Die historische Bausubstanz des Otto-Wagner-Spitals soll unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes zum Plus-Energie-Campus werden.

Die Central European University, kurz CEU, hat schon den Betrieb in Wien aufgenommen, ein paar Studiengänge werden schon angeboten. Später einmal soll die gesamte CEU nach Steinhof auf das Areal des Otto-Wagner-Spitals und in die vorhandenen historischen Gebäude ziehen. Natürlich sind dafür einige Adaptionen notwendig. Die Herausforderung dabei ist gleich eine doppelte, denn einerseits steht das Areal unter Denkmalschutz, andererseits soll das Areal zum Plus-Energie-Quartier werden. Geplant ist, dass ein Drittel des Areals für den Campusbetrieb genutzt wird, ein Drittel für Studentenunterkünfte und ein Drittel für Forschungs- und Universitätspartnerschaften.

Eine Machbarkeitsstudie wurde unter der Leitung von Schöberl & Pöll Gmbh gemeinsam mit der CEU, dem Institut für Architektur der TU Wien, Lang Consulting und der OeAD-Wohnraumverwaltungs-GmbH durchgeführt. Dabei standen folgende Aspekte im Blickpunkt: eine Reduktion des Energiebedarfs um 90 Prozent, die Produktion der benötigten Energie vor Ort, Lebenszyklus- und Wirtschaftlichkeitsanalyse. Dabei kommt man zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung unter Einhaltung des Denkmalschutzes, bei gleichzeitiger Senkung des Energiebedarfs von 90 Prozent gegenüber einer klassischen Bestandssanierung und einer Senkung des Primärenergiebedarfs um 75 Prozent durchführbar ist. Wenn auch bei der späteren Nutzung hochenergieeffiziente Geräte eingesetzt werden, kann man Plus-Energie-Standard erreichen.

Bei der Sanierung müssen Dächer, Bodenplatten und Außenwände gedämmt werden, die alten Kastenfenster müssen optimiert und mit Sonnenschutz nachgerüstet werden, Wärmebrücken müssen minimiert werden und die Luftdichtheit muss verbessert werden. Außerdem muss folgendes installiert werden: Lüftungsanalgen mit Wärme- und Feuchtigkeitsrückgewinnung, effiziente Warmwasseraufbereitungsanlagen, durchflussoptimierte Armaturen, ein hocheffizientes Beleuchtungssystem, PV-Dachanlagen, effiziente Heiz- und Kühlflächensysteme.

Eine Plus-Energie-Sanierung durchzuführen, bringt höhere Investitions- und Planungskosten mit sich, doch, wenn man die Gesamtkosten aus Investition- und Betriebskosten über einen Zeitraum von 15 bzw. 40 Jahren durchrechnet, ist die Plus-Energie-Sanierung die günstigere Option. Und natürlich bringt ein solches Vorzeigeprojekt auch ganz andere zusätzliche Vorteile mit sich.


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Bild: Walter Mittelholzer, Wikimedia