Protest pod elektrownią Jänschwalde © Chris Grodotzki | flickr.com/greenpeacepl
Protest pod elektrownią Jänschwalde © Chris Grodotzki | flickr.com/greenpeacepl
Nichtstun im Klimaschutz wird sehr viel kosten: bis zu 72 Billionen $ bis 2060.

Vorweg: je mehr jetzt getan wird für den Klimaschutz, desto geringer wird die Belastung des globalen Bruttoinlandsprodukts in Zukunft ausfallen. Das hat die Citigroup in ihrer Studie Energy Darwinism II nachgewiesen. Und diese Belastung kann ordentlich ins Geld gehen. Die exakte Summe ist direkt proportional zur prognostizierten Erwärmung: je größer der Temperaturanstieg, desto größer die Kosten. Beträgt der Rückgang des globalen BIP bei 1,5°C noch –0,7%, das entspricht 20 Billionen $ bis 2060, liegt er bei 2,5°C bei –1,1% oder 44 Billionen $ und bei 4,5°C bei 72 Billionen $.

Im gleichen Zeitraum, von 2015 bis 2060, wird sich nach aktuellen Prognosen das globale BIP verdreifachen, von 80 Billionen $ heute auf 260 Billionen $. Zwei Drittel dieses Wachstums stammen aus den sogenannten Schwellenländern und Entwicklungsländern, deren Wirtschaft heute energieintensiver ist als die der Industrieländer. Blieben man beim jetzigen Standard, wäre das verheerend für den Klimaschutz: bisher waren Wirtschaftswachstum und CO2-Ausstoß untrennbar miteinander gekoppelt. 2014 wurde erstmals seit 40 Jahren, seit Aufzeichnungsbeginn, nicht mehr CO2 emittiert als im Jahr davor. Das gab es bisher nur in Kombination mit Wirtschaftskrisen, die dieses Jahr aber ausblieb. Das lässt hoffen, dass sich die Wirtschaft zusehends entkoppelt von fossilen Energien; ob daraus ein Trend wird, muss sich aber noch zeigen.

Die Citigroup zitiert in ihrem Bericht Thomas Edison, der 1931 sagte: “We are like tenant farmers chopping down the fence around our house for fuel when we should be using nature’s inexhaustible sources of energy – sun, wind and tide. I’d put my money on the sun and solar energy. What a source of power! I hope we don’t have to wait until oil and coal run out before we tackle that.”

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagen viele, aber diesmal scheint sie für die COP21 in Paris im Dezember nicht unbegründet zu sein, da inzwischen nahezu alle großen Industrienationen Emissionsziele bekanntgegeben haben und diese umzusetzen gewillt sind. So lange reicht das Emissionsbudget nicht mehr, um die Erderwärmung mit 50% Wahrscheinlichkeit auf 2°C zu begrenzen.

Wer möchte gern auf das Geld verzichten, das man zusätzlich verdienen würde? Noch dazu, wo das erarbeitete aktiv eingreifende Szenario der Citigroup bis zu 1,8 Billionen $ an Treibstoffkosten spart.

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