Wie können wir unser Geld in sinnvolle, nachhaltige und innovative Investitionen stecken?

Wenn wir etwas Geld auf der Seite haben, kommt wohl bei fast jedem Menschen, dem Nachhaltigkeit und ein gesundes Leben wichtig sind, die Frage, wie sie ihr Geld sinnvoll einsetzen können. Nämlich so, dass es nicht mehr länger die großen, umweltzerstörerischen Konzerne unterstützt, die nicht die eigenen Werte vertreten, sondern stattdessen vielleicht sogar mithilft, zu einer besseren, gesünderen Zukunft beizutragen.

Was ist nachhaltiges Investment?

Bei nachhaltigem Investment gibt es unterschiedliche Kriterien zu berücksichtigen. Meist werden hier vor allem die ESG-Kriterien herangezogen. ESG bedeutet Environment (Ökologie), Social (Sozial), und Governance (Ökonomie). Und in jedem dieser Kriterienbereiche gibt es natürlich diverse Unterkategorien, auf die wir hier achten können: Herstellung, Entsorgung, Gleichstellung der Menschen, etc.

Unterschiedliche Möglichkeiten

Viele große Banken bieten inzwischen auch „grüne“ Fonds an, die teilweise Unternehmen für erneuerbare Energien oder ähnliches beinhalten, und teils große Unternehmen, die auf nachhaltigere Praktiken umsteigen. Es wird meist auf bereits etablierte, stabile Organisationen, Projekte und Vorgehensweisen gesetzt. Auch nachhaltige, grüne, oder sogar vegane Aktien können derzeit in bestimmten Listen gefunden werden. In dem Bereich finden wir auch Gütesiegel, wie etwa das FNG-Siegel des Forum Nachhaltige Geldanlagen, das österreichische Umweltzeichen, oder das Europäische Transparenzlogo Eurosif, die uns bei der Orientierung helfen.

Was aber, wenn wir nachhaltige Innovation unterstützen wollen?

Bei Innovation ist auch immer einiges an Risiko dabei, da wir schlichtweg nicht wissen können, wofür die Menschen schon bereit sind, oder ob die Idee überhaupt dauerhaft oder in größerem Rahmen funktioniert und umsetzbar ist. Aber wenn wir wirklich was verändern wollen, oder auch Veränderung fördern und unterstützen wollen, dann ist es höchstwahrscheinlich irgendwann notwendig, auch ein bisschen die sichere Komfortzone zu verlassen, und ein bisschen Risiko einzugehen.

Speziell auch wenn wir nicht investieren sondern sparen wollen, muss uns bewusst sein, dass auch dann mit unserem Geld investiert wird. Meist nicht speziell nachhaltig. – Photocredit: pixaba.com/PDPics

Wo investieren?

Wenn wir in innovative, nachhaltige Projekte und Startups investieren wollen, haben wir unterschiedliche Möglichkeiten. Die wohl bequemste dabei ist, eine oder mehrere der Crowd-Investing Plattformen im Internet zu durchforsten. Jede dieser Plattformen hat einen bestimmten Schwerpunkt. So gibt es etwa die Plattform crowd4climate.org, die sich auf nachhaltige Energien und Klimaschutzprojekte spezialisiert, oder greenrocket.com mit Fokus auf Startups im Bereich Nachhaltigkeit.

Das bedeutet aber nicht, dass wir nur auf Plattformen mit nachhaltigem Fokus spannende Projekte finden können. Es lohnt sich auf jeden Fall, auch immer wieder allgemeinere Plattformen wie conda.at, 1000×1000.at oder ähnliche zu durchforsten.

Risikoeinschätzung

Investieren – im Gegensatz zum Anlegen – ist immer mit Risiko verbunden. Dafür aber auch mit potentiell mehr Gewinn. Die Herausforderung bei dem Thema ist jedoch, wie wir herausfinden, worin wir investieren sollen. Und wenn wir das nicht alles selbst herausfinden wollen, ist es wichtig, dass wir nicht einfach nur jemanden finden, dem wir vertrauen, und der eine Ahnung hat, wie man sinnvoll investiert, und der vielleicht sogar noch ein Gefühl für zukünftige Entwicklungspotentiale hat. Und das ist ja oft schon schwer genug.

Speziell die Investition in Wind- oder Solarparks ist schon länger bekannt, und auch in kleinen Anteilen möglich. – Photocredit: pixabay.com/sonnydelrosario

Zusätzlich muss diese Person auch noch eine Ahnung davon haben, wie bestimmte Praktiken in Organisationen rund um Greenwashing, Corporate Social Responsibility, und SDG-Zielen aussehen, um sinnvoll einschätzen zu können, welchen Grad der Nachhaltigkeit ein bestimmtes Unternehmen hat, da Startups selten bereits über irgendwelche Finanzierungs-Gütesiegel verfügen.

Das Thema ist also extrem komplex, und Menschen, die diese Komplexität halbwegs durchblicken nur schwer zu finden. Dadurch steigt das Risiko natürlich, da wir nicht wissen, welche Informationen und Daten relevant sind, und wie wir diese bekommen können. Für ängstliche, sicherheitsfokussierte Anleger ist daher die Investition in nachhaltige, innovative Startups und Projekte wohl eher nicht geeignet. Hier sind sie mit nachhaltigen Fonds besser aufgehoben.

Einstellung ist alles

Gewinn kann aber nicht nur auf finanzieller Ebene entstehen. Wenn wir Unternehmen finden, die einem größeren Ziel unterstellt sind, das wir ebenfalls verfolgen, und dadurch unterstützen wollen, können wir das Risiko einer Investition in solche Projekte eventuell auch anders betrachten. Wir können etwa entscheiden, dass selbst wenn unser Geld, nicht wieder zu uns zurück fließt, es dennoch eine gute Investition gewesen sein kann.

Die Investition war dann, dass es die nachhaltige Entwicklung, das Bewusstsein für ein Thema, oder aber das Wachstum der Menschen auf irgendeiner Form weitergetragen hat. Wenn wir also mit dieser Einstellung in die Investition gehen, dann sind wir weniger enttäuscht, wenn wir kein Geld zurückbekommen. Vielleicht freuen wir uns sogar umso mehr, wenn das Projekt dann doch aufgeht und nicht nur erfolgreich ist, sondern wir sogar noch davon profitieren.

Den Börsenkursen zu folgen kann sehr nervenaufreibend sein. Wenn wir in Crowd-Investing einsteigen, ist unsere Investition ohnehin auf mehrere Jahre gebunden, und wir können uns in Ruhe zurücklehnen. – Photocredit: pixabay.com/MayoFi

Fazit

Ich bin weder Finanzberaterin, noch habe ich irgendeine ähnliche Qualifikation, irgendjemandem in Sachen Finanzen oder Investitionen zu beraten. Nachhaltiges Investieren ist jedoch ein Thema, mit dem wir uns alle, beschäftigen sollten, wenn wir wirklich etwas verändern wollen. Organisationen sind schließlich diejenigen, die einen viel größeren Hebel für Veränderung haben als einzelne Personen. Und wenn dann mehr Geld in nachhaltige Unternehmen fließt, kann dies einen starken Einfluss auf die weitere Entwicklung unseres Planeten haben.

Weiterführende Quellen

nachhaltig Investieren – „grünes“ Geld
Weltspartag: Zeit für green Investment
wko.at: crowdinvesting-plattformen
crowd4climate.org
fitformoney.de: Crowdinvesting-vergleich
utopia.de: Nachhaltige Geldanlagen
utopia.de: Forum nachhaltige Geldanlagen: Was hinter dem FNG-Siegel steckt
depotvergleich.com: Grüne Unternehmen und nachhaltige Aktien
blackrock.com: Die Zukunft ist nachhaltig