Auf dem eigenen Dach produzierter Solarstrom ist mittlerweile oft günstiger als die Haushaltsstromtarife der Energieanbieter. Die einen halten die Erzeugung und der Eigenverbrauch von Solarstrom für ökologisch sinnvoll, für die anderen ist es unsolidarisches Verhalten.

Solarenergie ist in vielen Ländern wettbewerbsfähig, so zum Beispiel in Deutschland, wo steigende Strompreise und günstige Photovoltaikanlagen zu einem regelrechten Solarboom beitrugen. Die Preise für Solarenergie sind derart stark gefallen, dass sogar IKEA Photovoltaik-Anlagen anbietet. Bereits heute ist in Deutschland der auf dem eigenen Hausdach produzierte Solarstrom günstiger als die meisten Haushaltsstromtarife der Energieversorger. Durch den Einsatz von Energiespeichern kann der Eigenverbrauchsanteil zudem deutlich erhöht werden.

Der Eigenverbrauch erneuerbarer Energien erscheint als notwendiger nächster Schritt, wenn es um die Forcierung der Energiewende geht, die in Österreich bislang als Stromwende verstanden wird. Gekoppelt mit einer Speicherförderung werden Photovolatik-Stromspeicher für Privathaushalte immer attraktiver, weil dadurch auch die Einspeisung in das Stromnetz einfacher wird. Statistiken aus den USA zeigen, dass es vor allem Bürger der politisch viel beschworenen Mittelklasse sind, die ihren Strom selbst erzeugen.

Die Eigenerzeugung von Strom ist unsolidarisch halten Kritiker diesem Trend entgegen. Wer eigenen Strom nutzt, flüchte schließlich aus den Gemeinkosten in Form von Umlagen und Netzentgelten. Scheiden Haushalte aus der kommunalen Stromversorgung aus, erhöht sich rechnerisch der Anteil aller anderen an den Kosten.

So wie die Stromerzeugung am Hausdach, ist auch die Energiewende ein Mittelklassephänomen. Private Haushalte zahlen in der Tat höhere Strompreise, energieintensive Unternehmen sind dagegen von der Ökostromumlage weitestgehend befreit. Unsolidarisch ist die politische Gestaltung der Energiewende, nicht die Photovoltaik-Anlage am Dach.

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