Kaum eine Entscheidung der EU-Kommission ist so umstritten, wie die der zwangsweisen Einführung von Energiesparlampen. Wurde hier der Lobby der Industrie vorbehaltlos gefolgt, oder gibt es vernünftige Gründe für diese…

Kaum eine Entscheidung der EU-Kommission ist so umstritten, wie die der zwangsweisen Einführung von Energiesparlampen. Wurde hier der Lobby der Industrie vorbehaltlos gefolgt, oder gibt es vernünftige Gründe für diese Entmündigung der Bürger?

Al Gore, Sigmar Gabriel und Greenpeace als Lobbyisten?

„Wissenschaftler oder Ingenieure dürfen niemals Fehler der Wissenschaft korrigieren, sie kreieren nur neue Fehler“, hatte Prof. von Weizsäcker schon in den 60er Jahren gewarnt. Bei Politikern, die obendrein weit von jedem Sachverstand scheinen, gilt das umso mehr. Um Strom zu sparen, wird ganz am Ende des Gesamtproblems angesetzt, bei der Glühbirne.

Dass auf dem Wege bis dorthin Energie in gigantischen Mengen vergeudet wird, scheint niemandem klar zu sein. Gemessen am Energieverbrauch am Anfang der Effizienzkette, nämlich vom Energieeinsatz bei der Erzeugung des Stroms gesehen, wirkt sich der verordnete Lampenwechsel nicht einmal im messbaren Bereich aus.
Bei der Erzeugung gehen nämlich schon weit über fünfzig Prozent der eingesetzten Energie verloren, auf dem Wege zum Normalverbraucher fast nochmal so viel, so dass der private Stromverbraucher etwa zwei Prozent der eingesetzten Energie erhält.

Der gesamte Stromverbrauch in einem Industrieland macht etwa zwanzig Prozent des Energieverbrauches aus, 50 Prozent werden für Wärme aufgewendet und 30 Prozent für den Verkehrssektor. In einem normalen Haushalt beträgt dann der Anteil der Beleuchtung am Verbrauch maximal 20 Prozent, ausgehend von den alten Glühlampen.

Warum also soll effizienter Klimaschutz an dieser Stelle sinnvoll sein? All die so vehement dafür streitenden Politiker scheinen hier nur die Bürger beruhigen, ihnen das Gefühl vermitteln zu wollen, etwas aktiv für die Rettung der Welt getan zu haben. Gerettet haben sie offenbar aber nur die hiesige Elektroindustrie.

Statt das Übel an der Wurzel zu packen wird Klimaschutz in homöopathischen Dosen betrieben

Von den Energiekonzernen zu verlangen, dass die Abwärme in ihren Kraftwerken ab sofort genutzt werden soll, hat sich kein Entscheidungsträger getraut. An dieser Stelle nämlich wäre schon weit über die Hälfte der klimaschädigenden Emissionen einzusparen. Das neue Erneuerbare Energien Gesetz 2012 (EEG) verlangt für Biomassekraftwerke eine nachgewiesene Wärmenutzung von sechzig Prozent, warum geht das nicht bei Kohle, Gas oder Ölkraftwerken? Von diesen könnten sofort ganze Städte beheizt werden, wie dies bis zum Anschluss der neuen Bundesländer in der DDR geschehen ist?

Die auf diese Weise entstehenden regionalen Heizkraftwerke würden Hoch- und Höchstspannungsleitungen nebst den jeweils erforderlichen Transformierungseinrichtungen überflüssig machen und weitere Energieverluste vermeiden, die weit über dem Potenzial eines kollektiven Lampenwechsels liegen. Bis zur Ebene der Mittelspannungsnetze können damit schon zwei Drittel der verschwendeten Mengen aufgefangen werden. Bis alle Haushalte, Büros und öffentlichen Gebäude nur noch Energiesparlampen nutzen, werden noch Jahre vergehen, hat doch ein vorausschauender Verwalter gerade Glühlampen immer en gros, somit auf Jahre im Voraus gekauft und bis die letzten Bestände des Großhandels verschwunden sind, vergeht ebenfalls noch sehr viel Zeit. Wann also soll der gewünschte Effekt zu erreichen sein?

Im gleichen Zeitraum lassen sich tausende Kilometer Wärmeleitungen verlegen, Wohnhäuser, Betriebe, Schulen und Krankenhäuser an Wärmenetze anschließen. Die dafür benötigte Wärme ist schon lange vorhanden, wird bisher allerdings ungenutzt in die Luft geblasen. Der Klimaschutzeffekt wäre so allerdings sofort messbar, läge weit über jedem ehrgeizigen sonstigen Klimaschutzziel.

Und wo liegt nun der Vorteil der Energiesparlampe?

Realistisch betrachtet liegt der einzige Nutzen der erzwungenen Umstellung bei der Industrie, ist doch der Import billiger Glühlampen aus Fernost nun gestoppt. Der Verbraucher hat durch den Einsatz dieser neuen Technologie nur Probleme, ja vielleicht sogar erhebliche Nachteile zu erwarten. Alle bisher vorgenommenen Untersuchungen und „Langzeittests“ – soweit das in dem kurzen Zeitraum überhaupt wissenschaftlich fundiert möglich ist – konnten keinen wirklichen Nutzen, sondern immer nur Mängel nachweisen.

Die Lichtausbeute ist mit der guten alten Glühbirne, oder einer vergleichbaren Halogenlampe nicht vergleichbar, die Lichtfarbe unnatürlich, auf Dauer ungesund. Die so gepriesene Lebensdauer wird bei keinem Produkt wirklich erreicht, es sei denn, man lässt die Leuchte permanent brennen. Viele der überteuerten High-Tech-Produkte erreichen nicht einmal die Lebensdauer der veralteten Lampen. In Arbeits-, Nachttisch- oder Spiegelleuchten, denen man sich mehr als 1,5m nähert, sollten die Lampen nicht eingesetzt werden, weil sie Gesundheit und Wohlbefinden durch Strahlung, Ausdünstung und hochfrequentes Flimmern beeinträchtigen. Kinder sollten von den Lampen ferngehalten werden, da diese beim Zerbrechen giftige Stoffe freisetzen. Die Entsorgung ist nicht grundsätzlich geklärt, die Leuchte darf nicht in den Hausmüll oder den Altglascontainer. Die Herstellung ist – im Gegensatz zur guten alten Glühbirne – ökologisch problematisch, der Energieeinsatz zehrt den Nutzen im Gebrauch wieder auf. Die Kosten liegen insgesamt weit über denen des bisherigen Systems, ein Einspareffekt für den Nutzer nicht zu erreichen, offenbar in der Summe für das Klima ebenso wenig.

Fazit: Betrug am Kunden? Verrat am Steuerzahler? Erzwungene Rettung einer fantasielosen Industrie?

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