Wir leben im Zeitalter des Konsums. Zahlreiche Waren verleiten zu immer mehr und mehr Einkäufen. Dabei sollten uns die Auswirkungen unseres Verbraucherverhaltens klar sein. Glitzernde Einkaufspaläste und „Schnäppchen“ in Hülle…

Wir leben im Zeitalter des Konsums. Zahlreiche Waren verleiten zu immer mehr und mehr Einkäufen. Dabei sollten uns die Auswirkungen unseres Verbraucherverhaltens klar sein.

Glitzernde Einkaufspaläste und „Schnäppchen“ in Hülle und Fülle
In unserer Konsum- und Wohlstandsgesellschaft ist es den meisten von uns möglich, weit über die eigentlich lebensnotwendigen Grundbedürfnisse hinaus zu konsumieren. Waren und Einkaufsartikel jeglicher Art bedeuten dabei weit mehr als nützliche Gebrauchsgegenstände. Vielmehr sind diverse Artikel eine Belohnung von uns an uns selbst; dabei liegt die Befriedigung der Kauflust oftmals nicht im Besitz, sondern im eigentlichen Kaufvorgang selbst. Die Gründe, warum wir etwas unbedingt haben müssen oder haben wollen, sind uns in vielen Fällen dabei selbst nicht ganz klar.

Warum kaufen wir mehr als wir brauchen?
Meist wollen wir etwas besitzen, um damit unser Leben angenehmer und bequemer zu gestalten. Was wir konsumieren hängt aber ebenso von unseren (angelernten) Gewohnheiten ab. Unser Eigentum soll gesellschaftliche Zugehörigkeit oder auch bewusste Abgrenzung signalisieren, zusätzlich verleihen gewisse Besitztümer ein bestimmtes Maß an Prestige und Ansehen. Vom „Haben-Wollen-Effekt“ kann man sprechen, wenn der Konsument eine Ware nicht aufgrund ihres Nutzens kauft, sondern ausschließlich des Besitzes wegen. Dabei spielen Werbung und Marketingstrategien des Handels eine entscheidende Rolle – hier werden Bedürfnisse angeregt und die Erfüllung von Wünschen als leicht zu realisierende Vorhaben beworben. Das Motto lautet also: Wir haben was ihr braucht und wollt!

Die Schattenseiten des glamourösen Luxuslebens
Es ist und bleibt eine unbestreitbare Tatsache, dass unser Konsumverhalten nicht nur negative Auswirkungen auf unsere Geldbörse und unser Bankkonto hat, sondern auch massiv auf unsere Umwelt einwirkt. Produktionsverfahren und die Güterherstellung verbrauchen nicht nur Unmengen an Energie, sondern sorgen auch für einen massiven Abbau von natürlichen Ressourcen und Rohstoffen. Viele Verpackungsmaterialien sorgen für Unmengen an Müll; diverse Wasch- und Reinigungsmittel hingegen belasten unsere Gewässer. Schadstoffe, die in der Produktion und beim Transport entstehen, verpesten wiederum unsere Luft.

All diese Belastungen fallen auf den Menschen zurück. Unsere Gesundheit wird längerfristig durch Gewässer- und Luftverschmutzungen, den Anstieg von Müll und dessen unzureichend richtige Entsorgung schwer geschädigt. Es liegt also im Interesse aller, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und bei Einkäufen mehr auf die ökologische Verträglichkeit der Verpackungen und Produkte zu achten.

Quellen
Biringer, Patricia: Die „ware“ Verführung. Eine Analyse der sozialwissenschaftlichen Einflussfaktoren des Konsumentenverhaltens und ihre Umsetzung in Printwerbungen. Magisterarbeit, Uni Wien 2008. S.6-13.
Balderjahn, Ingo: Das umweltbewußte Konsumentenverhalten. Eine empirische Studie. Berlin 1986. S.1, S.26-27.
Beier, Udo: Der fehlgeleitete Konsum. Eine ökologische Kritik am Verbraucherverhalten. Frankfurt a.M. 1993. S.68-69.

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