Batterie und dem Generator.

Da der Verbrennungsmotor stets bei einer gleichmäßig niedrigen Leistung von 30 kW läuft, ist der Benzinverbrauch sehr gering. In der Start- und Steigflugphase steuert ein Batteriesystem den höheren Leistungsbedarf bei, im Reiseflug wird der Akku wieder nachgeladen. Dieses Konzept ermöglicht sowohl einen leisen elektrischen Start als auch eine erhebliche Reduktion des Kraftstoffverbrauchs.

Bei Testflügen war die Maschine bis zu zwei Stunden in der Luft  Die Technologie soll zunächst bei kleinen Flugzeugen weiter erprobt werden, langfristig soll dieser Antrieb auch bei großen Luftfahrzeugen zum Einsatz kommen.

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